Tesla kommt nach Grünheide Brandenburgs heikle Geschichte mit Großprojekten

1 / 12

So triumphal konnte lange kein Brandenburger Regierungschef auftreten: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist der Held der Ansiedlung von Tesla - dem ersten Neubau einer Autofabrik in Deutschland seit Jahren. "Wir haben uns hier in einem europaweiten Standortwettbewerb durchgesetzt", sagte Woidke am Mittwoch in Potsdam - das Land hatte kaum jemand auf dem Zettel.

Foto: Monika Skolimowska/DPA
2 / 12

Dieser Kiefernwald im Ortsteil Freienbrink der Gemeinde Grünheide (Mark) im Landkreis Oder-Spree soll bald der "Gigafactory 4" weichen. Das Gelände ist an die Autobahn A10 (Berliner Ring) und die Bahn Berlin-Warschau angeschlossen, und nur 35 Kilometer vom Berliner Zentrum entfernt, wo Tesla zugleich ein Designzentrum namens "Brain" einrichten will. Nebenan betreiben Lidl und Edeka große Logistikzentren.

Foto: DPA
3 / 12

Die "Gigafactory 3" nahe Shanghai gilt als Blaupause für das deutsche Werk. Wie in der dortigen Fabrik, die in Rekordzeit seit dem Spatenstich im Januar 2019 hochgezogen wurde und nun den Testbetrieb beginnt, sollen sowohl Elektroautos als auch die dafür nötigen Lithium-Ionen-Akkus und Antriebsstränge gefertigt werden.

Foto: AFP
4 / 12

Brandenburg hat jedoch etliche Misserfolge mit derartigen Großprojekten hinter sich. Das Gelände in Grünheide war Anfang der 2000er für BMW reserviert. Der Konzern entschied sich nach einem Subventionswettlauf aber, sein neues Werk stattdessen in Leipzig zu bauen.

Foto: Sebastian Willnow / DPA
5 / 12

Groß waren die Hoffnungen vor allem um die Luftschifffirma Cargolifter, die im Jahr 2000 an die Börse ging und schon als Großkonzern gehandelt wurde. Der Ambition entsprechend wurde die Luftschiffhalle in Briesen-Brand (Landkreis Dahme-Spreewald) errichtet, das größte freitragende Gebäude der Welt. Auch hohe Subventionen vom Land flossen - letztlich in die Pleite.

Foto: Ralf_Hirschberger/ picture-alliance / dpa/dpaweb
6 / 12

Immerhin fand sich 2003 ein Nachnutzer: Die malaysische Tanjong-Gruppe erwarb die Immobilie als Schnäppchen und machte daraus den Freizeitpark "Tropical Islands", der inzwischen an die spanische Parques Reunidos verkauft wurde.

Foto: DPA
7 / 12

Legendär ist auch die "Chipfabrik" in Frankfurt (Oder), die vom Land als Leuchtturmprojekt für Zukunftsindustrien geplant wurde. 2003 erklärte Brandenburg jedoch das endgültige Scheitern, weil für die Fremdfinanzierung nötige Bundesbürgschaft fehle.

Foto: Patrick_Pleul/ picture-alliance / dpa/dpaweb
8 / 12

Zweite Hoffnung für den Standort war die Hamburger Solarfirma Conergy, die das Werk 2006 übernahm und für die Massenfertigung von Solarzellen ausbaute. Doch auch Conergy ging wie viele andere Solarfirmen wegen des Preisverfalls in die Insolvenz. 2013 endete der Betrieb.

Foto: Patrick Pleul/ picture-alliance/ dpa
9 / 12

An der Waldstadt Wünsdorf, einem riesigen Kasernengelände der Roten Armee, verhob sich die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Die Staatsfirma, die Anleger mit Mietgarantien für die Entwicklung neuer Immobilienfantasien geworben hatte, wurde 2001 gestoppt und in den folgenden 15 Jahren abgewickelt. Heute kommt, unter anderem durch die Aufnahme von Flüchtlingen, trotzdem neues Leben nach Wünsdorf.

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa
10 / 12

Das größte Milliardengrab im Land aber ist der Flughafen Berlin-Brandenburg. 2012 scheiterte die kurz bevorstehende Eröffnung an der Freigabe des Brandschutzes - und seitdem werden immer wieder neue Termine genannt. Aktuell gilt Oktober 2020 als Ziel.

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa
11 / 12

Zwischenzeitlich wurde das Flughafengelände im Sommer 2018 schon als Halde für Autos genutzt, die Volkswagen wegen seiner Probleme mit den neuen Zulassungsregeln nicht auf den Markt bringen konnte.

Foto: DPA
12 / 12

Tesla-Chef Elon Musk bewarb seinen Brandenburg-Plan mit der Nähe zum "neuen Flughafen" - wohlwissend, dass der keine reine Erfolgsgeschichte ist. "Wir werden definitiv ein höheres Tempo vorlegen müssen als der Flughafen." Schon im ersten Quartal 2020 solle der Bau beginnen, im folgenden Jahr die Produktion.

Foto: AFP/Tobias Schwarz
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.