Sonntag, 15. Dezember 2019

Wissenstransfer Wie Porsche von Studenten profitiert

Wie Wissenstransfer von der Universität in Konzerne funktioniert, zeigt Porsche. Der Sportwagenbauer lässt sich in der Entwicklung von Studenten helfen. Positiver Nebeneffekt: Die besten Nachwuchskräfte werden gleich an das Unternehmen gebunden.

Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gibt es bereits lange genug, um ihren Nutzen angemessen würdigen zu können. Derartige Formen der Zusammenarbeit sind hervorragend geeignet, um technische Innovationen hervorzubringen.

Porsche 911 Turbo:
Weit vor der Markteinführung, in der Entwicklung, lässt sich der Sportwagenbauer gezielt von Studenten helfen
Was die Methoden des Austauschs zwischen Unternehmen und Universitäten betrifft, gab es bislang allerdings kaum innovative Ideen. Nun suchen einige Firmen aber nach neuen Wegen, die universitäre Forschung besser für sich zu nutzen. Ein besonders erfolgreiches Modell stammt vom Automobilhersteller Porsche, der sich wissenschaftliches Know-how ins Unternehmen holte.

Porsche produziert nur ein Zehntel der Fahrzeuge, die BMW oder Mercedes herstellt. Dennoch schlug der Autobauer seine beiden großen Konkurrenten vor einigen Jahren bei der Entwicklung und Markteinführung eines revolutionären Keramikbremssystems.

Porsche war erfolgreich, obwohl das Unternehmen vergleichsweise spät mit dem Projekt begonnen hatte und nur ungefähr 10 Prozent der Ingenieure beschäftigte, die seine Mitbewerber aufzuweisen hatten. Zudem verfügte Porsche nur über wenige unternehmenseigene Experten für Leichtbau und Verbundstoffe.

Unsere Analyse des Innovationsmodells von Porsche zeigt, dass diese Leistung und andere Fortschritte im Bereich Forschung und Entwicklung darauf zurückzuführen sind, dass Porsche die offene Zusammenarbeit mit Externen pflegt. Eine besondere Rolle spielt dabei die Kooperation des Autobauers mit Hochschulen.

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Porsche arbeitet regelmäßig gemeinsam mit Universitäten an Projekten, für die dem Unternehmen das erforderliche Fachwissen fehlt. Jedes Jahr arbeiten rund 600 Studenten als Praktikanten, Werkstudenten oder im Rahmen ihrer Abschlussarbeit für vier bis sechs Monate an der Seite von 2000 Ingenieuren im Forschungs- und Entwicklungszentrum des Autoherstellers in Weissach.

Für bezahlte Praktika sowie externe Universitätsstudien oder Studien von Forschungsinstituten, die exklusiv für Porsche durchgeführt werden, steht ein jährliches Budget von bis zu 25 Millionen Euro zur Verfügung. Dieses Vorgehen erlaubt es dem Unternehmen, in der Grundlagenforschung lediglich zehn festangestellte Spezialisten zu beschäftigen, wohingegen bei BMW und Mercedes-Benz in diesem Bereich jeweils ungefähr 200 Mitarbeiter tätig sind.

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© Harvard Businessmanager 3/2006
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