Eine Gigafactory für Europa Diese Standorte buhlen um Tesla

Der US-Elektroautobauer Tesla verspricht Giga-Investitionen in Europa. Wo genau die Batterie- und Autofabrik hinkommt, soll in diesem Jahr feststehen.
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Gigantisch ist alles an der Gigafactory, der entstehenden Fünf-Milliarden-Dollar-Fabrik in Nevadas Wüste, wo Tesla und Panasonic die Massenproduktion von Batterien für Elektroautos planen. Tesla hatte die Bewerbungen von mehreren US-Staaten eingeholt, die sich mit Subventionen überboten. Nevada machte das Rennen, auch weil reichlich Platz vorhanden ist und die größten Lithiumvorräte Nordamerikas in der Nähe.

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Eine solch große Industrieinvestition ist auch für die Alte Welt eine Seltenheit. Die Aufregung steigt, weil Tesla noch 2017 eine Wahl über die erste Gigafactory auf europäischem Boden treffen will. Neben Batterien sollen dort auch gleich Autos gefertigt werden. Mehr als 300 Standorte sollen sich beworben haben. manager magazin zeigt einige der ernsthaften Anwärter.

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"Wir sind in Gesprächen", machte der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel das Interesse von Tesla-Chef Elon Musk an Deutschland Ende 2015 öffentlich - auf Werksbesuch bei Daimler. "Ich nehme an, er wird staatliche Mittel wollen." In die Heimat der Oberklasse-Platzhirsche vorzudringen, wäre der große Preis für die Kalifornier.

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Die sächsische Landesregierung wirbt für Kamenz, wo Daimler bereits die Batteriefabrik Deutsche Accumotive betreibt - die ambitioniert gestartete benachbarte Zellfertigung wurde vor zwei Jahren eingestellt, inzwischen möchten Daimler und andere aber wieder in die Akkuproduktion expandieren. Das entspricht der industriepolitischen Strategie des Bundes. Laut einer Studie der Nationalen Plattform Elektromobilität bietet Ostdeutschland die weltbesten Standortbedingungen neben Polen, Südkorea und den USA.

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Auch Frankreich hat Elon Musk seine Aufwartung gemacht, hier ließ er sich zu einer Versammlung von Lokalpolitikern im Pariser Rathaus herab. Links des Rheins ist Europas derzeit größter Markt für Elektroautos. Neben den Staatsbeteiligungen Renault und Peugeot kümmert sich Wirtschaftsminister Michel Sapin auch aktiv um Tesla, im Januar besuchte er die Fabrik in Fremont und stellte die Vorzüge Frankreichs heraus.

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Umweltministerin Ségolène Royal brachte das Kernkraftwerk Fessenheim ins Spiel, das stillgelegt wird: "Ich habe ihm gesagt, ich habe einen Ort für Sie." Der Antrag scheint verfangen zu haben, jedenfalls nannte Musk selbst später das Elsass als Beispiel für einen logistisch günstigen Standort. Ganz in der Nähe sind das Stammwerk von Peugeot, die elektroaffine Schweiz und gleich gegenüber das Autoland Baden-Württemberg.

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Die alte Industrie macht Platz für die neue - diesen Charme, den Tesla von seiner Fabrik in Fremont (früher Toyota und General Motors) kennt, hätte auch das ehemalige Saab-Werk im schwedischen Trollhättan. Seit dem Aus der Traditionsmarke haben sich mehrere neue Besitzer daran versucht, dort Elektroautos zu bauen. Der schwedische Unternehmerverband hofft, dass Tesla es schafft. Von Trollhättan sind es nur gut 100 Kilometer nach Norwegen, wo Tesla seinen weltweit höchsten Marktanteil erreicht. In Schweden ist zugleich die Firma Northvolt mit eigenen Gigafactory-Plänen aktiv, geführt von einem früheren Tesla-Manager.

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Noch erheblich näher am Polarkreis liegt das finnische Vaasa - logistisch ungünstig, abgesehen von den Rohstofflieferungen. Auf einer eigenen Gigavaasa-Website  werben die Finnen mit den "bedeutendsten Lithium-Vorkommen Europas", der weltgrößten Kobaltraffinerie und einer großen Nickelhütte. Außerdem gebe es reichlich gut ausgebildete Talente in technischen Berufen und bestehende Netzwerke von Cleantech-Firmen.

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Technische Universitäten und Firmen gibt es auch rund um das niederländische Tilburg - und bereits eine bestehende Tesla-Fabrik, nämlich die Endmontage der Modelle für den europäischen Markt. Zudem müssen die Niederlande als einer der größten Absatzmärkte keine Rücksicht auf etablierte heimische Hersteller nehmen und sind so aufgeschlossen für Elektroautos wie sonst nur noch Norwegen.

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Zu den niederländischen Standorten, die sich bewerben, zählt auch die Provinz Groningen mit Eemshaven - direkt an der deutschen Grenze, was auch dortige Landkreise und Industrie- und Handelskammern auf den Plan gerufen hat. Der Platz war einmal für BMW reserviert, hatte aber das Nachsehen gegenüber Leipzig in genau so einem Standortwettbewerb. Tesla könnte auf eine Aluminiumhütte nebenan für die Karosserien setzen - und auf Groningens Historie als E-Mobility-Pionier: 1835 brachte hier ein Sibrandus Stratingh das erste Batteriefahrzeug auf die Straße.

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#SpainLovesTesla heißt eine Kampagne, die den Elektroautobauer nach Spanien locken soll - zusammen mit günstigen Arbeitskräften, bestehender Infrastruktur für die Autoindustrie und reichlich Sonne und Wind für die Versorgung der Gigafactory mit erneuerbarer Energie. Der Ort Paterna nahe Valencia hat bereits ein Gewerbegebiet mit Anschluss an Bahn, Autobahnen, Hafen und Flughafen für Tesla reserviert.

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Was Spanien hat, hat Portugal zum großen Teil auch - und vielleicht noch etwas mehr Enthusiasmus für Tesla. Die Facebook-Gruppe "Bring Tesla Gigafactory to Portugal"  zählt mehr als 50.000 Mitglieder. Premierminister António Costa persönlich schaltete sich in Musks Standortwahl ein. Im Rennen ist beispielsweise die Bergstadt Guarda im Landesinneren, nahe an Europas größtem Lithiumbergwerk (gemessen an der bereits laufenden Produktion). Auch Viana do Castelo bietet Lithium, und zudem einen Hafen.

Foto: Facebook / Bring Tesla Gigafactory to Portugal!
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Litauen zog Musks Aufmerksamkeit nicht auf höchster Ebene, sondern über die lokale Gamerszene auf sich. Die hat eine Gigafactory im kleinen Kruonis schon einmal gebaut, und zwar in nur zwei Tagen - virtuell , versteht sich. Vielleicht wird es nicht Litauen, aber eine Reihe osteuropäischer Staaten steht ebenfalls bereit.

Foto: Youtube / Gigafactory LT