Mein Stahlwerk, mein Fußballclub, meine Armee Wie die reichsten Ukrainer Krieg führen

Sie dominieren die ukrainische Wirtschaft - und trommeln für den Zusammenhalt ihres Landes: Zwielichtige Oligarchen wie Rinat Achmetow bieten Russland die Stirn. manager magazin online gibt einen Überblick.
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Rinat Achmetow: Der Oberoligarch besitzt die größten ukrainischen Konzerne in Sektoren wie Stahl, Strom, Telekommunikation und vielem mehr, nebenbei auch den erfolgreichsten Fußballclub. Seine Heimat ist ausgerechnet die kriegszerstörte Rebellenhochburg Donezk nahe der russischen Grenze.
Auch gegen seinen politischen Einfluss als Finanzier des damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch richtete sich der Umsturz 2014. Doch jetzt könnte Achmetow die Einheit des Landes retten. Zehntausende Arbeiter mobilisierte er im Mai, um die Hafenstadt Mariupol in der Ukraine zu halten. Im Krieg ist das Vermögen des reichsten Ukrainers laut "Forbes" schon von 16 auf 7 Milliarden Dollar geschrumpft. Westliche Gläubiger könnten dem Stahlimperium nun sogar den Garaus machen.

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Ihor Kolomojsky: Der führende Bankeigner des Landes mit einem Vermögen von 1,4 Milliarden Dollar laut "Forbes" hat schon länger Erfahrung mit Privatarmeen, die ihm früher bei Firmenübernahmen nützlich gewesen sein sollen. Er ließ die prorussischen Rebellen frühzeitig aus seinem Industrierevier Dnipropetrowsk vertreiben und amtierte dort für ein Jahr bis März 2015 als Gouverneur. Dann geriet er wegen der vom Parlament beschlossenen Beschneidung seiner Kontrolle auf Öl- und Gasfirmen in Konflikt mit dem Präsidenten. Dessen Privatkonten ließ er zeitweise einfrieren und die Firmen besetzen. Der Präsident selbst ...

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Petro Poroschenko ist auch ein Oligarch, wenngleich nicht mehr auf der Liste der ukrainischen Milliardäre. Ein Wahlversprechen des "Schokoladenkönigs" hieß, seine umfangreichen Beteiligungen zu verkaufen. Russische Sanktionen hatten seinen Süßwarenkonzern Roschen schwer getroffen. Im Bild unterzeichnet er gerade Kolomojskys Absetzung als Gouverneur. Einer seiner Gegenkandidaten 2014 war ...

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... Serhij Tihipko, der als Verbündeter Kolomojskys gilt und dessen Pryvatbank zeitweise führte, bevor er Politkarriere als Wirtschaftsminister und Zentralbankchef machte. Er selbst stand vor dem Krieg mit 1,2 Milliarden Dollar Vermögen noch auf der "Forbes"-Liste, heute aber nicht mehr. Seine Partei "Starke Ukraine" löste er von Achmetows "Partei der Regionen" und warb für russisch-ukrainische Zweisprachigkeit, erhielt aber wenig Zuspruch.

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Nummer zwei der reichsten Ukrainer ist mit noch 1,5 Milliarden Dollar (vor dem Krieg 3,8 Milliarden laut "Forbes") der frühere Achmetow-Partner Viktor Pintschuk. Der unterstützte den Umsturz in Kiew früh verbal, hielt sich aber bedeckt, als der Krieg ausbrach. Sein Stahlröhrenunternehmen Interpipe hat mit Russland den Hauptabnehmer verloren.

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Dmytro Firtasch: Außerhalb der Reichstenliste, und auch außerhalb der Ukraine agiert der frühere Magnat über das lukrative Gashandelsgeschäft. Nun wehrt er sich in Wien gegen seine Auslieferung in die USA, wo er wegen einer Geschichte angeklagt ist, die fern von ukrainischen Kriegsschauplätzen liegt: Er soll beim Kauf eines Titanbergwerks in Indien bestochen haben. Firtasch, einst Unterstützer des alten Regimes, steht hinter einer "Agentur zur Modernisierung der Ukraine", die westliche Politpromis wie Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück anheuerte. Der hat sich von dem in Kiew unerwünschten Engagement inzwischen verabschiedet. Achmetow dementierte, etwas mit der Agentur zu tun zu haben.

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