Erfolgloser Bahn-Chef Die schlimme Pannenstatistik des Rüdiger Grube

Rüdiger Grube tritt als Bahn-Chef ab - und die Bilanz seiner Regentschaft fällt ernüchternd aus. Hier die augenfälligsten Pleiten und Pannen.
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Mehr Zeit fürs Private: Rüdiger Grube (Bild: gemeinsam mit seiner Frau Cornelia Poletto bei der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie) tritt als Chef der Deutschen Bahn ab. Er hinterlässt eine Bilanz des Grauens...

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Unpünktlichkeit: Jeder fünfte Zug kam zuletzt mit Verspätung an. Auch wenn es schon mal schlimmer war - für eine Vertragsverlängerung zu verbesserten Konditionen reichte diese Bilanz bei Weitem nicht.

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Schwacher Fernverkehr: Trotz Sparpreis-Offensive, neuer Züge und teurer Hochgeschwindigkeitsstrecken kommt die Bahn im Personen-Fernverkehr kaum vom Fleck. Zwar gab es 2015 mit 132 Millionen Fahrten einen Passagierrekord. Doch die gefahrenen Personenkilometer stagnieren weitgehend seit 2012. Die Bahn verliert Marktanteile an die Straße.

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Ein Grund ist das Fernbus-Desaster: Die Bahn hat die noch immer recht neue Konkurrenz lange unterschätzt und musste mit Billigangeboten gegenhalten. Trotzdem gewinnen Mein Fernbus und Co. weiter an Beliebtheit.

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Rüdiger Grube gelang es nicht mit dem eigenen Angebot "IC Bus" für Furore zu sorgen. Anstatt die Linien gewinnbringend mit Schienenverbindungen zu verknüpfen und rasant auszubauen, sind die Doppeldecker inzwischen auf dem Rückzug. Die private Billigkonkurrenz ist zu stark.

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Schwächelnder Güterverkehr: Obwohl die Wirtschaft in Deutschland und Europa brummt, profitiert der Güterverkehr kaum. Seit 2012 sinken die Umsätze, 2015 buchte die Sparte 183 Millionen Euro operativen Verlust. Rüdiger Grube ließ das eher kalt. Originalzitat: "Die anderen staatlichen Güterbahnen verdienen auch kein Geld."

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Katastrophen-Wlan im Zug: Knapp 30 Jahre nach Erfindung des World Wide Web hat die Bahn am 1.1.2017 das kostenlose Wlan im Zug für alle eingeführt - reichlich spät im Vergleich zu Bussen und Bahnen in anderen Staaten. Zuvor gab es nur eine teure Wackel-Verbindung. In Nahverkehrszügen müssen Pendler vielerorts bis heute ohne Funkverbindung auskommen.

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Zu wenige Innovationen: Während die Autobranche sich mit Neuheiten zu selbstfahrenden und vernetzten Autos sowie Batterieantrieben überschlägt, läuft bei der Bahn eher wenig in diese Richtung. Bis heute ist kein Dieselzug auf einer Strecke ohne Oberleitung regelhaft durch einen sauberen Antrieb ersetzt worden. An autonomen Güterwaggons forschen Wissenschaftler seit Jahrzehnten - ohne sichtbares Ergebnis. Die Präsentation eines fahrerlosen Kleinbusses im Dezember 2016 war eher die Ausnahme denn die Regel.

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Gegenwind im Nahverkehr: Die Bahn-Tochter DB Regio gilt zusammen mit dem Netz als stabiler Anker unter dem DB-Dach. Doch der operative Gewinn bröckelte in den vergangenen Jahren recht beständig - und erreichte 2015 mit 669 Millionen Euro einen langjährigen Tiefstand.

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Stuttgart 21: Der Bahnhofs-Neubau in der Schwaben-Metropole gerät vom Prestigeprojekt zum Großdesaster. Die Kosten explodieren, der Nutzen bleibt fragwürdig. Grube selbst hat sich laut "Spiegel" von Stuttgart 21 distanziert: "Ich habe Stuttgart 21 nicht erfunden und hätte es auch nicht gemacht", sagte er demnach auf einer Veranstaltung des Bundesverbands Führungskräfte Deutscher Bahnen - zumindest "nicht unter diesen Bedingungen". S21-Gegner hoffen schon, nach Grubes Abgang kommt auch das Aus für den Bahnhofsneubau.

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Wer Grube nachfolgt, ist noch unklar. Bisweilen führt Richard Lutz, Vorstand Finanzen und Controlling der Deutschen Bahn, die Geschäfte.

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