Obama, Clinton und Co. So lief die Börse unter den vergangenen US-Präsidenten
Der Statistik zufolge sind demokratische US-Präsidenten besser für die Börse als republikanische. Der aktuelle Amtsinhaber jedenfalls kann auf eine erfreuliche Performance am Aktienmarkt zurückblicken. Das verwundert allerdings auch nicht, angesichts der Tatsache, dass Barack Obama (hier mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Hannover Messe 2016) Anfang 2009 sein Amt antrat, als gerade die Finanzmärkte zusammengebrochen waren und die Weltwirtschaftskrise eingesetzt hatte. In den acht Jahren seiner Regierungszeit ist der breite US-Index S&P 500 um insgesamt rund 150 Prozent gestiegen.
Der Name George W. Bush bleibt vor allem im Zusammenhang mit dem "Krieg gegen den Terror" in Erinnerung, den er sich auf die Fahnen geschrieben hatte. Aus Sicht der Börse steht Bush nicht gut da, denn seine Amtszeit endete beinahe auf dem Tiefpunkt der Wirtschaftskrise 2009. Seit seinem Amtsantritt 2001 hatte der S&P 500 bis dahin unter dem Strich etwa 60 Prozent verloren.
Bill Clinton, Gatte der aktuellen Kandidatin Hillary Clinton, ist nach Berechnung von Fondsmanager Raimund Saxinger von Frankfurt Trust der US-Präsident mit der besten Börsenperformance. Als er 1993 sein Amt antrat, stand der S&P 500 bei etwa 440 Punkten. Acht Jahre später war das Aktienbarometer bis auf etwa 1370 Punkte gestiegen - ein Plus von 211 Prozent binnen acht Jahren. Der Vollständigkeit muss allerdings gesagt werden, dass sich die Aktienkurse zum Jahreswechsel 2000/2001 nach dem Platzen der Internet-Blase gerade beinahe im freien Fall befanden. Wäre Clinton noch ein paar Monate später aus dem Amt geschieden, hätte seine Bilanz längst nicht so gut ausgesehen.
George H Bush (2. v. r.), der Vater von George W., amtierte lediglich vier Jahre im Oval Office des Weißen Hauses. Seine Bilanz: Von 1989 bis 1993 stieg der US-Index S&P 500 um etwa 50 Prozent.
Der frühere Hollywood-Schauspieler Ronald Reagan stand als US-Präsident für die Annäherung zwischen West und Ost (im Bild links, mit dem seinerzeitigen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow). Wirtschaftspolitisch hat Reagan die sogenannten Reaganomics geprägt, eine Wirtschaftspolitik, die zwar den Wohlstand steigerte, aber ebenso die Staatsverschuldung in die Höhe trieb. Von 1981 bis 1989 saß Reagan im Weißen Haus. Der S&P 500 stieg in der Zeit um 130 Prozent.
Die Frage ist, wer nächster Präsident der Vereinigten Staaten wird, Hillary Clinton oder Donald Trump? Oder doch der Demokrat Bernie Sanders, der allerdings nur noch Außenseiterchancen hat. Weil vor allem Immobilienmilliardär Trump einen ziemlich großen Unsicherheitsfaktor darstellt, dürften die Investoren an der Börse bis zur Wahl im November vorsichtig sein.