Rennen um US-Präsidentenwahl Auch Elizabeth Warren gibt den Kampf ums Weiße Haus auf

Der Wahlkampf ums Weiße Haus spitzt sich immer mehr zu - erneut gibt eine Anwärterin auf.
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Elizabeth Warren (70) machte Bernie Sanders entscheidende Stimmen des progressiven Flügels streitig - oder umgekehrt. Doch damit ist nun offenbar Schluss: Wie mehrere US-Medien berichten, wirft auch Warren das Handtuch und beendet ihre Kampagne um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in den USA. Grund sei das schlechte Abschneiden beim großen Vorwahltag "Super Tuesday" in dieser Woche, heißt es.
Noch im Oktober hatte Warren in Umfragen und auf Wettbörsen an der Spitze gelegen. Die Wut über die Finanzkrise trieb die frühere Harvard-Professorin, eine Spezialistin für Insolvenzrecht, in die Politik. 2012 wurde die Bankenkritikerin zur Senatorin von Massachusetts gewählt. Warren wirbt für eine Vermögensteuer auf "Ultramillionäre" und einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde. Nach Warrens Ausscheiden konzentriert sich der Wettstreit der Demokraten auf zwei Männer:

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Favorit bei den Demokraten ist nun Joe Biden, der wohl der einzige 77-Jährige ist, der sich "Comeback Kid" nennen darf. Mit seinem klaren Sieg am Samstag in South Carolina und am anschließenden "Super Tuesday" in mehreren Staaten hat der frühere Vizepräsident die Vorwahlen der Demokratischen Partei binnen weniger Tage gedreht. Nach schwachem Start im Februar galt Biden schon fast als abgemeldet, jetzt ist er wieder der Favorit, um Donald Trump im November herauszufordern. Biden verkörpert die Rückkehr zu etablierter Politik. Er wurde schon 1972 in den Senat gewählt.

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Aus Angst vor ihm hat die Partei sich um Joe Biden geschart: Der Linke Bernie Sanders (78) bekam in den ersten drei Vorwahlen die meisten Stimmen und schien kaum noch zu stoppen. Sanders, der schon 2016 die Parteifavoritin Hillary Clinton gefährlich herausforderte (die dann gegen Trump verlor), bezeichnet sich selbst als Sozialist und will eine "Revolution" - für einen Sozialstaat nach europäischem Muster. Nach dem "Super Tuesday" stehen seine Chancen schlecht, aber er bleibt im Rennen. Immerhin liegt er im weitaus größten Staat Kalifornien vorn. Sanders hat vor allem unter Jungwählern und Latinos viele Fans. Er hat eine beispiellose Summe an Kleinspenden eingeworben.

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Für Michael Bloomberg (78) war der "Super Tuesday" die große Wette - und sie ging schief. Der Multimilliardär gab auf und unterstützt nun Biden. Er war erst im November ins Rennen eingestiegen, zu spät, um noch auf die Stimmzettel für Februar zu kommen. Am Dienstag zeigte sich nun erstmals, wie gut rund eine halbe Milliarde Dollar allein für TV-Spots angelegt waren: Bloomberg gewann nur hier und da einige Delegierte, und den ersten Platz im kleinen Überseegebiet Amerikanisch Samoa. Er war angetreten, um Sanders zu verhindern, weil er das Joe Biden nicht zutraute. Da Biden nun doch das Comeback gelingt, wirkt der Einsatz überflüssig.

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Der zweite Milliardär im Rennen hatte diesen Schluss bereits gezogen: Tom Steyer (62) setzte wie Bloomberg massiv eigenes Vermögen vor allem für Werbespots ein, bis Ende Januar waren es mehr als 250 Milliarden Dollar. Das reichte für rund 10 Prozent der Stimmen in Nevada und South Carolina, und damit null Delegierte. Der Hedgefonds-Gründer gab sein Vorhaben vor dem "Super Tuesday" auf.

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Ebenfalls zurückgezogen hat sich Pete Buttigieg (38), der in den ersten beiden Vorwahlen noch mit an der Spitze lag. Der frühere Bürgermeister der Provinzstadt South Bend war der Überraschungsstar der Kampagne, die ihn als pragmatischen Hoffnungsträger überhaupt erst landesweit bekannt machte - auch wenn er erst die Aussprache seines Namens erklären musste. Buttigieg wirbt jetzt für Biden, ebenso wie viele andere Parteigrößen.

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Auch Amy Klobuchar (59), die zumindest Achtungserfolge erzielen konnte und in ihrem Heimatstaat Minnesota die Umfragen anführte, gab am Montag zugunsten Joe Bidens auf.

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Tulsi Gabbard (38), Mitglied des Repräsentantenhauses aus Hawaii, scheint sich nicht viel aus ihren Misserfolgen in Serie zu machen. Die Irak-Veteranin besetzt mit einer radikalen Wende in der US-Außenpolitik eine Nische. Bisher brachte ihr das einen einzigen Delegierten aus ihrem Geburtsland Samoa. Die Aufmerksamkeit für Gabbard stieg, als Hillary Clinton argwöhnte, Gabbard nutze die Demokraten nur als Bühne, um - von Russland unterstützt - schließlich eine unabhängige Kandidatur anzustreben und so Donald Trump zum Wahlsieg zu verhelfen.

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Donald Trump (73) ist zwar nach wie vor nicht übermäßig populär. Der US-Präsident kann sich aber trotzdem steigende Chancen auf eine Wiederwahl im November für eine zweite Amtszeit ausrechnen. Denn die oppositionellen Demokraten sind nicht nur mit einem Amtsenthebungsverfahren gescheitert, sie steuern auch auf ein mögliches Parteitagschaos zu und laufen Gefahr, eigene Anhänger zu vergraulen.

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Auf Seiten der Republikaner ist Trump fast unangefochten. Parteiinterne Herausforderer sind rar. Einer davon ist Bill Weld (74), der in den 90er Jahren Gouverneur von Massachusetts war und bei der vorigen Präsidentenwahl als Vize der Libertären Partei antrat. In Iowa bekam er nur einen Delegierten, in New Hampshire immerhin knapp 10 Prozent. Seine Kandidatur dient als Ventil für Republikaner, die der Prä-Trump-Ära nachtrauern. In vielen Staaten hält die Partei gar keine Vorwahlen mehr ab.

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