Am Ende des Tages Bless you! Trumps geheimer Plan für Obamacare 2.0

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Zu den Wahlkampfversprechen des US-Präsidenten Donald Trump gehörte auch die Abschaffung des Krankenversicherungssystems Obamacare, das von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt worden war. Inzwischen zeichnet sich ab, auf welche Weise Trump Obamacare ersetzen will. Geplant ist offenbar ein ausgeklügeltes System aus Erlassen, Fernsehinterviews, Pressekonferenzen und Tweets, das in groben Zügen ungefähr so aussehen wird:

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Schritt 1: Trump unterzeichnet einen Erlass, wonach Obamacare von heute auf morgen komplett außer Kraft gesetzt wird.

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Schritt 2: Spätestens zwei Minuten nach der Unterzeichnung twittert Trump: "Just canceled lame Obamacare. Coming up with BIG DEAL. MAKE AMERICA HEALTHY AGAIN!!"

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Schritt 3: Trump unterzeichnet einen Erlass, wonach Menschen aus China, Indien, Indonesien, Brasilien und Pakistan nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Trumps Sprecher Sean Spicer erläutert dazu gegenüber der Presse im Weißen Haus: China, Indien, Indonesien, Brasilien und Pakistan seien neben den USA die bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Etwa 95 bis 98 Prozent der Weltbevölkerung lebten in diesen fünf Ländern. Krankheitserreger würden praktisch ausschließlich aus China, Indien, Indonesien, Brasilien und Pakistan in die USA eingeschleppt.

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Schritt 4: Trump twittert: "Failing NYT writes fiction about healthcare. FAKE NEWS!!!" Zuvor hatte die "New York Times" berichtet, Krankheiten kämen nicht nur aus China, Indien, Indonesien, Brasilien und Pakistan in die USA. Zudem gebe es Krankheiten, die bereits in den USA existierten und nicht mehr eingeschleppt werden müssten, so die "NYT". Krebs zähle beispielsweise dazu, ebenso wie Grippe oder auch Fußpilz.

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Schritt 5: Trumps Beraterin Kellyanne Conway erläutert in einem TV-Interview, wie das Zika-Virus vor wenigen Jahren aus Indien und Indonesien nach Illinois eingeschleppt wurde. Viele Amerikaner wüssten davon nichts, so Conway, denn die Medien hätten nicht darüber berichtet. In dem Interview erwähnt Conway auch eine Ebola-Epidemie, die 2005/2006 aus Pakistan nach Europa kam und dort mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausrottete.

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Schritt 6: Trump twittert: "CNN so negative on health in US. Check out FACTS!!! No one in White House ill since inauguration!" Zuvor hatte der US-Sender CNN über Probleme in der Gesundheitsversorgung der US-Bevölkerung berichtet, die seit der Abschaffung von Obamacare zunähmen. Nachdem auch andere Medien das Thema aufgreifen, stellt Trumps Sprecher Spicer im Weißen Haus klar: Diese Probleme seien nicht die Folge der Abschaffung von Obamacare, sie seien im Gegenteil vielmehr eine späte Auswirkung von Obamacare.

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Schritt 7: Trump trifft sich mit Chefs der größten US-Pharmakonzerne, darunter Johnson & Johnson und Pfizer. Der Reihe nach erklären die CEOs am Tisch dem Präsidenten a) wie viele Jahre lang ihr Unternehmen bereits in den USA tätig ist, b) wie viele tausend Amerikaner ihr Unternehmen in den USA beschäftigt, und c) wie viele tausend Amerikaner ihr Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten in den USA einstellen wird. Trump zeigt sich beeindruckt ("Great, great"), kündigt Steuererleichterungen und Deregulierung für die Pharmaindustrie an und zeigt den erhobenen Daumen in die Kameras.

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Schritt 8: Trump-Beraterin Conway ruft die Amerikaner in einem TV-Interview dazu auf, nicht bei Amazon zu kaufen, sondern den lokalen Handel zu unterstützen. Conway erwähnt auch eine Steuerschuld in Höhe von drei Milliarden Dollar, über die Jeff Bezos, Gründer von Amazon und Besitzer der "Washington Post", mit dem amerikanischen Fiskus streite. Der Interviewer hatte Conway um eine Stellungnahme zu einem Bericht der "Washington Post" gebeten, demzufolge die Trump Organization, deren Geschäfte seit der Ernennung Donald Trumps zum US-Präsidenten dessen Söhne Eric und Donald junior führen, vor Kurzem 100 Millionen Dollar in Aktien der Pharmakonzerne Johnson & Johnson und Pfizer investiert habe.

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Schritt 9: Trump twittert: "Flu reported to come to US next weeks. NO WAY!!! Stay in Mexico or pay big border tax!!"

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Schritt 10: Trump unterzeichnet einen Erlass, wonach Gesundheitsminister Tom Price mal schnell zur Apotheke laufen soll, um dem Präsidenten sein Haarwuchsmittel zu besorgen.

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Schritt 11: Trumps Pressesprecher Spicer bestreitet vor der Presse im Weißen Haus, dass es irgendwann einmal ein Gesundheitssystem namens Obamacare gegeben habe.

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