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Ein erzkonservatives Unternehmen wurde zum Vorreiter einer vorurteilsfreien Gesundheitspolitik Der Telephonkonzern Pacific Bell hilft Aids-infizierten Mitarbeitern vorbildlich

Vorsichtig schätzt die US- Gesundheitsbehörde, daß bereits eineinhalb Millionen Amerikaner mit Aids infiziert sind und sich die Krankheit mit wachsender Geschwindigkeit ausbreitet. Aber entgegen einer selbst auf Chefetagen gehegten Ansicht existiert das Immunschwächeleiden nicht nur jenseits der Büro- und Fabrikmauern. Zu unrecht behandeln daher die meisten Unternehmen das Thema als Tabu, fühlen sich für Aufklärung nicht zuständig, lassen betroffene Mitarbeiter unbetreut und strafen sie nicht selten mit vermindertem Versicherungsschutz. Zum Glück gibt es auch ermutigende Entwicklungen, speziell in Regionen mit hoher Aids-Häufigkeit. Zum Beispiel San Francisco, wo die Telephongesellschaft Pacific Bell ansässig ist - ein Unternehmen, das früher kein soziales Engagement zeigte und für seine Diskriminierungspraktiken, etwa gegenüber Homosexuellen, denkbar schlecht beleumundet war. Berichtet wird hier von einer kulturellen Wandlung, die aus einer Bastion der wertekonservativen amerikanischen Mittelklasse eine engagierte Fürsprecherin der Aids- Aufklärung und betrieblichen Hilfe für Aids-Betroffene machte - instruktiv zu sehen, welch helfende Rolle gerade Betriebe im Umgang mit der Krankheit und ihren Folgen übernehmen können.
aus Harvard Business manager 4/1989
David L. Kirp
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