Übersicht Was die Handschrift der Vorstandchefs verrät

Sie ist das letzte bisschen Persönlichkeit im digitalisierten und durchgestylten Auftreten der CEOs: Die Unterschrift. Wer unterschreibt so, dass garantiert keiner erkennt, wer dahinter steckt? Bei wem kommt der Schuljunge hervor, sobald er zum Stift greift? Wer will mit seiner Unterschrift sein Revier markieren? Schreibcoach Susanne Dorendorff analysiert für manager magazin online die Signaturen der Vorstandschefs.
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Zur Unterschrift von Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt Schreibcoach Dorendorff fest:

"Das ist kein Z, das ist ein A! Er möchte ganz vorne sein. Dabei könnte man aus einem Namen wie "Zetsche" richtig viel machen, mehr als nur einen Buchstaben. Man merkt, auch an der Anrede: Zetsche hat keine Lust zu schreiben, er hat keine Beziehung zu seiner Schrift." Kritik erntet auch ...

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... die Signatur von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn:

"Das ist eine Schulschrift, die Buchstaben fliegen. Besonders die Unterschrift ist viel zu klein. Es ist übrigens nicht so wichtig, dass ein Name leserlich ist. Wenn die Unterschrift ein in sich geschlossenes Bild abgibt, reicht das. Die optische Wirkung wird intuitiv aufgenommen, man hinterlässt eine Spur." Beim Blick auf ...

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... die Signatur von Bayer-Chef Marijn Dekkers fällt der Expertin auf:

"Diese umfassende Anrede, doppelt so lang wie bei den anderen, ist das größte Maß an Wertschätzung, das er seinen Aktionären und Aktionärinnen entgegenbringen kann. Dazu eine schöne Unterschrift, mit persönlichem "Ihr" vorweg - ein sympathischer Mann, persönlich sehr involviert in seinen Job." Lobende Worte ...

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... findet Schreibcoach Dorendorff auch für die Signatur von Siemens-Chef Joe Kaeser:


"Kaeser hat das selbst geschrieben, das erkennt man. Und wie bei allen: Oben in der Anrede hat er sich Mühe gegeben, schreibt ganz ordentlich, hat wahrscheinlich an die Schule gedacht. Die Unterschrift ist mir dagegen etwas zu klein. "Herzlichst" ist zugewandt, das gefällt mir - könnte aber auch von seiner US-Prägung her rühren." Bei der Unterschrift von ...

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... Bilfinger-Chef Herbert Bodner bemängelt die Expertin:

"Die Unterschrift soll Herbert Bodner heißen, das erkennt man aber nicht. Das H sieht aus wie ein W. Er hat kein Verhältnis zum Schreiben, der wird nur noch vorm PC sitzen. Wahrscheinlich hat er auch sehr klein unterschrieben, denn der Scan der Unterschrift ist sehr hochgefahren." Die Unterschrift ...

Foto: Bilfinger
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... von Commerzbank-Chef Martin Blessing analysiert die Schriftexpertin wie folgt:

"Hier sieht man sehr schön, wie er "Sehr geehrte" einfach so hingeschrieben hat, das floss so aus ihm raus, und bei "Aktionärinnen und Aktionäre" musste er sich dann konzentrieren, hat richtig hingeschaut. Das sieht man dem Schriftbild an. Die Unterschrift ist sehr gut, man könnte sie fast lesen. Dabei macht er etwas sehr wichtiges richtig gut: Er ist raumgreifend. Er zieht das Ende länger, besetzt damit sein Territorium, macht sich groß und sagt damit: ICH bin jetzt hier. Einzig für die Kraft, die er hat, könnte er größer schreiben." Viel Lob gibt es auch ...

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... für die Signatur von Linde-Chef Wolfgang Büchele:

"Eine gute Unterschrift! Dieser Mann liebt sich, er setzt ein Zeichen in die Welt, er weiß, wie wichtig Unterschrift ist. Er dominiert den Laden, das kann man erkennen. Einer wie Büchele käme nicht auf die Idee, ein "herzlichst" davor zu stellen. In der Anrede hat er allerdings die Schrift eines Schülers."

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Zur Unterschrift von DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch heißt es:

"Man sieht, dass er Druckschrift gelernt hat, die Buchstaben in der Anrede stehen einzeln und unverbunden da. Sie fliegen. Es es ist eine unsichere Schrift. Und niemals mit Filzstift oder Kuli unterschreiben, sondern mit Tinte und breiter Feder. Und unterschreiben nicht vergessen." Ein Bewusstsein für Stil ...

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... erkennt die Expertin in der Unterschrift von Metro-Chef Olaf Koch:

"Dies ist eine designte Unterschrift, dieser Mann weiß, was es bedeutet, eine gute Unterschrift zu haben. Besonders wenn man die Unterschrift mit der Anrede vergleicht, ist sie wider Erwarten richtig gut. Der hat geübt, und das ist völlig - das machen übrigens viele. Dabei geht es nicht um Schönschrift, eine Unterschrift soll ausdrucksstark sein."

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Zur Unterschrift von Continental-Chef Elmar Degenhart bemerkt Schreibcoach Dorendorff:

"Degenhart schreibt deutlich, etwas nach links geneigt, was übrigens überhaupt nicht schlimm ist. Das wird in der Schule oft abtrainiert, aber das ist falsch, jeder soll so schreiben, wie es fließt! Sonst denkt er doch die ganze Zeit nur über seine Schrift nach. Die Unterschrift finde ich ok. Wie viele wird er zum Schluss zu flusig. Eigentlich sollte er zum Ende noch einen Punkt setzen. Zum Beispiel, indem man am Ende den Stift noch einen Moment ruhen lässt auf dem Ende. So hat die Unterschrift ein würdiges Ende."

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Zur Signatur von Post-Chef Frank Appel bemerkt die Expertin:

"Diese Unterschrift aus dem Aktionärs-Brief von 2011 ist viel zu klein - dabei hat Frank Appell doch so einen schönen Namen! Inzwischen hat ....

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... Frank Appel die Anrede und Unterschrift ja ganz weggelassen. Das finde ich unglaublich - ein Unternehmen wie die Deutsche Post, mit seiner Geschichte, in der es ums Briefschreiben geht, verzichtet ganz auf einen handschriftlichen Gruß? Ach, Herr Appel!" Besser fällt das Urteil ...

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... zur Unterschrift von K+S-Chef Norbert Steiner aus:

"Steiner schreibt verbunden, fließend, nach rechts geneigt. Eine schöne Unterschrift. Da merkt man: Er hat Lust, hier zu unterschreiben. Toll! Der Schriftduktus unterscheidet sich in Unterschrift und Anrede - hier bemüht er sich ordentlich zu schreiben." Ganz im Gegensatz dazu stehe ...

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... BASF-Chef Kurt Bock wiederum interpretiert Schreibcoach Susanne Dorendorff wie folgt: "Dies ist die Unterschrift eines hochemotionalen Menschen. Sie ist recht klein, aber sehr verbunden und sehr gut. Dass er die Aktionäre nicht persönlich anschreibt, finde ich schade - diese freundliche Geste der Wertschätzung könnte er sich ruhig abringen."

Foto: BASF
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