Schwarzbuch 2017 Wie der Staat Steuergeld verschwendet

Teure Hightech-Mülleimer, eine illegale Umgehungsstraße und ein Fledermausquartier ohne Fledermäuse - das sind nur einige der Fehlschläge, die sich der Bund nach Meinung der Steuerzahler in diesem Jahr geleistet hat. Ein Blick in das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes.
1 / 7

Baupfusch: Auf fast 47 Millionen Euro beziffert der Steuerzahlerbund die Mehrkosten durch Pfusch bei der Erweiterung der Gebäude des Bundestages. Wegen eines Schadens an der Bodenplatte des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses werde der Bau deutlich teurer, die Fertigstellung verzögere sich weit über das Planungsdatum 2014 hinaus. Zusatzkosten entstünden auch durch nötige Ersatzbüros.

Foto: Omer Messinger/ Getty Images
2 / 7

High-Tech-Mülleimer: Die Städte Potsdam und Köln testen den Angaben zufolge solarbetriebene Luxusmülltonnen. Der "Solar-Presshai" komprimiere den Müll, so dass er seltener geleert werden müsse. Leider gehe die Rechnung nicht auf: Die Kölner Stadtreinigung gehe sogar von Mehrkosten in Höhe von 2000 Euro pro Tonne aus. Zudem benötigt der 8000 Euro teure Mülleimer auch mehr Wartung.

Foto: DPA
3 / 7

Längster Schwarzbau: Eine 8,4 Millionen Euro teure Umgehungsstraße sollte den Angaben zufolge das ostfriesische Bensersiel an der Nordseeküste vom Durchgangsverkehr entlasten. Dies sei aber nur kurz der Fall gewesen, da sie seit Monaten gesperrt sei. Die 2,1 Kilometer lange Strecke führe durch ein Vogelschutzgebiet und sei deshalb für illegal erklärt worden.

Foto: DPA
4 / 7

Endlos-Baustelle: Die Sanierung des Rendsburger Tunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal wird nach Angaben des Steuerzahlerbundes zur Endlosbaustelle: Aus geplanten drei Jahren Bauzeit würden mindestens zwanzig Jahre, statt 25 Millionen zahle der Steuerzahler mehr als 70 Millionen Euro. Nicht einbezogen seien die wirtschaftlichen Folgen durch Sperrungen, Umleitungen und tägliche Staus.

Foto: Carsten Rehder/ picture alliance / dpa
5 / 7

Fehlplanung: Eine Fußgängerbrücke über den Schifffahrtskanal im Stadtquartier am Berliner Hauptbahnhof wird laut Steuerzahlerbund schon in der Planung teurer. Bereits vor Baubeginn zeichne sich ab, dass die Kosten gegenüber der Ursprungs-Schätzung (2,889 Millionen Euro) um rund eine Million steigen. Der Senat begründe die Mehrkosten mit "technisch notwendigen Änderungen" sowie Anpassungen aufgrund der Baupreisentwicklung.

Foto: Gregor Fischer/ dpa
6 / 7

Verschätzt: Die Stadt Hameln wollte nach Darstellung des Steuerzahlerbundes schutzwürdige Bäume per Gutachten erfassen lassen - und habe sich katastrophal verrechnet: Statt 8500 Euro koste das Gutachten 130.000 Euro. Der Aufwand, aus rund 16.000 Gehölzen die schützenswerten Exemplare zu bestimmen, sei unterschätzt worden.

Foto: DPA
7 / 7

Fledermaus: Urlauber, die die Ostsee über die Autobahn 19 erreichen wollten, standen laut Steuerzahlerbund häufig an der Petersdorfer Brücke im Stau. Der Grund seien Sanierungsarbeiten. Die dort ansässigen Fledermäuse sollen umgesiedelt werden. Dafür werde eigens ein Fledermausquartier gebaut. Experten bezweifelten, dass die Fledermäuse die neue Unterkunft annehmen. Kosten: rund 500.000 Euro.

Foto: DPA / Asaf Tsoar
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.