Rendite vs Sicherheit Was Investoren wollen

Investoren wollen trotz des wackeligen Börsenumfelds "mehr" - mehr Rendite für ihre Kunden. Allerdings haben sie auch Sorgen. Und die stammen nicht von der Börse selbst, zeigt eine aktuelle Studie.
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Gier ist gut, raunte Michael Douglas in seiner Paraderolle als Börsenhai Gordon Gekko im Film „Wall Street". Sein Wort hallt offenbar nach. Denn der Hunger nach Renditen ist höher als im Vorjahr, wie mit der Risikomanagementstudie 2015 eine aktuelle Erhebung der Fondsgesellschaft Union Investment herausfand. Eine der Fragen an die befragten Profiinvestoren lautete, welcher der drei Aspekte Sicherheit, Liquidität und Rendite derzeit am wichtigsten sei.

25 Prozent gaben 2015 Rendite an, 2014 waren es nur 19 Prozent. 2015 markiert damit den höchsten Wert seit 2007. Liquidität ist mit 11 Prozent weniger wichtig als im Vorjahr. Und Sicherheit? Wie im Vorjahr 64 Prozent. Diese drei Aspekte gelten in Finanzkreisen als magisches Dreieck, weil sie nicht gleichermaßen zu realisieren sind. Denn eine sichere Anlage, die jederzeit verkäuflich ist und hohe Erträge abwirft, gibt es nicht. Nur in unseriösen Prospekten.

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Entsprechend bestimmt Unsicherheit die Börse. Angesichts neuer Hiobsbotschaften von Volkswagen (VW) lassen Anleger die Aktie nervös fallen - am Donnerstag rutschte sie wieder deutlich unter die Marke von 100 Punkten.

Vor allem die Regulierung ist es, die den Profis übel aufstößt. Befragt, ob alle Investoren trotz der Vorgaben ihre Anlageziele im Jahr 2018 würden einhalten können, hieß es im Schnitt „Nein“, 43 Prozent der Industrie werde unter Plan liegen.

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Restriktionen passen da nicht gut ins Selbstbild. Restriktionen, das sind vor allem gesetzliche Regulierungen, wie sie die Regierungen der Welt infolge der Finanzkrise und deren Nachwehen erlassen haben. Sie sollten verhindern, dass Investoren zu viele Risiken eingehen – und dann unter Umständen vom Steuerzahler gerettet werden müssen.

Trotzdem glauben 73 Prozent der Befragten, ohne Restriktionen höhere Renditen erzielen zu können. Im Vorjahr lag die Skeptiker-Quote noch 71 Prozent.

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Wer sich nun hämisch zurücklehnen will, kann das selbstredend tun – doch im Hinterkopf behalten, dass die Befragten keine Hedgefondsmanager aus London oder Private-Equity-Experten der Wall Street sind, deren Produkte in aller Regel nur von Superreichen gekauft werden. Nein, es sind jene Männer und Frauen, die den Wohlstand des Durchschnittsdeutschen in ihren Händen halten: Manager von Versicherungen, Pensionskassen oder auch Stiftungen. Und die versuchen für ihre Kunden im vorgegebenen Umfeld Geld zu investieren. Angesichts der niedrigen Leitzinsen eine schwierige Aufgabe.

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Rolf Vennenbernd/ picture-alliance/ dpa