Klumpenrisiko Kohle Diese Ruhr-Städte trifft die RWE-Misere

Null Dividende: Ein Schock für die RWE-Aktionäre. Vor allem für die Städte und Kreise, die immer noch den größten Anteil am Energiekonzern halten und von denen einige ohnehin überschuldet sind.
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Die Stadt Dortmund braucht jetzt ganz besonders treue Fans. Sie ist über ihre Stadtwerke mit 23 Millionen Aktien (gut 4 Prozent) größte Aktionärin des RWE-Konzerns und maßgebende Kraft der kommunalen Anteilseigner, kaufte seit dem Kurshoch der Aktie von 2008 sogar noch zu. Ende 2015 stuften die Stadtwerke ihre Dividendenerwartung vom bisher bezogenen einen Euro je Aktie vorsichtig auf 85 Cent herab. Und jetzt gibt es, genau: nichts.

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Wenigstens will Dortmund die Zentrale der neuen Ökostromtochter, die im April abgespalten werden soll. Das ginge zu Lasten von Essen, wo RWE residiert. Die Ruhr-Metropole hält mit 18 Millionen RWE-Aktien etwa 3 Prozent, und geriet schon wegen der bisherigen Kursverluste in die Überschuldung (negatives Eigenkapital). Stadtkämmerer Lars Martin Klieve zum Ausfall der Dividende: "Das übertrifft meine schlimmsten Albträume."

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Wesentlich kleiner ist das benachbarte Mülheim an der Ruhr, aber als RWE-Aktionärin mit 9,8 Millionen Anteilsscheinen (1,6 Prozent) ganz groß.

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Bochum erwägt nun, seine über die Stadtwerke gehaltenen 6,6 Millionen RWE-Aktien abzustoßen - Niedrigkurs hin oder her, andere Städte hatten sich zu günstigeren Bedingungen von dem Konzern getrennt und teils sogar entschulden können. Bochum ist nebenher noch größter Aktionär des ebenfalls mit Kohlekraftwerken in Turbulenzen geratenen Unternehmens Trianel - und ohnehin schwer genug getroffen, weil ständig Großunternehmen abwandern wie Opel (im Bild der Abriss des Bochumer Werks).

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Wenigstens konnten sich die Stadtwerke mehrerer Ruhr-Kommunen zum Jahreswechsel aus einem weiteren Kohle-Debakel zurückziehen: dem gemeinsam mit RWE gebauten Großkraftwerk "Gekko" in Hamm. Vor allem für Dortmund und Bochum brachte das große Verluste, aber Hauptsache raus.

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Auch sonst machte sich der Einfluss über zusammengenommen 25 Prozent der RWE-Aktien für die Kommunen bisher nicht bezahlt. Zuletzt musste Deutschland-Chef Arndt Neuhaus, ihr Kandidat für die Nachfolge von Konzernlenker Peter Terium, gehen. Stattdessen zieht Terium jetzt seine Kernspaltung durch.

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Auch der Kandidat der Kommunen für den Aufsichtsratsvorsitz, Ex-Bundeswirtschaftsminister und RAG-Stiftungslenker Werner Müller, fiel durch.

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Stattdessen wird nun der ehemalige SAP-Finanzvorstand Werner Brandt im April den Aktionären zur Wahl vorgeschlagen.

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