Vor dem Ausverkauf Industriebeteiligungen spanischer Banken

Spaniens Banken erwarten Milliardenhilfe der Euro-Staaten. Doch im Gegenzug für das frische Kapital müssen vor allem die maroden Sparkassen ihre Bilanzen sanieren. Riesige Industriebeteiligungen stehen vor dem Verkauf.
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Spaniens Banken erwarten Milliardenhilfe der Euro-Staaten. Doch im Gegenzug für das frische Kapital müssen vor allem die maroden Sparkassen ihre Bilanzen sanieren. Riesige Industriebeteiligungen stehen vor dem Verkauf.

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Mehr als 300 Milliarden Euro sollen die Anteile der Banken an spanischen Unternehmen wert sein - obwohl die Kurse bereits stark gefallen sind. Vor allem die Sparkassen sind besonders an Immobilien- und Baugesellschaften beteiligt, die unter der Krise ohnehin leiden. Der Immobilienkonzern Metrovacesa, der vor allem erstklassige Büro- und Geschäftszentren, auch ein Hochhaus in Frankfurt betreibt, gehört fast ausschließlich den Banken Santander, Bankia, BBVA, Sabadell und Banco Popular.

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Vor allem die aus sieben fusionierten Sparkassen entstandene Bankia hat ein breites Portfolio angehäuft - und nach ihrer Verstaatlichung eine Verkaufswelle angekündigt. Zu ihren Aktiva zählt auch die internationale Hotelkette NH Hoteles, die sich vorwiegend an Geschäftsreisende richtet. Neben dem 15-Prozent-Anteil der Bankia zählen auch die Sparkassen Kutxabank, Ibercaja und Banco Mare Nostrum zu den Großaktionären.

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Ähnlich geht es dem Börsenbetreiber Bolsas y Mercados Españoles, an dem neben der Bankia auch die katalanische Caixabank und die baskische BBVA beteiligt sind. Diese beiden gelten immerhin als relativ solide Banken, die laut IWF-Urteil wohl ohne Staatshilfe auskommen und daher an ihren Anteilen festhalten könnten - es sei denn, die fallenden Kurse reißen Löcher auch in ihre Bilanzen.

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Auch im Luftfahrtgeschäft mischt die Bankia groß mit: Die aus British Airways und Iberia fusionierte Holding IAG gehört ihr zu 12 Prozent.

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15 Prozent beträgt der Bankia-Anteil am Versicherungskonzern Mapfre, immerhin noch 5 Prozent an einem weiteren Aushängeschild der spanischen Wirtschaft ...

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Der Energiekonzern Iberdrola gehört zu weiteren 5 Prozent der Kutxa Bank und zu einem kleineren Teil der Unicaja, die bereits die staatlich gerettete Caja España-Duero übernommen hat.

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Iberdrola zählt zu den Global Players der erneuerbaren Energien. Der Stolz manifestiert sich in der im Februar eingeweihten neuen Zentrale in Bilbao. Die Cajas als Großaktionäre halfen dem Management auch, einen jahrelangen feindlichen Übernahmeversuch des Baukonzerns ACS, der inzwischen die deutsche Hochtief kaufte, abzuwehren.

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Sogar 20 Prozent hält Bankia an dem IT-Konzern Indra Sistemas, der unter anderem Verkehrstechnik und Sicherheitssysteme herstellt und sich als Nummer zwei der Branche in Europa sieht. Daran ist auch die Liberbank mit 5 Prozent beteiligt, ebenfalls aus einer Sparkassenfusion entstanden.

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Am Telefonkonzern Telefónica, der auch in Deutschland mit der Mobilfunktochter O2 präsent ist, halten die BBVA 7 und die Caixabank 5 Prozent der Anteile. Telefónica hat mit seiner soliden Bilanz bisher stets üppige Dividenden ausgeschüttet, spürt inzwischen aber auch den Standortnachteil des Heimatsitzes Spanien: die Refinanzierungskosten steigen, jetzt stehen auch eigene Beteiligungen zum Verkauf.

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Eher unfreiwillig ist der Ölkonzern Repsol seine argentinische Tochter YPF losgeworden - sie wurde verstaatlicht. Jetzt braucht der Konzern eine neue Wachstumsstrategie. Die Caixabank aus Barcelona dürfte vorerst an ihrem 13-Prozent-Anteil festhalten. Ankeraktionärin ist sie bei ...

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Abertis: Der Autobahn- und Flughafenbetreiber gehört der Caixabank zu 28 Prozent.

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Auch am Gaskonzern Gas Natural Fenosa hält sie 35 Prozent. Praktisch die ganze spanische Wirtschaft hofft, dass die Sparkassen nicht zu einem rapiden Ausverkauf ihrer Aktienbeteiligungen gezwungen werden.

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