Senvion geht an die Börse Die Weltmächte der Windkraft

Börsengänge, Übernahmen, Fusionen: In der Windkraft-Industrie bleibt derzeit kaum ein Stein auf dem anderen. Konzerne und Investoren wollen sich einen möglichst großen Anteil am starken Wachstum der Branche erkaufen. mm.de dokumentiert, wer ganz oben mitspielt. So viel vorweg: Derzeit vollzieht sich ein historischer Wachwechsel.
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Senvion wagt sich an die Börse: Der Kurzzeit-Besitzer des Hamburger Windradbauers, Centerbridge, will am 18. März 46 Prozent der Anteile zu 20 bis 23,50 Euro je Aktie an die Börse bringen. Damit würde die Firma mit bis zu 1,5 Milliarden Euro bewertet. Vor 15 Monaten hatte er eine Milliarde Euro für die Firma bezahlt. Doch Senvion ist und bleibt mit 1477 Megawatt installierter Leistung (2014) und einem Weltmarktanteil von 2,8 Prozent (2014) vergleichsweise klein, wie das Top-Ten-Ranking zeigt.

Foto: Senvion
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Platz 10: CSIC Haizhuang Windpower (China)

Die Tochter des staatlichen Schiffbau-Konglomerats CSIC hat im vergangenen Jahr vom starken Heimatmarkt profitiert. Zwar hat das Unternehmen unlängst seinen Markteintritt für die USA verkündet, doch nahezu 100 Prozent der CSIC-Anlagen wurden in China installiert. Das Unternehmen tauchte erstmals in der Top-Ten-Liste auf.

Installierte Leistung 2015: 2000 Megawatt

Quelle: Bloomberg New Energy Finance 2016

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Platz 9: Envision (China)

Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai verdankt seine Größe ebenfalls dem Windboom in China. Dort wurden allein im vergangenen Jahr Rotoren mit mehr als 32.000 Megawatt aufgestellt. Zum Vergleich: Der Bestand aller Windkraftanlagen in Deutschland liegt bei etwa 44.000 Megawatt.

Installierte Leistung 2015: 2700 Megawatt

Foto: envision
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Platz 8: Ming Yang (China)

Das Unternehmen ist der größte chinesische Windradhersteller in Privatbesitz. Obwohl China seit Jahren den mit Abstand größten Absatzmarkt darstellt, marschiert die dortige Industrie auf dem Weltmarkt nicht richtig durch. Auch Ming Yang ist fast ausschließlich auf dem Heimatmarkt aktiv.

Installierte Leistung 2015: 2700 Megawatt

Foto: REUTERS
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Platz 7: Guodian (China)

Der staatliche Stromversorger ist selbst in den Bau von Windkraftanlagen eingestiegen, was in der Branche eher unüblich ist. Die wichtigste Anlage wurde vom Rendsburger Unternehmen Aerodyn entwickelt.

Installierte Leistung 2015: 2800 Megawatt

Foto: REUTERS
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Platz 6: Enercon (Deutschland)

Einen eigenwilligen Weg geht Enercon aus dem ostfriesischen Aurich. Technisch grenzte sich der deutsche Marktführer früh von der Konkurrenz ab und setzte auf getriebelose Anlagen und Betontürme. Dem Offshore-Boom hielt sich Enercon ebenso fern wie von USA oder China. Die Ostfriesen setzen stark auf den fortgesetzten deutschen Bauboom.

Installierte Leistung 2015: 3000 Megawatt

Foto: DPA
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Platz 5: Gamesa (Spanien)

In früheren Jahren standen die Spanier viel weiter vorn, doch dann brach der Heimatmarkt völlig zusammen. Der soll jetzt mit neuen Subventionen wiederbelebt werden - obwohl die dort gar nicht mehr für wirtschaftlichen Betrieb nötig sind.

Installierte Leistung 2015: 3100 Megawatt

Foto: Gamesa
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Platz 4: Siemens (Deutschland)

Die Münchener haben die Schwäche von Gamesa ausgenutzt und wollen mit den Spaniern fusionieren. Besonders stark ist Siemens im Bereich Offshore - dort zieht der Technologiekonzern einsam seine Runden an der Weltspitze.

Installierte Leistung 2015: 3100 Megawatt

Foto: Siemens
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Platz 3: General Electric (USA)

Der Siemens-Rivale ist auch im Windkraftgeschäft groß. Zahlreiche Übernahmen (unter anderem Tacke Wind, Enrons Windsparte) haben die Amerikaner zu einer Wind-Weltmacht befördert.

Installierte Leistung 2015: 5900 Megawatt

Foto: AFP
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Platz 2: Vestas (Dänemark)

Lange gehörte dem dänischen Pionier Vestas die Top-Position im Ranking. Doch die Dominanz hat im vergangenen Jahr einen Knacks bekommen.

Installierte Leistung 2015: 7300 Megawatt

Foto: Patrick Pleul/ dpa
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Platz 1: Goldwind (China)

Historischer Wachwechsel in der Windbranche: Erstmals hat ein chinesischer Hersteller den Spitzenplatz im Ranking übernommen und somit Vestas verdrängt - dank der aggressiven chinesischen Energiewende-Politik. Und Goldwind ist zugleich der einzige namhafte Hersteller aus der Volksrepublik, der außerhalb des Heimatmarktes Fuß fasst (vor allem in Europa) - wenn auch erst in geringem Maße.

Installierte Leistung 2015: 7800 Megawatt

Foto: Getty Images
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Kandidat für die Top Ten: Nordex

Die Mecklenburger haben die Übernahme des spanischen Konkurrenten Acciona Wind angekündigt - und setzen damit zum Sprung in die Top Ten an. Dann wären drei deutsche Hersteller vertreten. Als Maß aller Dinge in der Windwirtschaft scheint sich aber China zu etablieren.

Installierte Leistung 2015: 1700 Megawatt; Acciona meldete für 2014 1900 Megawatt. Zusammen könnten die beiden Hersteller sogar in die Top Five vorstoßen.

Foto: DPA