Branche in Not So trifft die Stahlkrise Deutschland

Europas Stahlindustrie ist in Aufruhr. Ein Aktionsplan der EU soll helfen, bringt aber wenig Konkretes. Deutschland wurde von großen Werksschließungen bislang verschont - noch.
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Mit den riesigen Werken von Thyssen und Krupp-Mannesmann ist Duisburg der wichtigste Standort der europäischen Stahlindustrie - und das Herz des Dax-Konzerns ThyssenKrupp. Doch wie lange noch? Fehlinvestitionen in Amerika brachten dem Konzern im vergangenen Jahr fünf Milliarden Euro Verlust ein. Die europäische Stahlsparte schaffte gerade noch 1 Prozent Betriebsgewinn. Sie soll ein Viertel zum Sparprogramm von zwei Milliarden Euro beitragen. Zunächst stehen 3000 Verwaltungsjobs auf der Streichliste.

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ThyssenKrupp hat bereits zu Jahresbeginn die verlustreiche Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Marktführer Outokumpu verkauft. Die Finnen brauchten nicht lange für die Entscheidung, die Traditionswerke in Krefeld und Bochum (im Bild) zu schließen. Jetzt stellt ThyssenKrupp auch einige Elektrostahlwerke, darunter eines in Gelsenkirchen, zum Verkauf.

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Noch stärker als ThyssenKrupp ist die Salzgitter AG auf Stahl fokussiert. Der ehemalige Dax-Konzern mit dem Land Niedersachsen als Großaktionär schreibt seit geraumer Zeit Verluste. Bald sollen Details für einen Sanierungsplan feststehen.

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Krawalle wie in Lüttich, kurz hinter der deutsch-belgischen Grenze, haben die deutschen Stahlstandorte bislang nicht erlebt. Dort verkündete Weltmarktführer ArcelorMittal im Januar das Aus für den Standort mit einst 30.000 Stahlarbeitern. Die regionale Regierung will das Werk verstaatlichen. In Deutschland ist ArcelorMittal (Nettoverlust 2012: 5,8 Milliarden Euro) mit Werken in Bremen, Duisburg, Eisenhüttenstadt und Hamburg präsent. Einige Hochöfen wurden vorübergehend stillgelegt und Kurzarbeit eingeführt.

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Auch das italienische Familienunternehmen Riva besitzt Stahlwerke in Brandenburg und Hennigsdorf bei Berlin. Das Hauptwerk im süditalienischen Tarent, Europas größte Stahlhütte, wird neuerdings von einem staatlichen Verwalter geführt. Hintergrund ist ein Strafverfahren wegen Umweltverschmutzung und Kapitalflucht. Die Mailänder Familie, die keine Geschäftszahlen veröffentlicht, spricht von Enteignung. Die deutschen Werke des zweitgrößten Stahlherstellers Europas sollen aber weiterarbeiten wie bisher.

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