Führungskrise bei der Deutschen Bank Die wichtigsten Deutschbanker

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Dina Dublon zählt zu den externen Fachleuten, die Aufsichtsratschef Paul Achleitner in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank geholt hat. Die Amerikanerin, die als Berufskontrolleurin auch in den Boards von Pepsico und Accenture sitzt, war sieben Jahre lang Finanzchefin von JPMorgan Chase - dem Vorzeigemodell der Wall Street, einer so genannten Universalbank, also einer Kombination aus Investment- und Geschäfts- sowie Privatkundenbank. Das ist nach Abschluss der Strategiedebatte zwischen Aufsichtsrat und Vorstand auch weiterhin das Rollenverständnis der Deutschen Bank.

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Louise Parent zog erst 2014 ins Kontrollgremium ein. Die beratende Rechtsanwältin der New Yorker Kanzlei Cleary Gottlieb und Aufsichtsrätin der vom Pharmamulti Pfizer abgespaltenen Tiernahrungsfirma Zoetis wurde in Deutschland bislang vor allem über das Thema Frauenquote in Aufsichtsräten wahrgenommen. Doch sie bringt 20 Jahre Erfahrung in der Neuordnung der Finanzbranche als Leiterin der Rechtsabteilung der Kreditkartenfirma American Express mit. Gemeinsam ist den neuen Kontrolleuren, dass keine biografische Verbundenheit mit der Deutschen Bank oder deren Einzelteilen ihren Blick auf die Zukunft des Konzerns verstellt.

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Bereits im Frühjahr 2014 beschrieb das manager magazin, warum John Cryan der logische Ersatzkandidat sei, falls die Vorstandsspitze der Deutschen Bank neu besetzt werden müsste. Am 7. Juni war es dann so weit. Der Brite war 2013 in den Aufsichtsrat der Frankfurter eingerückt, damals noch als Vertreter des Singapurer Staatsfonds Temasek in Europa. Zuvor machte er bis 2011 Karriere bei der Schweizer UBS, wo er zuletzt Finanzvorstand war.

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Georg F. Thoma ist als Partner der Kanzlei Shearman & Sterling in Düsseldorf seit Jahrzehnten einer der einflussreichsten Vorstandsberater in Deutschland und gilt als Vertrauter von Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Der Gesellschaftsrechtler begleitete etliche Großdeals wie die Fusionen von Thyssen und Krupp, von Veba und Viag zu Eon oder die Übernahmen von Chrysler durch Daimler und der Dresdner Bank durch die Allianz.

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Postbank-Aufsichtsratsvize Frank Bsirske vertritt als Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Arbeitnehmer, auch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Er hat sich zuletzt als Befürworter der Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts positioniert. In der dann führenden deutschen Privatkundenbank hätte seine Gewerkschaft eine einflussreiche Rolle gehabt.

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Marcus Schenck trat im Mai als neuer Finanzvorstand an. Den gleichen Job hatte er 2006 bis 2013 beim Energiekonzern Eon - als Intermezzo seiner Karriere bei der Investmentbank Goldman Sachs, von wo er den Aufsichtsratschef Paul Achleitner kennt. Mit Schencks Berufung in den Vorstand hat Achleitner einen Vertrauten ins Rennen um den Topjob der Deutschen Bank geschickt. Schon zu Beginn seiner Laufbahn hatte Schenck als McKinsey-Berater mit der Deutschen Bank zu tun. Er neigt tendenziell den Argumenten des Kapitalmarkts zu.

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Jürgen Fitschen ist - Jahrgang 1948 - der Senior-Bankchef, seit 2012 formell gleichberechtigt mit Kollege Anshu Jain. Allerdings verlegt sich der in der deutschen Politik gut vernetzte Niedersachse zunehmend auf repräsentative Aufgaben. Fitschen hat das Wort "Kulturwandel" zum prägenden Begriff der Amtszeit des Duos gemacht. Der Wandel zieht sich jedoch hin, die Bank muss immer mehr Altlasten bewältigen. Dazu gehört auch ein Verfahren wegen Prozessbetrugs, in das Fitschen etwas unglücklich hereingeriet, das sich aber nach den ersten Verhandlungstagen zu seinen Gunsten zu wenden scheint. Würde er verurteilt, wäre der Ruf des jovialen Kontaktmanns zur deutschen Gesellschaft dahin. Einen Großteil seiner Karriere hat Fitschen in Asien und London in der Investmentsparte verbracht. Mit der Ernennung Cryan kündigte die Deutsche Bank auch den Ausstieg Fitschens zum 19. Mai 2016 an. Cryan wird dann alleiniger Vorstandschef.

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Paul Achleitner ist der Dirigent der Neuorientierung. Zeitgleich mit dem Chefwechsel von Josef Ackermann zu Fitschen und Jain trat der Österreicher als Aufsichtsratschef bei der Deutschen Bank an. Nun nimmt der Chefkontrolleur, der von 2000 bis 2011 die Finanzen des Allianz-Konzerns verantwortete und zuvor als Investmentbanker bei Goldman Sachs allerlei Megadeals einfädelte, eine aktivere Rolle ein. Er ist ein Anhänger des Universalbankenmodells - also einer Bank, die auch Privatkundengeschäft anbietet. Nachdem er lange Zeit sich hinter Anshu Jain und Jürgen Fitschen gestellt hatte, betrieb er deren Ablösung ab Ende April mit einer für ihn ungewöhnlichen Härte, wie das manager magazin in seiner Juli-Ausgabe nachzeichnet.

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