Glückstricks So haben Sie nachhaltig etwas von Ihrem Urlaub

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Erinnern Sie sich an einen besonders glücklichen Urlaub? Was genau war daran besonders? Und vor allem: Hatten Sie einfach Glück, mit den Wetter, dem Reiseleiter oder den Mitreisenden? Oder ging sogar einiges schief, und Sie haben einfach das Beste daraus gemacht und waren glücklich? Erfreulicherweise haben wir letzteres immer selbst in der Hand. Glück hat zwei Hauptbestandteile: Das Gefühl, jetzt gerade glücklich zu sein, sich wohl zu fühlen. Und die mentale Bewertung, mit der Situation zufrieden zu sein. Davon ausgehend haben Sie verschiedene Varianten, Ihr Urlaubsglück selbst zu bestimmen. Das Wichtigste vorab: Sie selbst sind Ihre Trumpfkarte! Genau genommen ist es die Frage: "Was kann ICH heute dafür tun, dass ich glücklich bin?" Haben Sie sich einmal entschieden, dass Sie glücklich sein werden, verändern dies alles. Ihr Befinden, Ihre Wahrnehmung, Ihr Verhalten und dessen Ergebnisse. Hier kommen zwölf Tipps, was Sie im Urlaub tun - und neun weitere, was Sie unbedingt lassen sollten. Von Ilona Bürgel

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Sehen Sie, was für einen guten Urlaub Sie haben

Unser Gehirn passt sich an jede Situation an. Der gleiche Kuchen schmeckt beim zehnten Mal lange nicht mehr so gut wie beim ersten. Wir übersehen deshalb auch im Urlaub gern, wie viel Gutes und Wertvolles wir haben. Weil es ganz selbstverständlich geworden ist. Positive Gefühle verschwinden schneller. Weil wir sie nicht so intensiv und nachhaltig wahrnehmen wie negative. Wir müssen bewusst gegensteuern. Fangen Sie das Abendessen zum Beispiel mit dem Rückblick auf die Freuden des Tages an. Egal, was sonst noch passiert ist.

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Stellen Sie weniger Bedingungen an Ihr Urlaubsglück

Umso leichter und öfter erreichen Sie es. Je offener Sie neuen Situationen gegenüber sind, je unabhängiger Sie von Raumgröße, Wetter, Essen, Pünktlichkeit u. ä. sind, je besser Sie selbst für Ihr Wohlbefinden sorgen, umso lockerer können Sie mit allem umgehen, was Sie erleben. Sie sind ja schon gut drauf und brauchen sonst nichts dafür. Alles was dann klappt, schön und angenehm ist, kommt als Sahnehäubchen dazu.

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Machen Sie sich schöne Gedanken

Das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob Sie sich etwas lediglich vorstellen oder ob Sie es tatsächlich erleben. Es reagiert auf eine vorgestellte Freude, aber auch auf Ärger ebenso wie auf ein erlebtes Gefühl. In einem guten mentalen Zustand treffen wir bessere Entscheidungen. Statt sich den bevorstehenden Stau auf der Autobahn vorzustellen könnten Sie besser vorstellen, wie angenehm Sie mit Ihrem Beifahrer plaudern werden. Mit oder ohne Stau.

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Relativieren Sie die negativen Ereignisse

Sie sind immer ein Einzelfall in einer Summe von vielem Guten. Bleiben Sie bei den Tatsachen. Was ist wirklich geschehen? Was ist Ihre Interpretation?

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Schaffen Sie Verbundenheit

Positive soziale Emotionen sind besonders wohltuend für uns Menschen. Viel zu oft haben wir das Gefühl, allein zu sein oder nicht verstanden zu werden. Gerade in schwierigen Situationen. Positive Emotionen erweitern die Perspektive. Dies gilt besonders für Gefühle wie Vertrauen, Hilfsbereitschaft oder Zusammenhalt. Wie die Mitglieder einer Gruppe/Familie miteinander umgehen, ist deshalb viel wichtiger, als wer dabei ist.

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Respektieren Sie die Ordnung des Lebens

Können Sie gut warten? Ungeduld ist der Feind jedes Glücks und vieler Situationen. Pläne sind gut, Tempo ist gut, Anstrengung ist gut. Alles zu seiner Zeit. Energetisch sind sie dem männlichen "Yang"- Prinzip zugeordnet. Doch so, wie es keinen Tag ohne Nacht gibt, brauchen wir auch das weibliche "Yin"-Prinzip für unser seelisches und körperliches Gleichgewicht. Es gehört zur Ungeduld die Geduld, zu Tempo Langsamkeit, zu Plänen Sinnloses und zu Anstrengung Erholung.

