Das nächste Kapitel eines Internetpioniers Das Auf und Ab von AOL

"Sie haben Post!" - In den USA endet eine Ära. Netzpionier AOL wird von Telekomkonzern Verizon geschluckt. Ein Rückblick auf die turbulente Geschichte von America Online - inklusive Middelhoff, Megafusion und Tennismillionär.
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Der US-Mobilfunkkonzern Verizon übernimmt den Online-Pionier AOL. Der Kaufpreis liegt bei rund 4,4 Milliarden Dollar (3,9 Mrd. Euro), wie die Unternehmen mitteilten. Zu seiner Blütezeit als Internet-Provider hatte AOL über 30 Millionen Abonnenten weltweit. Angefangen hatte alles Mitte der 80er-Jahre.

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Steve Case gründete AOL 1985. Damals hieß das Unternehmen noch Quantum Computer Services. Seit 1991 firmierte das damalige Startup unter dem Namen American Online, kurz AOL. 1989 brachte Quantum Q-Link an den Start, ein Email- und Chatprogramm. Ältere Internetnutzer erinnern sich vielleicht noch an...

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...dieses kleine gelbe Piktogramm oder an die Email-Benachrichtigung "Sie haben Post!". Beides waren Markenzeichen von AOL. Heute kaum noch vorstellbar, aber damals erhielten die meisten Menschen...

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...via AOLs CDs Zugang zum Internet. Ab 1993 versendete das Unternehmen CDs an Verbraucher. Manchmal lagen die Scheiben auch Zeitschriften bei. Zwei Jahre benötigte AOL, um so eine Million Menschen mit dem Internet zu verbinden. In Deutschland profitierte...

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...eine Zeit lang der Medienkonzern Bertelsmann von einer Zusammenarbeit mit AOL. Der damalige Bertelsmann-Vorstand Thomas Middelhoff bewegte den Konzern dazu, früh in AOL zu investieren. Mit dem äußerst lukrativen Deal im Rücken stieg Middelhoff zum Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG auf. 1995 ging AOL Europe mit der Bertelsmann AG das Joint Venture AOL Deutschland ein, das drei Jahre später bereits wieder beendet wurde. Im Jahr 2000 machte Bertelsmann ein spektakuläres Geschäft mit dem Verkauf der Anteile an AOL Europe für mehr als sechs Milliarden Dollar. Richtig bekannt wurde AOL hierzulande durch einen Superstar.

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Allabendlich flimmerte über die Bildschirme Tennisspieler Boris Becker, den sich das Unternehmen als Werbepartner eingekauft hatte. Die mittlerweile legendäre Frage "Bin ich schon drin oder was?" beschrieb nicht etwa Beckers Besenkammeraffäre in einem Londoner Nobel-Restaurant, sondern....

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...sollte deutlich machen, wie einfach der Internetzugang über AOLs Software ist. Ab 1995 hatte AOL auch erstmals eine eigene Homepage. Nach und nach kaufte AOL weitere Unternehmen hinzu, wie beispielsweise Netscape, das mit dem gleichnamigen Browser Microsofts Internet Explorer erstmals Konkurrenz machte.

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Im Jahr 2000, dem Höhepunkt des Dotcom-Booms, kam es dann zu einer milliardenschweren Fusion zwischen dem Onlineunternehmen und dem Medienkonzern Time Warner. Faktisch übernahm AOL das Traditionsunternehmen getragen vom Höhenflug des eigenen Aktienpreises für mehr als 160 Milliarden Dollar. Auf dem Höhepunkt der Internet-Blase feierten AOL-Gründer Steve Case (l.) und der damalige Time Warner-Chef Gerald Levin den Zusammenschluss als zukunftsweisende Verbindung alter und neuer Medien.

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Damals überprüfte der US-Senat akribisch, inwieweit sich die Fusion auf den Wettbewerb auswirken würde. AOL-Chairman Case (l.) und Time-Warner-Chairman Gerald Levin mussten unter anderem ihre Fusion vor dem damaligen Ausschussvorsitzenden Senator Conrad Burns (m.) erklären. Doch die Sorgen der Senatoren waren unbegründet: Der Deal brachte nie den erhofften Effekt und...

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...wurde später als gigantischer Fehler bezeichnet. Steve Case befürwortete bereits 2005 wieder eine Trennung der Unternehmen. Damals war Case noch im Verwaltungsrat des Unternehmens. Erst 2009 erfolgte dann die Abspaltung AOLs durch einen Börsengang. Tim Armstrong war bereits Chef des Internetpioniers und baute das Unternehmen komplett um. Aus AOL wurde...

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...ein Werbenetzwerk mit zahlreichen Onlinepublikationen. Im Jahr 2011 kaufte AOL beispielsweise die von Arianna Huffington gegründete "Huffington Post" für 315 Millionen Dollar. Nach der Übernahme durch Verizon soll die Huffpo nun vor der Abspaltung stehen. Das sei Teil der Kaufvereinbarung zwischen Verizon und AOL, schrieb das für gewöhnlich gut informierte Technologieportal Recode. So gebe es ernsthafte Gespräche mit dem Axel Springer Verlag. Auch Private Equity Firmen seien interessiert. Die Huffpo soll mittlerweile mehr als 1 Milliarde Dollar wert sein.

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