Staatsanwälte ermitteln gegen VW-Chef Müller Welchen VW-Größen Ermittler am Hals haben

Nun ist es offiziell: Die Staatsanwälte ermitteln auch gegen VW-Konzernchef Matthias Müller wegen des Verdachts der Marktmanipulation im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal. Gegen welche Topmanager ermittelt wird, wen der Skandal bereits hinwegfegte.
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VW-Chef Matthias Müller galt lange als unverdächtig im Skandal um die Abgas-Schummeleien bei Diesel-Motoren. Schließlich leitete Müller jahrelang den Sportwagenbauer Porsche und kam als studierter Informatiker nie in die Nähe der Motorenentwicklung. Doch nun holt auch ihn die Dieselkrise ein. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte, ermittelt sie gegen Müller wegen Verdachts auf Marktmanipulation, weil er im September 2015 im Vorstand der Porsche SE saß. Ermittlungen laufen gegen zahlreiche hochrangige VW-Manager. Einige kostete die Dieselkrise bereits ihre gutdotierten Jobs, wie unser Überblick zeigt.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Matthias MÜller, Volkswagen-Konzernchef seit 24.09.2016

was gegen ihn läuft: strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts auf Marktmanipulation
Begründung: Müller ist seit 2010 Vorstandsmitglied der Porsche-Holding Porsche SE; Volkswagen und auch die VW-Dachgesellschaft Porsche SE hat möglicherweise bewusst verspätet über die Folgen der millionenfachen Abgasmanipulationen informiert

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Martin Winterkorn, Volkswagen-Konzernchef bis 23.09.2016

was gegen ihn läuft: Untersuchungsausschuss des Bundestags befragte ihn zur Dieselkrise, strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Braunschweig und Stuttgart wegen des Verdachts auf Marktmanipulation
Begründung: Volkswagen hat möglicherweise bewusst verspätet über die Folgen der millionenfachen Abgasmanipulationen informiert
seit wann: Untersuchungsausschuss seit Juli 2016, staatsanwaltliche Ermittlungen seit Juni 2016 nach Strafanzeige der Finanzaufsicht BaFin

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Volkswagen AG seit 07.10.2015, davor Finanzvorstand des Volkwagen-Konzerns

was gegen ihn läuft: strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Braunschweig und Stuttgart wegen Verdachts auf Marktmanipulation
Begründung: Volkswagen hat möglicherweise bewusst verspätet über die Folgen der millionenfachen Abgasmanipulationen informiert
seit wann: seit November 2016, Anfangsverdacht hat sich durch Ermittlungen gegen Winterkorn und Diess ergeben

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Herbert Diess, VW-Markenchef seit 01.09.2015

was gegen ihn läuft: strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig, wegen des Verdachts auf Marktmanipulation
Begründung: Volkswagen hat möglicherweise bewusst verspätet über die Folgen der millionenfachen Abgasmanipulationen informiert
seit wann: seit Juni 2016, nach Strafanzeige der Finanzaufsicht BaFin

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Gesamter Vorstand der Volkswagen AG im September 2015, von links nach rechts: Jochem Heizmann, Vorstand China; Christian Klingler, damals Vorstand Vertrieb; Andreas Renschler, Vorstand Nutzfahrzeugsparte; Rupert Stadler, Audi-Chef; Matthias Müller, damals noch Porsche-Vorstand; Ex-VW-Chef Martin Winterkorn; Hans Dieter Pötsch, damals Finanzvorstand, jetzt Chef des Aufsichtsrats; Horst Neumann, damals Vorstand Personal; Francisco Javier Garcia Sanz, Vorstand Beschaffung

was gegen sie läuft: Anzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, wegen des Verdachts der vorsätzlichen Marktmanipulation
Begründung: Die BaFin verdächtigt VW, dass der Konzern im September 2015 möglicherweise bewusst verspätet über die finanziellen Folgen des Diesel-Skandals informierte. Bisher laufen aufgrund der Anzeige aber nur staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Ex-Konzernchef Winterkorn, VW-Markenchef Diess und seit November 2016 auch gegen VW-Aufsichtsratschef Pötsch
seit wann: Mitte Juni 2016

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Thomas Kuehl, Chef Volkswagen Korea und Johannes Thammer (im Bild), Chef Audi Volkswagen Korea

was gegen sie läuft: Ermittlungen der Bezirksstaatsanwaltschaft Seoul, Südkorea
Begründung: die koreanischen Staatsanwälte ermitteln unter anderem wegen Vorwürfen, dass VW Unterlagen über Abgaswerte geschönt und Teile illegal ausgewechselt habe. Gerüchten zufolge dürfen beide Manager das Land nicht jeweils gemeinsam mit ihren Ehefrauen verlassen.
seit wann: Januar 2016, nach Strafanzeige durch das koreanische Umweltministerium

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Heinz-Jacob Neußer, Entwicklungschef VW-Konzern bis September 2015

was gegen ihn lief: beurlaubt durch den Volkswagen-Konzern im Herbst 2015
Begründung: mögliche Verantwortung im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren des VW-Konzerns
seit wann: am 28.09.2015 bekanntgeworden

Foto: Volkswagen
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Ulrich Hackenberg, Entwicklungschef Audi bis September 2015

was gegen ihn lief: im Herbst 2015 suspendiert durch die Volkswagen-Konzernführung, per Ende des Jahres ausgeschieden
Begründung: mögliche Verantwortung im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren des VW-Konzerns
seit wann: vorläufige Suspendierung am 28.09.2015 bekanntgeworden, am 04.12.2015 wurde Hackenberg offiziell verabschiedet und sein Nachfolger Stefan Knirsch benannt

Foto: REBECCA COOK/ REUTERS
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Stefan Knirsch, Audi-Entwicklungsvorstand Januar bis September 2016

was gegen ihn lief: einvernehmliche Vertragsauflösung mit Audi-Aufsichtsrat
Begründung: Knirsch soll früh von den Manipulationen an Audis 3,0-Liter-Dieselmotoren gewusst haben. Die internen Ermittler der US-Kanzlei Jones Day sollen ihn schwer belastet haben
seit wann: offizielle Audi-Bestätigung der Trennung von Knirsch am 26.09.2016

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Wolfgang Hatz, Porsche-Entwicklungschef bis September 2015

was gegen ihn lief: im Herbst 2015 suspendiert durch die Volkswagen-Konzernführung, per Mai 2016 ausgeschieden
Begründung: mögliche Verantwortung im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren des VW-Konzerns.
seit wann: vorläufige Suspendierung am 28.09.2015 bekanntgeworden, Trennung am 03.05.2016 vermeldet, bislang laut Porsche keine Hinweise auf eine Mitverantwortung von Hatz bei der Abgasaffäre

Foto: Porsche
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