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Setzen Sie auf gedankliche Präsenz

Die Forschung sagt, dass wir etwa die Hälfte der wachen Zeit in Gedanken nicht bei dem sind, was wir tun. Dies unabhängig davon, ob es angenehm oder unangenehm ist. Das macht unglücklich. Und weniger erfolgreich – wir finden nämlich nicht die besten Lösungen.

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Befassen Sie sich mit Machbarem

Konzentrieren Sie sich auf Urlaubsfaktoren, die Sie beeinflussen können. Sie können etwa das Essen auf dem Langstreckenflug vorbestellen statt zu erwarten, dass Ihnen jemand das letzte vegetarische Essen überlässt oder einen Platz mit mehr Beinfreiheit buchen statt zu hoffen, dass Sie ein Upgrade verhandeln können.

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Sorgen Sie für neue Erfahrungen

Die Versuchung ist groß, im Urlaub so zu essen, zu reisen oder zu organisieren wie im Alltag. Die scheinbare Sicherheit kann langweilig werden. Der angenehme Erholungseffekt entsteht aus vielen Einzelteilen wie dem Brechen mit Routinen des Alltags, neuen Eindrücken und Überraschungen. Dies führt zur Ausschüttung des Wohlfühlbotenstoffes Dopamin.

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Lernen Sie von resilienten Menschen

Sie befassen sich mit Problemen, wenn sie da sind, nicht früher und nicht danach. Wenn das Problem da ist und mit ihm Angst oder Ärger einhergehen, dann können Sie mit guten Gedanken z. B. Ihren Herzschlag beruhigen und sich dadurch schneller erholen.

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Machen Sie im Urlaub Urlaub

Im Urlaub haben viele ein Auge auf die Arbeit. Es mag subjektiv gesehen so sein, dass der Blick aus der Ferne auf die E-Mails das Gefühl gibt, später weniger Stress zu haben. Die neueste Forschung sagt allerdings, dass schon allein die Anwesenheit eines Handys auf dem Tisch unsere Aufmerksamkeit ablenkt und wir für optimale Erholung wirklich auf andere Gedanken kommen müssen.

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Bevorzugen Sie sinnvolles Tun

Wir setzen meist auf die schnelle Befriedigung von Bedürfnissen für unser Glück, etwa durch Essen, Computerspiele oder Shoppen. Auf Immunzellebene reduziert sich Stress jedoch auf diese Weise nicht. Dafür brauchen wir Glücksmomente, die durch etwas Sinnvolles und mit langfristigem Nutzen entstehen. Das kann das Engagement für die Familie und Freunde oder einen gemeinnützigen Verein sein, oder auch etwas zu lernen oder mitzugestalten.

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Jetzt wissen Sie, was Sie tun sollten. Haben Sie aber auch einen Blick dafür, was Ihnen Ihr Glück rauben kann. In diese neun Glücksfallen sollten Sie keinesfalls tappen:

Wir sorgen nicht gut genug für uns selbst

Wir wünschen uns häufig von anderen die Aufmerksamkeit, Wertschätzung oder Liebe, die wir uns selbst nicht geben. Weil wir scheinbar keine Zeit oder Muße dafür haben. Oder weil wir schlicht nicht wissen, wie das geht. Wir hadern lieber mit uns und Unerledigtem oder der Konfektionsgröße und verderben uns damit die gute Laune. Wir hoffen, dass die Familie oder der Weingutbesitzer für die gute Laune sorgen, die wir nicht haben. Egal ob Freunde oder Familie: Andere sind nicht für unser Wohlbefinden zuständig. Nur so gut, wie Sie mit sich umgehen, werden Sie auch mit anderen und allen Lebenssituationen umgehen.

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Wir vergessen, dankbar zu sein

Wann haben Sie zuletzt zu einer anderen Person gesagt: Schön, dass es dich gibt? Oder: Ich bin so froh, dass ich dich habe? Wo, wann, wem? "Nicht getadelt ist genug gelobt": kennen Sie dieses Sprich-wort auch? Es spiegelt unsere Geisteshaltung wider. Die meisten Menschen glauben, selbst freundlich und wertschätzend zu handeln. Doch führen Sie einfach einmal eine ehrliche Strichliste, sie werden wahrscheinlich überrascht sein. Die gute Absicht ist gewiss vorhanden, die Umsetzung jedoch geht sowohl gegenüber den uns nahen Menschen als auch bei der Wertschätzung für Dienstleistungen unter.

