Mögliche Probleme für Elektroauto Die sechs größten Hürden für Teslas Model 3

Mit seinem Model 3 will Tesla Motors in den Massenmarkt vorstoßen und so hunderttausende Elektroautos pro Jahr verkaufen. Das ist ambitioniert - und gewagt. Diese sechs Hürden könnten Teslas Elektro-Angriff auf die Autoriesen bremsen - oder sogar zum Scheitern bringen.
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1. Autokäufer sind konservativ

Mit seinen Modellen S und X zielt Tesla auf Oberklasse-Käufer. Doch das halb so teure Model 3 spricht eine andere Kundenschicht an - die gehobene Mittelklasse. Beim Neuwagenkauf sind diese Kunden oft konservativ, die Suche nach der nächsten Ladesäule ist ihnen vielleicht zu umständlich. Zudem ist die Marke Tesla noch sehr jung - in der Autobranche braucht es aber üblicherweise Jahrzehnte, bis traditionelle Autokäufer einer neuen Marke vertrauen.

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2. Benzin ist billig

Je höher die Kraftstoffpreise, desto schneller machen Elektroautos ihren hohen Kaufpreis wett. Doch bei den aktuell niedrigen Ölpreisen geht diese Rechnung nicht auf. Unter den Treibstoff-Billigpreisen wird die Elektroauto-Branche leiden, gibt Tesla-Chef Elon Musk zu. Sein Unternehmen, so Musk werde das Treibstoff-Tief aber weniger treffen als andere, da sich Tesla im Premium-Bereich bewege. Ob das auch für das Mittelklasse-Model 3 zutrifft, muss sich noch zeigen.

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3. Der Produktionsanlauf wird Probleme bringen

Von seinem Model S fertigte Tesla anfangs weniger Fahrzeuge als angekündigt. Den Start des Model X verschoben die Kalifornier mehrfach. Tesla lernte auf die harte Tour, womit die Autobranche schon lange kämpft: Wer von einem neuen Wagen zehntausende Stück herstellen will, hat fast immer mit unerwarteten Problemen zu kämpfen. Das könnte auch beim Model 3 passieren. Sollte dabei auch etwas bei der Verarbeitung schiefgehen, könnte das Tesla viele Sympathien und letztlich den Erfolg kosten.

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4. Die Konkurrenz ist aufgewacht

Als Tesla 2011 sein Model S mit bis zu 500 Kilometern Reichweite vorstellte, hatte kein anderer Autohersteller Vergleichbares anzubieten. Beim Model 3, das frühestens Ende 2017 auf den Markt kommen soll, ist das anders: So starten GM noch 2017 mit dem Chevrolet Bolt und Opel mit dem Zwillingsmodell Ampera-e. Mit 320 Kilometer Reichweite liegen die Wagen fast auf Model 3-Niveau. Und auch Audi, Mercedes und BMW planen reichweitenstarke E-Modelle - die Konkurrenz für Tesla wird also schärfer.

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5. Die Fördergelder laufen aus

Aktuell gewähren die USA bis zu 7500 Dollar Steuergutschrift beim Kauf eines Elektroautos. Allerdings laufen die Förderungen aus, wenn ein Hersteller über 200.000 E-Autos verkauft hat. Das dürfte bei Tesla bis zum Auslieferungsstart des Model 3 der Fall sein. Gerade bei dem Mittelklassemodell sinkt der Kaufpreis nach Abzug der Förderung relativ betrachtet stärker als bei den doppelt so teuren Oberklassemodellen. Gut für Tesla: Derzeit diskutieren US-Politiker, wie sie die Stromer-Förderung umbauen und zeitlich strecken können.

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6. Der Massenmarkt verzeiht keine Service-Fehler

Elektroautos benötigen weniger Wartung als Wagen mit Verbrennungsmotor, doch vor Blechschäden oder Materialermüdung sind sie nicht gefeit. Traditionelle Autohersteller haben dafür Werkstätten-Netzwerke. Tesla setzt bisher auf eine Kombination aus Service-Centern und Fernwartung. Doch wenn die Kalifornier hunderttausende Autos auf den Straßen haben, werden sie dafür noch mehr Servicekräfte brauchen. Die suchen sie händeringend per Stellenausschreibung. Wenn es beim Service ernsthaft knirscht, verliert Tesla womöglich sein höchstes Gut - die Sympathien seiner Fans

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