Wirecards Gläubiger Diese Banken tragen hohes Risiko

Wie es mit Wirecard weitergeht, hängt maßgeblich an den Gläubigern. Nach dem Insolvenzantrag müssen mehrere Banken um ihr Geld fürchten. Hier sind die größten Geldgeber im Wirecard-Kreditsyndikat.
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Der Crash ist da - aber wie geht es weiter? Wirecard hat am 25. Juni Insolvenzantrag gestellt. Zuvor liefen Verhandlungen mit den Banken, die nach dem Fehlen einer testierten Bilanz ihre Kreditverträge kündigen konnten. Stecker ziehen oder stillhalten und Kredite zu neuen Konditionen verlängern, war die Frage. Jetzt ist sie mit gezogenem Stecker beantwortet - und die Gläubiger müssen sehen, ob sie noch an Wirecard verliehenes Geld wiedersehen; und wenn ja, wie viel.

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Genau das zu klären, ist der Job von Houlihan Lokey. Die US-Investmentbank (im Bild Chairman Irwin Gold) hat den Auftrag von Wirecard bekommen, "einen Plan zur nachhaltigen Finanzierungsstrategie" zu entwickeln. Schon der Name Houlihan Lokey sendete ein Signal: Das Haus ist auf große Insolvenzfälle und andere Sanierungen spezialisiert.

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Zu den größten Geldgebern einer 1,75-Milliarden-Euro-Kreditlinie zählt nach Informationen von manager magazin - die mit von Bloomberg berichteten  Zahlen übereinstimmen - die Commerzbank. Sie stellte als einer von vier Konsortialführern 200 Millionen Euro der bis Juni 2024 gewährten Kreditlinie bereit. Bankchef Martin Zielke schmückte sich einmal, "Wirecard ist einer unserer Kunden".

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Die gleiche Summe kam von der niederländischen Bank ABN Amro. Insgesamt hat Wirecard die Kreditlinie bislang zu rund 90 Prozent in Anspruch genommen. Einige hundert Millionen Euro wurden bereits im Herbst 2019 mit Hilfe neuer Anleihen und eines Softbank-Investments zurückgezahlt. Die tatsächlich noch im Feuer stehenden Summen sind also etwas geringer. Wirecard selbst warnt offiziell, insgesamt zwei Milliarden Euro an Krediten könnten gekündigt werden.

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Der Finanzplatz Amsterdam ist noch ein zweites Mal an der Spitze des Kreditsyndikats vertreten: Auch die ING, deren Chef Ralph Hamers vor dem Wechsel zur UBS steht, sagte 200 Millionen Euro zu. Die ING, eigentlich auf Massenkunden im Direktbanking spezialisiert, hat erst seit wenigen Jahren das deutsche Firmenkundengeschäft zu einer relevanten Größe aufgebaut.

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Vierte im Bunde der "Mandated Lead Arrangers" war die Landesbank Baden-Württemberg, die ebenfalls 200 Millionen Euro zur Wirecard-Kreditlinie beitrug. Jede für sich könnten die Banken einen Totalausfall wohl verkraften. Aus Finanzkreisen heißt es, sie wollten sich trotzdem auf eine Verlängerung zu veränderten Konditionen einlassen.

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Insgesamt sind 15 Banken an dem Kreditkonsortium beteiligt. Die genossenschaftliche DZ Bank steht mit 120 Millionen Euro in der zweiten Reihe der Wirecard-Geldgeber.

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Auch die Kreditgenossen von der früheren französischen Bauernbank Crédit Agricole beteiligten sich mit 120 Millionen Euro an dem Finanzabenteuer in Aschheim.

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In gleicher Höhe waren noch zwei Banken aus der Londoner City mit von der Partie: die Investmentbank Barclays ...

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... und die Lloyds Banking Group unter der Führung von Antonio Horta-Osorio. Offiziell will sich keiner der Beteiligten zu den Wirecard-Krediten äußern.

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In diesem Ranking steht man momentan lieber weiter hinten. Die Deutsche Bank kann sich mit 80 Millionen Euro in der dritten Reihe wähnen, gleichauf mit Bank of China, Citigroup und Mitsubishi UFG. Allerdings ...

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... kam laut "Financial Times"  ein weiterer, Anfang 2017 bekannt gewordener 150-Millionen-Euro-Kredit von der Deutschen Bank - nicht an Wirecard als Unternehmen, sondern an den nun zurückgetretenen Firmenchef Markus Braun persönlich. Dieser Kredit wurde offenbar mit Hilfe der Notverkäufe eines Großteils von Brauns Wirecard-Aktien am 18. und 19. Juni abgelöst. Laut Finanzkreisen hatte die Deutsche Bank dieses Risiko zuvor schon weitergereicht.

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Außerdem hat die Deutsche Bank Wirecard nicht nur mit Fremdkapital, sondern auch mit Eigenkapital versorgt: über die Fondstochter DWS, die 2019 eine massive Wette auf Wirecard-Aktien bis zum Maximum des Erlaubten einging. "Der große Einstieg war im Nachhinein falsch", räumte Starmanager Tim Albrecht gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"  ein. Die DWS habe den Großteil ihrer Aktien zwar gerade noch rechtzeitig verkauft, sehe aber gleichwohl "am Finanzplatz Frankfurt nur Verlierer". Gegen Wirecard und Braun will die Firma klagen.

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Hinter der Deutschen Bank reihen sich drei weitere Banken mit unterschiedlichen Beträgen als Teilnehmer des Kreditkonsortiums ein. Auffällig dabei: Neben der Agricultural Bank of China kommen zwei weitere Kreditgeber aus dem österreichischen Genossenschaftslager. Die Beiträge der Raiffeisen Bank Niederösterreich und Raiffeisen Bank Oberösterreich addieren sich auf mehr als 100 Millionen Euro. Österreich ist die Heimat von Markus Braun und seinem freigestellten Adlatus Jan Marsalek ebenso wie der verbliebenen Vorstandskollegin Susanne Steidl und von Aufsichtsratsvize Stefan Klestil.

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