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Was können Auslandsunternehmen gegen die Unterdrückung der Schwarzen in Südafrika tun? Apartheid schadet der Wirtschaft

Die Politik der Rassentrennung ist die Hauptursache, warum die Produktivität schwarzer Arbeiter in Südafrika eine der niedrigsten der Welt ist. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Befragung von 361 schwarzen Arbeitern und 60 weißen Managern. Dabei stellte sich heraus, daß die andernorts wirksamen Anreize zu mehr Leistung guter Lohn, interessante Aufgaben, Anerkennung, sichere Arbeitsplätze in Südafrika nicht greifen: Aus Sicht der zunehmend verbitterten Schwarzen ändern faire Arbeitsbedingungen und menschliche Behandlung im Unternehmen nichts an der Unterdrückung außerhalb der Fabriktore. Sie fragen sich, was höherer Lohn schon bedeute, wenn sie ja doch kein Haus außerhalb der schwarzen Slums kaufen dürfen. Oder was "Sicherheit des Arbeitsplatzes" heiße, wenn jemand fortgesetzt von Gefängnis oder Abschiebung bedroht ist. Die südafrikanischen Schwarzen arbeiten bereitwilliger und produktiver für Unternehmen, die sich am Kampf gegen die Rassentrennung beteiligen. So gewährt Volkswagen beispielsweise Arbeitern, die gegen Apartheidsgesetze verstoßen haben und inhaftiert werden, eine 75prozentige Lohnfortzahlung. Ferner gestattet der Autohersteller den Gewerkschaften Versammlungen auf dem Firmengelände, die in den Townships aufgrund der Notstandsgesetze untersagt sind. Und der Ölmulti BP und die Barclays Bank verstoßen mit dem Bau von Werkswohnungen, die Mitarbeitern aller Hautfarben offen stehen, bewußt gegen den Groups Area Act, der getrennte Siedlungsgebiete für Weiße, Asiaten, Mischlinge und Schwarze vorschreibt.
aus Harvard Business manager 1/1988
David T. Beaty, Oren Harari
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