Lufthansa greift nach Air Berlin So sortiert dich der deutsche Luftraum neu

Air Berlin wird faktisch zerschlagen, die Lufthansa sammelt die Trümmer auf - und es gibt noch lachende Dritte: Die Luftfahrt in Deutschland ändert sich einschneidend. Hier die wichtigsten Entwicklungen in sieben Thesen.
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Air Berlin, wie wir es kennen, gibt es nicht mehr: Die Fluggesellschaft, die sich noch vor wenigen Jahren auf einem selbstbewussten Wachstumskurs befand, ist weitgehend am Ende. Satte 1200 Mitarbeiter müssen angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten gehen, auch die Flotte wird auf 70 Maschinen halbiert. Großaktionär Etihad hat das Vertrauen verloren, die Lufthansa will die Berliner integrieren.

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Die Lufthansa greift an - sollte sich aber nicht zu sicher fühlen: Nicht nur die Vereinnahmung von Air Berlin macht die größte deutsche Airline selbstbewusst. Zudem hat der Vorstand um Carsten Spohr beschlossen, Brussels Airlines komplett zu übernehmen. Auch ein Joint Venture mit Air China für den Asienverkehr verbessert die Position der Kranich-Airline. Damit hat die Lufthansa günstige Gelegenheiten genutzt - operativer Erfolg im Kampf gegen Wettbewerber aus dem Billigsegment oder Arabien ist ihr damit aber noch lange nicht garantiert.

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Die neue Eurowings ist richtig startklar: Wo es Verlierer gibt (Air Berlin), gibt es auch Gewinner - wie in diesem Fall die Lufthansa-Tochter Eurowings. Sie bekommt auf die Schnelle 38 Maschinen aus dem Air-Berlin-Bestand zu einem vermutlich attraktiven Mietpreis. Damit erreicht der Niedrigpreis-Flieger eine gute Kampfgröße von etwa 160 Flugzeugen und ist die europäische Nummer drei in dem Segment.

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Etihads Europa-Angriff ist vorerst verpufft: Die Airline aus Abu Dhabi hatte mit Air Berlin große Pläne für ein europäisches Standbein. Nun ruhen die Hoffnungen auf der 49-Prozent-Beteiligung Alitalia. Doch auch die Italiener schreiben (noch) notorisch Verluste. Etihads Gegenrezept heißt wie bei Air Berlin: sparen. Doch die Uhr tickt: In Italien hat Ryanair den Ex-Platzhirschen auf Inlandsflügen als Nummer Eins bereits verdrängt.

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Der Ferienfliegermarkt sortiert sich neu: Das Desaster um Air Berlin wirkt sich auch auf den Ferienfliegermarkt aus. An den Start geht eine neue Gesellschaft, in die Maschinen der Tui-Tochter Tuifly und von Air Berlins Marke Niki einfließen. Gänzlich uninteressiert an den Vorgängen zeigt sich auch die Lufthansa nicht. Man schaue immer nach Gelegenheiten, sagte Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt - gefragt, ob die Lufthansa an der Neuausrichtung des Ferienflieger-Marktes mitwirken wolle.

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Die Preise drehen womöglich wieder nach oben: Für Branchenexperten ist das, was gerade in der europäischen Luftfahrtindustrie passiert, nichts anderes als eine Konsolidierung. Die Zeiten, in denen Airlines mit niedrigen Preisen blind expandierten, sind offenbar zunächst vorbei. Stattdessen konzentrieren sich Flugzeuge zunehmend in den Händen weniger Gesellschaften. Das kleine Einmaleins der Marktwirtschaft legt nahe, dass deshalb die Ticketpreise steigen. Wettbewerbsexperte Justus Haucap rechnet mit 10 bis 20 Prozent. Zuletzt steigende Ölpreise verstärken den Trend.

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Easyjet und Ryanair sind (nicht ganz so) heimliche Gewinner: In Dublin und London verfolgen die Manager von Easyjet und Ryanair die gegenwärtige Neuordnung des Luftraums über Deutschland (und anderen Teilen Europas) sicher auch mit freudigen Gefühlen. Zwar erwächst ihnen in Eurowings nominal ein potenter Konkurrent. Doch die Konsolidierung nimmt den Billigheimern vermutlich auch etwas Wettbewerbsdruck weg - vor allem, wenn die Preise nun etwas steigen. Gelegen kommt den Discountern auch, dass etablierte Flughäfen wie Frankfurt um sie buhlen, weil die Nachfrage nach Flugreisen in Mitteleuropa langsamer wächst als erwartet.

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