Dax-Bilanz 2014 Die stärksten Aktien des Jahres - und die schwächsten

Was für ein Jahr am Aktienmarkt: 2014 notierte der Dax erstmals über 10.000 Punkten. Doch die Performance der einzelnen Aktien war höchst unterschiedlich. Während Adidas im Weltmeisterjubel unterging, setzte sich ein Konzern an die Spitze, der besonders viel Geld ausgab.
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Platz 30: Adidas

Das Jubelbild vom WM-Finale in Rio de Janeiro könnte ein Erfolgsjahr für Adidas symbolisieren. Doch während die deutschen Kicker den Absatz der Trikots mit drei Streifen beförderten, ging es mit dem Aktienkurs 2014 um 37,8 Prozent abwärts. Der Sportartikelhersteller, der seine Aktionäre wiederholt mit dem Verfehlen der Gewinnerwartungen enttäuschte, ist damit Schlusslicht im Dax. Insgesamt beendete der Leitindex am deutschen Aktienmarkt, der zwischenzeitlich erstmals über 10.000 Punkte stieg, das Jahr mit einem Plus von 2,65 Prozent auf 9805,55 Zähler. Im Vorjahr hatte es noch 25 Prozent Zuwachs gegeben.

Stand: Xetra-Schluss Dienstag, 30. Dezember

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Platz 29: Deutsche Bank

Wenn es um die künftige Strategie der Bank geht, schauen sich die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain in alle Richtungen um. Die Bewältigung von allerlei Altlasten zieht sich hin. Die Aktie geht mit einem Minus von 28 Prozent aus dem Jahr. Was die Performance nicht schöner macht, aber erklärt: Im Juni erhöhte die Bank mit Hilfe des katarischen Scheichs Abu Dschassim al-Thani ihr Kapital um ein gutes Drittel. Die Anteile der Alteigner wurden entsprechend verwässert.

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Platz 28: Lanxess

In der neu bezogenen Kölner Zentrale des Chemiekonzerns herrscht der Sparkurs. Nachdem die miese Konjunktur des wichtigen Kautschukgeschäfts schon im Vorjahr die Lanxess-Aktie nach unten zog, ging es 2014 um weitere 21 Prozent abwärts. Aber immerhin hält sich der Abstiegskandidat nun bereits seit mehr als zwei Jahren im Dax.

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Platz 27: Lufthansa

Kaum ein Dax-Wert profitiert so von dem im zweiten Halbjahr drastisch gefallenen Ölpreis wie die Fluggesellschaft. Dennoch hebt der Aktienkurs der Lufthansa nicht ab, sondern markiert ein Minus von 10 Prozent. Der Konzernumbau wird von teuren Streiks begleitet.

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Platz 26: BASF

Weltmarktführer ist der deutsche Chemiekonzern weiterhin, doch das starke Öl- und Gasgeschäft der Tochter Wintershall ist etwas aus der Erfolgsspur geraten. Zuletzt platzte wegen der Russland-Krise ein Multi-Milliarden-Deal mit Gazprom um ein sibirisches Gasfeld. BASF verzeichnet ein Kursminus von 9,8 Prozent. Dafür ist die Dividendenrendite von 4 Prozent ganz ordentlich.

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Platz 25: Volkswagen

Den Wolfsburger Konzern hat der Fluch der Größe ereilt. Geschäftlich jagt Volkswagen weiter Rekorde, doch die mit einer Kapitalerhöhung im Juni finanzierte Komplettübernahme des Lkw-Bauers Scania dürfte der vorerst letzte große Expansionsschritt sein. Jetzt steht die Rendite im Vordergrund. Die VW-Aktie hat im alten Jahr 9,6 Prozent nachgegeben.

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Platz 24: Beiersdorf

Um 8,4 Prozent hat sich die Aktie des Herstellers von Nivea und Tesa verbilligt - ist aber nach gängigen Bewertungsmaßstäben immer noch außergewöhnlich teuer. Der Kurs ist fast 25-mal so hoch wie der für 2015 erwartete Gewinn je Aktie - Dax-Rekord. Die Dividendenrendite von 1,1 Prozent zählt zu den Tiefstwerten.

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Platz 23: SAP

Der seit Mai von Bill McDermott allein geführte Softwareanbieter war 2013 zeitweise zum wertvollsten Dax-Konzern aufgestiegen. Mit einem Kursverlust von 6,5 Prozent im alten Jahr ist die Marktkapitalisierung inzwischen etwas geringer. Das wachsende Geschäft mit ins Netz ausgelagerter Firmensoftware bedroht das herkömmliche Geschäftsmodell mit lukrativen Lizenzen und Wartungsverträgen.

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Platz 22: Commerzbank

Möglicherweise gar keine Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr zahlt die von Martin Blessing geführte Bank - zum siebten Mal in Folge, und diesmal voraussichtlich als einziger Dax-Konzern. Auch der Ausstieg des Staats als Großaktionär ist noch nicht in Sicht, wenngleich die Commerzbank mit einem zügigen Abbau der Bad-Bank-Altlasten große Schritte in Richtung Normalität macht. Die Kurs-Performance von minus 6,2 Prozent ist eher unauffällig.