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Wir hadern mit Anderen

Der Glücksbringer Nummer 1 für uns Menschen sind Menschen. Das machen wir uns durch enttäuschte Erwartungen, nicht verzeihen oder Recht haben wollen kaputt. Die reale Gemeinschaft mit anderen Menschen, Augen- und Körperkontakt oder sich anzulächeln sorgt für den Entspannungsbotenstoff Oxytozin. Das gilt für alle Menschen, nicht nur für nahestehende Personen. Fördern Sie die Harmonie im Umgang miteinander und sehen Sie, wie schön es ist, dass es die anderen Menschen in Ihrem Leben gibt.

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Wir wissen nicht mehr, wie erholen geht

Wir üben es im Alltag einfach nicht oft und lange genug. Hilfreich ist jede Art von Natur, egal ob Berg, Fluss oder Park; Grünes wie Bäume, Blumen, Pflanzen; Bewegung, Entspannung, gesundes Essen, guter Schlaf. Trainieren Sie Entspannung im Alltag, dann fällt es im Urlaub leichter, in den Erholungsmodus umzuschalten.

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Wir machen zu selten Urlaub

Denken Sie auch, dass mindestens einmal im Jahr ein großer Urlaub von ungefähr drei Wochen wichtig ist? Subjektiv haben viele Menschen den Eindruck, dass sie lange brauchen, um abzuschalten und im Urlaub anzukommen, dass man länger Urlaub machen muss, damit der Erholungseffekt einsetzt. Dagegen spricht die aktuelle Forschung. Sie sagt, dass der Urlaubseffekt so oder so schon nach einer Woche im Alltag zu bröckeln anfängt und meist nach einem Monat dahin ist. Und das unabhängig davon wie lange der Urlaub dauerte.

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Wir arbeiten uns urlaubsreif

Hier handelt es sich um die Annahme, dass man sich eine Auszeit sozusagen verdienen muss. So nehmen wir an, wir müssten vor und nach dem Urlaub richtig viel leisten. Im Urlaub selbst kann es dann zur "Stress-Wegfall"-Reaktion mit Infekten und Erschöpfung kommen. Reduzieren Sie in den Tagen vor dem Urlaub lieber die Anzahl der Termine, statt sie zu erhöhen. Denn es gibt ein Leben nach dem Urlaub.

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Wir wollen immer mehr von der Droge Glück

Weil sich das Gehirn an alles gewöhnt, brauchen wir auf Hormonebene eine immer höhere Dosis von Dingen, um uns gleich wohl und zufrieden zu fühlen. Das ist beim Essen, Einkaufen, Spielen, bei Alkohol und auch beim Glück so. Hinzu kommt, dass wir jeden Tag, in jeder Woche und jedem Monat so viel erleben, dass es sich überlagert. Angesichts eines Überangebotes an Erlebnissen und Möglichkeiten versuchen wir auch im Urlaub, nichts zu verpassen. Diese kostbare Zeit rinnt uns dabei durch die Hände, weil wir hindurch hetzen.

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Wir vergessen zu schnell

Die Andenkenbranche boomt und mancher hat schon so viele Steine vom Spaziergang am Meer mitgebracht, dass der Platz langsam knapp wird. Sie machen sich gern über solche Gepflogenheiten lustig? Zu Un-recht. Die Glücksforschung sagt, dass kleine Erinnerungen an schöne Augenblicke der Fortsetzung des guten Befindens im Alltag dienen. Sie können sogar Anker sein, mit denen man das gute Urlaubsgefühl schnell wieder zurückholen kann.

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Wir wollen Stress vermeiden

Ohne Stress könnten wir manches in unserem Leben gar nicht leisten. Stress ist vor allem eine Orientierungs- und Aktivierungsreaktion, die uns in die Lage versetzt, überhaupt zu agieren. Cortisol und Adrenalin sorgen dafür, dass wir aktiv und munter werden. Und: Stress motiviert und spornt an. Vielleicht hätten Sie sich nie in ein Flugzeug gesetzt oder nicht um einen Tisch am Fenster verhandelt, wenn Sie keinen körperlichen Anstoß bekommen hätten.

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Die Psychologin Ilona Bürgel zählt zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Wie ein roter Faden zieht sich die Einladung zu einem Perspektivwechsel durch ihre Arbeit - weg von der Fixierung auf äußere Bedingungen in unserer sich ständig ändernden Welt, hin zum guten Umgang mit sich selbst. Sie will aufzeigen, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Nach 15 Jahren in Führungspositionen ist sie heute Referentin, Beraterin, Autorin und Kolumnistin. Sie wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden und im dänischen Århus.

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