Wendehälse und Revoluzzer Wie sich Top-Manager jetzt bei Trump anbiedern

Noch vor Wochen war Donald Trump für viele Manager der Inbegriff des Bösen. Eine Linie, an die sich manche Wirtschaftsführer plötzlich gar nicht mehr erinnern wollen - schließlich soll das Geschäft keinen Schaden nehmen. Andere geben sich kampfbereit.
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Vor der Wahl gehörte Walt-Disney-CEO Bob Iger zu einem der prominentesten Fürsprecher Hillary Clintons. Er bot der Kampagne seine Hilfe an und unterstützte die demokratische Kandidatin finanziell. Nach der Wahl stimmte Iger, der sich mit seinen Aktionen den Ärger vieler Republikaner zugezogen hatte, plötzlich mildere Töne an und kündigte an, Trump einen Vertrauenvorschuss geben zu wollen. Nach einer solche Wahl müsse jeder Amerikaner sich einen Moment nehmen, um zu verstehen, welche Nachricht die Wahl ausgesandt hätte. Mit der von Trump favorisierten Senkung der Unternehmensteuer kann sich Iger - wie so mancher Unternehmenschef - sowieso anfreunden.

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Auch Under-Armour-Chef Kevin Plank war einer der CEOs, die sich schnell auf die neue Situation einstellten. Der Spender für Hillary Clinton nahm den Sieg Trumps sportlich. Im Sport heiße es immer: "Magst Du den neuen Coach?" schreibt er. "Aber dies wird unser neuer Präsident sein, und wir müssen das annehmen ... Ich hoffe, das wird ein einigender Moment für Amerika."

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Deutlich konsequenter und klarer fiel die Reaktion von Pepsi-CEO Indra Nooyi aus. Auf die Frage nach ihrer Reaktion auf das Wahlergebnis bat sie um eine Packung Taschentücher, um Trump gleich darauf wegen seiner frauenfeindlichen Äußerungen anzugehen. "Vergessen sie die Marke Pepsi. Wie können Sie es wagen, so über Frauen zu sprechen", erregte sie sich. Das Wichtigste sei nun, die Sicherheit eines Jeden in den USA sicherzustellen, forderte sie. "Daran hat das Ergebnis dieser Wahlen nichts geändert."

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Deutlich flexibler zeigte sich T-Mobile US-Chef John Legere . Der Manager, der sich zu Beginn des Wahlkampfes über Twitter mit Trump angelegt hatte, war schon im Verlauf des Wahlkampfes - wohl aus geschäftlichen Überlegungen - deutlich zurückhaltender geworden. Als Trump schließlich als Sieger feststand, wurde Legere noch zahmer. Zusätzlich zum Glückwunsch an den Wahlsieger twitterte der Social-Media-Profi: "Lasst uns sehen, was ein unkonventioneller, untypischer Nicht-Politiker für Amerika tun kann."

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Salesforce-CEO Marc Benioff , einst bekennender Unterstützer von Hillary Clinton und Kämpfer für die Rechte von Homosexuellen, zeigt sich ebenfalls versöhnlich. Neben Glückwünschen an Trump twitterte der Manager, der Trump im Wahlkampf noch als Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft bewertet hatte: "Das ist es, was Amerika groß macht - unsere Demokratie." Nun müsse Amerika als Nation zusammenstehen.

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Der Sprint-CEO und gebürtige Bolivianer Marcelo Claure hatte - wenig überraschend - während des US-Wahlkampfs keinen Hehl aus seiner Präferenz für Hillary Clinton gemacht. Nach der Wahl zeigte er sich jedoch geschäftsmäßig versöhnlich. Nach der Wahl sei es nun Zeit, der Entzweiung ein Ende zu bereiten, erklärte er. Deshalb werde er die demokratische Entscheidung respektieren und Trump eine faire Chance geben.

