Seitenwechsel Gerade noch Regierungsbank, jetzt Chefetage

Der von seiner eigenen Partei abservierte Ex-Außen- und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel heuert bei Siemens an. Er ist nicht der einzige seiner Zunft, der nach dem Abschied aus der Politik einmal richtig Geld verdienen möchte.
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Der von seiner eigenen Partei abservierte frühere Wirtschafts- und Außenminister Sigmar Gabriel soll Verwaltungsrat der geplanten Bahnallianz von Siemens und Alstom werden. Siemens und Alstom hatten die Zug-Allianz im vergangenen Herbst angekündigt. Als Bundeswirtschaftsminister hatte sich Gabriel für ein Geschäft zwischen Siemens und Alstom stark gemacht. Den Bestimmungen zufolge dürfen ehemalige Mitglieder der Bundesregierung frühestens nach einem Jahr einen Job in der Privatwirtschaft annehmen. Der frühere SPD-Chef stünde damit ab März 2019 für Siemens Alstom zur Verfügung.

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Ein anderer prominenter SDP-Politiker, den es nach seinem Ausscheiden in einen lukrativen Job in der Privatwirtschaft zog, ist der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder. Wenige Monate nach seinem Abgang aus der Politik 2005 nahm der Ex-Bundeskanzler eine Tätigkeit für russische Energiekonzerne (Northstream) auf. Seit 2017 führt er auch den Rosneft-Aufsichtsrat - und stand bei der jüngsten Vereidigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin ganz vorne in den Reihen der Gratulanten.

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Philipp Rösler: Der frühere Gesundheits- und Wirtschaftsminister ging nach dem Aus der FDP im Bundestag zunächst 2014 als Geschäftsführer in die Schweiz zur Stiftung World Economic Forum. Seit Ende 2017 ist er Chef der Hainan Cihang Charity Foundation, die knapp 30 Prozent am chinesischen Mischkonzern HNA Group hält.

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Daniel Bahr: Bis zum 17. Dezember 2013 war der frühere FDP-Politiker als Gesundheitsminister für die Regulierung der privaten Krankenversicherungen zuständig und verschaffte diesen das Anrecht auf Herstellerrabatt. Etwa ein Jahr später trat Bahr einen Job bei der Allianz an - als Generalbevollmächtigter der Allianz Private Krankenversicherung. Eigentlich sollte er bereits nach einigen Monaten in den Vorstand des Krankrankenversicherers aufrücken - konnte den Vorstandssessel aber erst 2017 besetzen. Die Versicherungsaufsicht hatte auf eine längere Einarbeitungszeit bestanden.

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Dirk Niebel: Als FDP-Entwicklungshilfeminister bewilligte Dirk Niebel mit anderen Ministern den Export von Panzern nach Saudi-Arabien. Wenige Monate nach seinem Ausscheiden aus der Politik wurde er 2015 Waffenlobbyist beim Rüstungskonzern Rheinmetall ...

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... dort hat mittlerweile auch der CDU-Politiker Franz Josef Jung, der von 2005 bis 2009 deutscher Verteidigungsminister war, ein Auskommen gefunden - als Aufsichtsrat.

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Eckart von Klaeden: Der CDU-Politiker war von 2009 bis 2013 Staatsminister im Kanzleramt - und wechselte von dorthin fast nahtlos zum Stuttgarter Autobauer Daimler. Ein Wechsel, der sich nicht nur finanziell für von Klaeden gelohnt haben dürfte, sondern auch für Daimler, da von Klaeden über seiner alten Kontakte erfolgreich bei Regeln für Abgastests im Kanzleramt intervenieren konnte.

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Manuel Barroso: Der frühere portugiesische Regierungschef, der bis 2014 die EU-Kommission leitete, wechselte im Juli 2016 zur Investmentbank Goldman Sachs. Ein Wechsel, der für jede Menge Ärger sorgte - auch weil Barroso, der offiziell als Berater in Sachen Brexit angeheuert hatte, anders als angekündigt, persönliches Lobbying in seiner ehemaligen Behörde betrieb.

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Ronald Pofalla (CDU): Als der Ex-Kanzleramtsminister 2015 zur Deutschen Bahn ging, war die Aufregung groß. Eingestiegen als Cheflobbyist rückte Pofalla 2015 in den Vorstand auf, wo er seit 2017 für Infrastruktur zuständig ist. Zwischenzeitlich wurde er sogar als möglicher Bahnchef gehandelt.

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Roland Koch (CDU): Sein Fall unterscheidet sich von den meisten anderen Seitenwechseln von der Politik in die Wirtschaft. Denn Koch hatte keinen Versorgungsposten nötig. Mehr als elf Jahre lang war Koch Ministerpräsident in Hessen - und gab dieses Amt im August 2010 aus freien Stücken auf. Ab 2011 führte er stattdessen den Baukonzern Bilfinger - musste diesen Posten allerdings im August 2014 nach einer Gewinnwarnung wieder abgeben.

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Neelie Kroes: Die frühere Digitalkommissarin hat sich nach ihrem Ausscheiden aus der EU-Kommission 2014 gleich drei lukrative Jobs besorgt. Als Beraterin der Bank of America Merrill Lynch, Verwaltungsrätin des US-Software-Konzern Salesforce und Lobbyistin für den Online-Fahrtenvermittler Uber, für den sie schon während ihrer Kommissionszeit massiv Partei ergriffen hatte.

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Stefan Mappus (CDU): Der ehmalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg wechselte nach der verlorenen Landtagswahl 2011 zum Pharmakonzern Merck - wo er beinahe Brasilien-Chef geworden wäre. Allerdings nur für drei Monate. Die zunehmende Kritik und Ermittlungen hinsichtlich seiner Rolle als Regierungschef beim Rückkauf des Energiekonzerns EnBW war der Grund für den schnellen Abschied bei Merck. Seit März 2015 ist der Diplomökonom nun Vorstand beim IT-Beratungshaus PMOne in München, einem Mittelständler mit 240 Mitarbeitern.

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