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DAS ULTRA-NIEDRIGPREISSEGMENT

aus Harvard Business manager Edition 4/2011

Das Ultra-Niedrigpreissegement wurde bekannt, als der amerikanische Autor C. K. Prahalad 2004 beschrieb, wie mit den Ärmsten der Armen Geschäfte gemacht werden können. Beispiele waren unter anderen der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, der mit extrem kleinen Packungsgrößen experimentierte. Seitdem hat sich die Entwicklung von ultrabilligen Produkten stark beschleunigt.

STARKES WACHSTUM

Wie sich dieser Markt entwickelt, erläuterte der amerikanisch-indische Professor Vijay Mahajan 2006 in seinem Buch "The 86% Solution - How to Succeed in the Biggest Market Opportunity of the 21st Century". Er weist unter anderem auf die Tatsache hin, dass das Familieneinkommen von 86 Prozent der Menschheit weniger als 10 000 US-Dollar pro Jahr beträgt. Diese Haushalte konnten sich bisher die typischen Produkte hoch entwickelter Länder (zum Beispiel Autos oder Körperpflegeprodukte) nicht leisten. Das starke Wachstum in Ländern wie China oder Indien lässt aber jedes Jahr viele Millionen Verbraucher die 10 000-Dollar-Grenze überspringen. Jahr für Jahr entsteht so eine neue relevante Zielgruppe für industrielle Produkte in niedrigsten Preislagen. Dieses Ultra-Niedrigpreissegment wächst deutlich schneller als die höheren Preissegmente - und es wird bezogen auf absolute Zahlen voraussichtlich sehr groß.

GROSSE VIELFALT

Ultra-Niedrigpreispositionierungen durchziehen zunehmend die unterschiedlichsten Märkte. Adidas will in armen Ländern einen Sportschuh für einen Euro vermarkten. Und auch Nestle hat angekündigt, in diesen Ländern preiswertere Produkte einzuführen. Dass die Stückzahlen bei solchen Niedrigstpreisen in die Hunderte von Millionen oder gar in die Milliarden gehen können, sieht man an der Verbreitung von Mobiltelefonen, von denen es inzwischen mehr als drei Milliarden gibt. Was heute noch als Ultra-Niedrigpreislage angesehen wird, kann in wenigen Jahren durchaus zur Normalpreislage werden.

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