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Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehört zu den Managern, die sich nach der Wahl mit Kritik zurückhielten. Auf seiner Timeline zeigte sich der Facebook-Gründer nach der Wahl mit Töchterchen Max - und einem dicken Smiley. Stimmungslage: hoffnungsvoll...

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... seine Kollegin, Facebook-COO Sheryl Sandberg , die anders als Zuckerberg öffentlich für Hillary und ihre Ziele eingetreten war, schlug da schon etwas andere Töne an - wenn auch sehr versöhnliche. Eine Demokratie zeichne sich durch einen friedlichen Machtwechsel aus, schrieb sie und rief ihre Facebook-Follower auf, sich noch mehr anzustrengen, um für jeden im Land eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Deutlich darstischer viel die Reaktion von Tech-Unternehmer und Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz auf das Wahlergebnis aus. Er retweetete eine Reaktion auf eine Facebook-Aufforderung, sich mit den neu gewählten Repräsentanten vertraut zu machen. "Eat shit Facebook".

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Virgin-Gründer Richard Branson hat während des Wahlkampfes nie einen Hehl aus seiner Präferenz für Hillary Clinton gemacht. Anders als viele seiner Kollegen scheint er die Schmutzkampagne allerdings nicht vergessen zu haben. Das Wahlergebnis sei - wenn auch mit Bedauern - zu akzeptieren, schrieb er, erinnerte aber in einem Blogeintrag auch daran, wie viel Frauenfeindlichkeit es im Wahlkampf gab Wahlkampfes.

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Jeff Bezos, der im Wahlkampf noch angeboten hatte, Donald Trump auf den Mond zu schießen und dem Trump am liebsten ein Kartellverfahren angehängt hätte, versuchte sich ebenfalls als Beschwichtiger und gratulierte Trump per Twitter. Er werde dem neuen Präsidenten mit offenem Geist begegen, kündigte er an und wünsche ihm "großartigen Erfolg für seinen Dienst am Land". Durch den Kursabsturz der Amazon-Aktie in den drei Tagen nach der Wahl verlor Bezos mehr als eine Milliarde Dollar an Vermögen - nun hofft er auf Erholung.

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Auch Starbucks-Chef Howard Schultz - ein bekennnder Befürworter Clintons - fand beschönigende Worte für den "nie dagewesenen Wahlkampf". Nachdem die Wahl nun auf Trump gefallen sei, sei es die Verpflichtung aller Bürger, ihm die Chance zu geben, das Land gut zu führen und wieder zu vereinen", schrieb er in einem Brief an die Belegschaft.

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Apple-CEO Tim Cook, der ebenfalls mit Trump inhaltlich aneinander geraten war und von Trump sogar einen Boykott-Aufruf kassierte, appellierte mit einem Zitat von Martin Luther King an die Mitarbeiter, trotz des Wahlergebnisses nicht aufzugeben."Wenn Du nicht fliegen kannst, dann renne. Wenn du nicht rennen kannst, dann gehe. Wenn Du nicht gehen kannst, dann krabble - aber was auch immer Du tust, Du musst Dich weiter nach vorn bewegen."

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Der scheidende Macy-CEO Terry J. Lundgren hingegen, kommentierte Trumps Wahlsieg auf eine ganz eigene Weise. Indem er die Entscheidung seines Warenhauses, keine Trump-Produkte zu verkaufen, als weiterhin richtig verteidigte. Viel bei den Trump-Gegnern nützen dürfte es dem angeschlagenen Unternehmen allerdings nicht. Weil Macy's auch weiter Produkte von Trump-Tochter Ivanka vertreibt, befindet sich der Händler weiter auf den Boykott-Listen der Trump-Gegner.

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Twitter-Gründer Jack Dorsey reagierte gleich mit einer ganzen Reihe von Grundsatz-Tweets auf das Wahleregebnis: Amerika sei auf den Grundsatz gebaut: "Alle Menschen sind gleich", schrieb er. Und es sei die Verpflichtung aller, dafür zu sorgen, dass besonders die politischen Führer dies auch beachteten.

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