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Bücher Der gesunde Mitarbeiter

aus Harvard Business manager 12/2010

EBERHARD ULICH,

MARC WüLSER

Gesundheitsmanage-

ment in Unternehmen

Campus 2010

496 Seiten

54,95 Euro

Eigentlich geht es dem modernen Büromenschen gut. Verschleiß durch körperliche Schwerarbeit gibt es im Büroalltag nicht. Doch der Schein trügt. Die Staublunge der Metallarbeiter oder der Schneeberger Lungenkrebs, der durch radonhaltige Luft im Bergbaustollen verursacht wurde, kommen zwar nur noch selten vor. Dafür entstehen neue Erkrankungen. Zum Beispiel der Burn-out und Rückenleiden mangels Bewegung.

Krankheit durch einseitige Tätigkeiten spielt also noch immer eine große Rolle in der Arbeitswelt. Entsprechend wichtig ist die Arbeit der Autoren des Buchs "Gesundheitsmanagement in Unternehmen". Sie geben einen detaillierten Einblick über die Möglichkeiten, die Belegschaft gesund zu erhalten.

Zu Beginn stellen Eberhard Ulich und Marc Wülser, beide Partner des Instituts für Arbeitsforschung und Organisationsberatung in Zürich, auf gut 100 Seiten die Grundbegriffe des betrieblichen Gesundheitsmanagements vor. Wie wird Gesundheit definiert? Welche theoretischen Modelle gibt es? Wie werden Begriffe wie Belastung und Stress, aber auch Erholung so definiert, dass organisationsübergreifend das Gleiche darunter verstanden wird?

Dabei greifen sie tief in den Studien- und Forschungsschatz der wissenschaftlichen Archive und geben auf diese Weise einen Überblick über den Stand des akademischen Wissens. Die restlichen etwa 300 Seiten widmen die Autoren den praktischen Aspekten. Sie stellen bekannte Instrumente des betrieblichen Gesundheitsmanagements vor und Konzepte, wie Arbeit und Unternehmensorganisation so gestaltet werden können, dass sie nicht krank machen.

Interessant ist dabei, dass sie sich auch intensiv mit Managementkonzepten und ihrem gesundheitsschädigenden Potenzial auseinandersetzen, darunter auch so berühmte Beispiele wie Lean Management und Business Process Reengineering.

Das Buch schließt mit einer Diskussion der Möglichkeiten, die unterschiedlichen Aspekte des Lebens (Arbeit, Freizeit, soziales Engagement) miteinander in Einklang zu bringen. Die Autoren stellen Netzwerke vor, die sich gesundheitsfördernder Arbeit verschrieben haben, und berichten über Unternehmensbeispiele aus der Praxis.

Sie verzichten auf jegliche Schnörkel, wie sie aus der amerikanischen Managementliteratur bekannt sind. Entsprechend dicht ist das Buch mit Fakten, Beispielen aus der Praxis, Empfehlungen und Hinweisen auf weiterführende Literatur gefüllt. Wer sich mit dem Thema etwa im Personalbereich auseinandersetzen muss, findet hier ein kompetent geschriebenes und umfassendes Werk.

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