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Platz 21: Siemens

Joe Kaeser hat in seinem ersten vollen Jahr an der Siemens-Spitze einiges bewegt. Der riesige Industriekonzern ist jetzt ganz auf ihn ausgerichtet, die Produktion von weißer Ware ebenso verkauft wie die von Hörgeräten. Als größten Deal holte Kaeser Dresser-Rand an Land, einen Ausrüster der Öl- und Gasindustrie - doch ausgerechnet jetzt verhagelt der fallende Ölpreis das Geschäft. Die Siemens-Aktie steht bei minus 5,6 Prozent, nachdem Kaeser Ende 2013 noch mit einem gewaltigen Kursplus begrüßt wurde.

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Platz 20: RWE

Von einem Wettbewerber wurde der Energiekonzern schon als "mehr oder weniger tot" geschmäht. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass der Braunkohlegigant erneut einen Euro je Aktie ausschüttet. Die Dividendenrendite von 3,9 Prozent würde etliche Aktionäre freuen, nicht zuletzt die hochverschuldeten Ruhrgebietsstädte. Die Aktie hat übers Jahr 3,6 Prozent verloren.

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Platz 19: Deutsche Börse

Der Schauplatz der Kursrekorde mit erstmals fünfstelligen Werten auf der Dax-Kurstafel und einigen großen Börsengängen profitiert nur mäßig vom Aktienboom. Die Aktie der Deutschen Börse, die künftig von dem Banker Carsten Kengeter geführt wird, gab um 1,6 Prozent nach.

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Platz 18: Linde

Zum Start als Linde-Chef hat Wolfgang Büchele die von seinem Vorgänger Wolfgang Reitzle ausgegebenen Gewinnziele zurückgenommen. Nun ist die Linde-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 für 2015 recht teuer, hält sich aber mit 1,4 Prozent im Plus.

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Platz 17: Deutsche Post

Im Vorjahr hatte der einstige Staatskonzern bereits seinen Börsenwert um mehr als die Hälfte gesteigert. Der Paketboom infolge des Online-Shoppings hat die Fantasie der Anleger geweckt, doch diese Fantasie ist anscheinend schon wieder ausgereizt. 2014 ging es nur noch um 2,1 Prozent nach vorn.

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Platz 16: K+S

Der Verlierer des Jahres 2013 fand sich 2014 im Dax-Mittelfeld wieder. Der vom Platzen eines osteuropäischen Kartells ausgelöste Preisverfall am Kalimarkt erwies sich als doch nicht so dramatisch wie befürchtet. Dennoch musste der Rohstoffkonzern K+S seine Dividende kürzen und die Gewinnziele zurücknehmen. Der Aktienkurs erholte sich mit plus 2,4 Prozent von dem Schock.

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Platz 15: Munich Re

Solange sich die katastrophalen Versicherungsfälle in Grenzen halten, ist der weltgrößte Rückversicherer ein Cash-König. Anleger sind vor allem von der Dividendenrendite mit aktuell 4,5 Prozent angetan. Allzu viel Kursdynamik ist da gar nicht so sehr gefragt, das Papier legte um 3,5 Prozent zu.

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Platz 14: BMW

Produktionsvorstand Harald Krüger hat sich mit Innovation in Großserie wie dem mit Carbonkarosserie gefertigten Elektroauto i3 für den BMW-Chefposten empfohlen. Die Aktie gewann 5,3 Prozent. Wenn der Gewinnmotor von BMW weiter so rund läuft, ist sie aber fast schon wieder günstig. Die Großaktionärsfamilie Quandt/Klatten verdankt ihren Titel als reichste Deutsche vor allem dem Investment BMW.

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Platz 13: Allianz

Auch der Versicherungskonzern präsentierte mit Oliver Bäte (l.) einen Nachfolger für Vorstandschef Michael Diekmann. Die Allianz weiß derzeit kaum, wohin mit ihrem vielen Geld, und schüttet deshalb mehr an die Aktionäre aus - die ihr Geld in ihrem Anlagenotstand dann womöglich zur Allianz tragen, denn dort lockt die mit 4,7 Prozent höchste Dividendenrendite im Dax. Der Allianz-Aktienkurs stieg 2014 um 5,4 Prozent.

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Platz 12: Eon

Eine strahlende Zukunft verheißt der Stromkonzern zwar nicht mehr seinen deutschen Atomkraftwerken, dafür will Eon-Chef Johannes Teyssen den Aktionären gleich zwei Zukunftswerte ins Depot legen: eine auf neue Energien und kundennahes Geschäft konzentrierte Gesellschaft, und eine andere mit dem althergebrachten Kraftwerkspark - dafür aber schuldenfrei. Die Wette, wie sich die beiden Eon-Nachfolger entwickeln werden, ist offen. Für das Gesamtpaket ging es 2014 um 5,85 Prozent aufwärts.

