Bilfinger, ThyssenKrupp, ABB Wo Finanzinvestor Cevian das Management aufmischt

Die schwächelnde Stahlsparte von ThyssenKrupp erweist sich zusehends als Bremsklotz. Das verschafft dem zweitgrößten Aktionär Oberwasser. Die Schweden fordern schon länger eine Zerschlagung des Konzerns. Vorstandschef Heinrich Hiesinger stemmt sich bislang erfolgreich dagegen. Aber wie lange noch?
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Cevian wurde 2002 von Christer Gardell (Foto) und Lars Förberg gegründet. Die Gesellschaft verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von mehr als zehn Milliarden Euro. Rendite erzielen die beiden Chefs vor allem mit der Strategie der "aktivistischen Investoren": Sie üben Druck auf das Management ihrer Beteiligungsfirmen aus, um deren Wert zu steigern.

Dabei steht Cevian derzeit selbst unter Druck ...

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..., die Geldgeber des schwedischen Investors würden nervös, wollten jetzt Resultate sehen, berichten Insider. Das betrifft beispielsweise auch den deutschen Traditionskonzern Bilfinger: "Bilfinger haben sie nicht verstanden und keinen Wertbeitrag geliefert", zitiert die "Wirtschaftswoche" einen Investmentbanker.

Beim schwächelnden Baudienstleister waren die Schweden 2011 eingestiegen und halten derzeit 26 Prozent der Anteile. Der neue Bilfinger-Chef Per Utnegaard hat kurz nach seinem Amtsantritt den Verkauf der Power-Sparte angekündigt. Am 13. April 2016 kündigte der überraschend seinen Rücktritt an - aus "persönlichen Gründen", wie es hieß.

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Auch beim Energie- und Automatisierungskonzern ABB treibt Cevian Berichten zufolge die Aufspaltung voran. Bei den Schweizern waren die Schweden 2015 eingestiegen, ihr Anteil liegt bei etwa 5 Prozent.

ABB begrüße jeden langfristig orientierten Investor, der die Ansicht teile, dass der Konzern zusätzlichen Wert schaffen könne, hatte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer zu dem Einstieg erklärt. Bei ThyssenKrupp ...

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... würde der Großinvestor Cevian am liebsten die Filetstücke Aufzüge oder Autozulieferung zu Geld machen. Die Aufzugsparte liefert zweistellige Margen - und auch Visionen für die Zukunft. Wie zum Beispiel, dass Aufzüge künftig drahtlos fahren und ihre Richtung ändern können. Dass die Summe der Sparten mehr wert sei als der Konzern als Ganzes, hatte Hiesinger längst als "Milchmädchenrechnung" abgekanzelt. Doch Hiesinger ist selbst unter Druck

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.. denn mit dem schwedischen Investor Cevian Capital sitzt dem Vorstand ein aggressiver und großer Anteilseigner (15,1 Prozent) im Nacken, der den Traditionskonzern gerne aufspalten würde, um so einen Mehrwert für seine zusehends ungeduldigen Geldgeber zu schaffen. Auch wenn Cevian auf der jüngsten Hauptversammlung mit seiner Forderung abblitzte, keine Dividende auszuschütten - die zuletzt vorgelegten mauen Zahlen verschaffen den Rebellen wieder Oberwasser.

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So bekräftigte der ThyssenKrupp-Chef (Bild) Ende Januar, die einzelnen Teile des Unternehmens noch viel enger zusammenzuschließen und verwies während der Hauptversammlung dabei auf "messbare Erfolge" bei Effizienz, Innovation und Mitarbeiterförderung. Allerdings stellen auch Analysten verstärkt die bohrende Frage, ob die erfolgreichen Sparten nicht doch vom Stahlgeschäft getrennt werden müssten. Sie sehen es als Hemmschuh für Aktie und den Konzern. Ziemlich deutlich ...

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... verritt zum Beispiel Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment diesen Standpunkt. "Thyssenkrupp wird sich von weiteren Sparten trennen müssen, um das Eigenkapital zu stärken", forderte Speich während der jüngsten Hauptversammlung. Wie Cevian das Ziel der Zerschlagung doch noch erreichen kann ist unklar....

Foto: Union Investment
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... zu stark scheint die Position der von Ursula Gather geführten Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung (hier mit Sportfunktonär Alfons Hörmann und Innenminister Thomas de Maizière). Beim Dividendenstreit hatte die Stiftung klar gegen Cevian votiert. Sie hält 23 Prozent des Kapitals und per Sonderrecht eine Sperrminorität, die es Cevian schwer macht.

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