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Platz 11: Henkel

Der Konsumgüterhersteller aus Düsseldorf ist ähnlich wie der kleinere Wettbewerber Beiersdorf eher sportlich bewertet. Im alten Jahr stieg der Aktienkurs um weitere 6,1 Prozent.

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Platz 10: Deutsche Telekom

Im ersten Jahr unter dem neuen Chef Timotheus Höttges hat die Telekom sich wieder einmal neu erfunden: als Infrastrukturkonzern, der in den Ausbau der Netze investiert, dafür aber Geschäfte mit Medieninhalten aufgibt. Die Zukunft der Tochter T-Mobile USA ist noch offen, dafür winkt ein Milliardenerlös für die britische Mobilfunkbeteiligung EE. Die T-Aktie erreicht mit einem Plus von 6,6 Prozent bereits ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21.

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Platz 9: HeidelbergCement

Im oberen Dax-Drittel findet sich der Baustoffkonzern, der einen großen Fortschritt beim Schuldenabbau melden kann. Für einen Milliardenbetrag wird ein Teil des einst teuer erworbenen britischen Wettbewerbers Hanson weiterverkauft. Die Hanson-Übernahme hatte HeidelbergCement in die Überschuldung und während der Finanzkrise an den Rand der Pleite getrieben. Jetzt ist das Unternehmen solide und unauffällig im Dax, die Aktie legte um 6,6 Prozent zu.

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Platz 8: Daimler

Der Stuttgarter Limousinenbauer tritt zunehmend aggressiv auf und präsentiert auch mal sportlichere Modelle wie den Mercedes AMG GT S. Stark steigende Absatzzahlen und Cash-Polster geben das nötige Selbstvertrauen. Die Daimler-Aktie zählte mit einem Plus von knapp 10 Prozent erneut zu den gefragtesten Werten im Dax.

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Platz 7: Continental

Der Automobilzulieferer aus Hannover war bereits 2012, als er in den Dax aufstieg, und 2013 der stärkste Wert im Index. Nun setzt er noch einmal 10 Prozent obendrauf. Damit hat sich Conti in der Riege der wertvollsten Dax-Konzerne etabliert - und die Familie Schaeffler, die der gewagte Einstieg in Hannover fast um die eigene Firma gebracht hätte, zählt zu den reichsten Deutschen.

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Platz 6: Bayer

Auf satte 100 Milliarden Euro stieg Bayers Marktkapitalisierung, nachdem der Pharmakonzern Börsenpläne für sein Kunststoffgeschäft verkündete. Nun ist das Unternehmen der wertvollste Konzern im Dax. Zum Jahresende steht noch ein Plus von 11 Prozent.

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Platz 5: Infineon

Im bereits abgeschlossenen Geschäftsjahr hat der Chiphersteller seinen Gewinn nahezu verdoppelt und sich zudem noch mit der US-Firma International Rectifier Group einen großen Zukauf geleistet. Die Börse quittiert die Erfolge des einstigen Pleitekandidaten unter Vorstandschef Reinhard Ploss mit einem 14-prozentigen Kursgewinn.

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Platz 4: Fresenius

Nach dem geglückten Kauf eines Großteils der Rhön-Kliniken spielt der von Ulf Schneider geführte Gesundheitskonzern in einer anderen Liga. Optisch wirkt die Aktie mit 43,16 Euro zwar billiger als vor einem Jahr zu 111,60 Euro, doch das liegt daran, dass die Wertpapiere in einem Aktiensplit dreigeteilt wurden. Umgerechnet ergibt sich ein Kursgewinn von 16 Prozent - und das, obwohl zugleich das Kapital erhöht wurde, Altaktionäre nun also einen geringeren Anteil am Unternehmen halten.

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Platz 3: Fresenius Medical Care

Auch die auf Dialyseanlagen spezialisierte Konzerntochter FMC verzeichnet 19,6 Prozent plus. Zwar leidet das Unternehmen auf seinem Hauptmarkt USA an der dortigen Sparpolitik im Gesundheitswesen, antwortet darauf aber mit strategischen Zukäufen.

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Platz 2: ThyssenKrupp

Die für das bereits beendete Geschäftsjahr angekündigte Dividende von elf Cent je Aktie ist klein - aber dass es überhaupt eine gibt, ist nach mehreren Jahren mit Milliardenverlusten infolge schon eine Überraschung. Der Ruhr-Konzern hat seine Existenzkrise offenbar überwunden und ist zurück in den schwarzen Zahlen. Die Aktie stieg 2014 um 20,2 Prozent.

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Platz 1: Merck

Wie bei Fresenius, ist auch die Merck-Aktie durch einen Aktiensplit optisch verbilligt, tatsächlich aber mit plus 20,4 Prozent auf Rekordkurs. Damit führt Merck die Liste der Gewinner im Dax an. Merck-Chef Karl-Ludwig Kley strahlt über rasant wachsende Gewinne, die ihm im September die teuerste Übernahme eines deutschen Konzerns in diesem Jahr erlaubten: Für 13 Milliarden Euro kauft Merck den US-Laborausrüster Sigma Aldrich.

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