Rückenwind Welche Versorger mit erneuerbaren Energien Gewinne machen

Erst haben sie sie bekämpft, jetzt entdecken die Energiekonzerne die erneuerbaren Energien als Gewinnmaschine. manager magazin zeigt, welche Versorger im Geschäft mit Wasser, Wind, Sonne und Co. besonders gut dastehen.
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Eon: Die Sparte Climate & Renewables wächst beständig. Im abgelaufenen Jahr wuchs der Umsatz um ein Viertel auf 2,4 Milliarden Euro, wegen steigender Preise für Strom aus Wasserkraft und neuen Wind- und Solarparks. Eon baute seine Aktivitäten zuletzt vor allem in den USA, Großbritannien und Dänemark aus. 2011 entfiel bereits ein Sechstel (1,46 Milliarden Euro) des Ebitda auf das junge Geschäftsfeld. In den kommenden fünf Jahren will Eon sieben Milliarden Euro in das Segment investieren.

Foto: Eon
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RWE: Verglichen mit den Aktivitäten von Eon spielt RWE Innogy im Konzern eine etwas kleinere Rolle. Das hat zum Teil historische Gründe - die Wasserkraft ist für Eon schon lange bedeutsam. RWE Innogy erlöste im vergangenen Jahr 443 Millionen Euro, das Ebitda betrug 338 Millionen Euro. Die von Hans Bünting geleitete Sparte investiert unter anderem in Offshore-Windparks und solarthermische Kraftwerke in Spanien (Foto).

Foto: DPA
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Vattenfall: In der Geschäftseinheit Renewables bündelt der schwedische Staatskonzern seine Ökostrom-Aktivitäten. Windfarmen an Land und auf See, in Schweden, Deutschland und anderen Ländern erwirtschafteten 2011 einen Umsatz von 350 Millionen Euro. Die zahlreichen Wasserkraftwerke des Versorgers - vor allem in Schweden - sind anderweitig in den Konzern eingegliedert. Windkraft war 2011 die einzige Erzeugungsform bei Vattenfall, deren Absatz wuchs - und das gleich um 27 Prozent.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
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EnBW: Der Versorger aus Baden-Württemberg hat seine Ökoaktivitäten in der EnBW Erneuerbare Energien GmbH untergebracht. Die Tochter will die installierte Leistung im Bereich der erneuerbaren Energien bis 2020 von 3000 auf 6000 Megawatt erhöhen. Knapp 11 Prozent der EnBW-Stromerzeugung stammt aus erneuerbaren Energien. Das Unternehmen will weiter stark in Wind- und Wasserkraft investieren. Zuletzt blieben die Investitionen mit 217 Millionen Euro aber deutlich hinter der Konkurrenz zurück.

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Enel: Italiens Versorger hat zuletzt seine Strategie geändert - wenn auch nicht ganz freiwillig. Wie die Großkonkurrenz in Deutschland, beispielsweise der Düsseldorfer Energieriese Eon, musste auch Italiens Nummer eins der Branche auf den Atomausstieg reagieren. Schließlich hat auch Italien das Ende der Atomkraft besiegelt. Jetzt setzt Enel auf einen Mix aus Kohlekraftwerken und erneuerbaren Energien.Veraltete, mit Erdöl betriebene Kraftwerke, sollen in weit effizientere Kohlekraftwerke umgebaut werden. Geplant sind in den kommenden Monaten zudem Investitionen von zwei Milliarden Euro in erneuerbare Energien. Damit allerdings bleibt Enel teils deutlich hinter seinen Wettbewerbern in Europa zurück.

Foto: REUTERS
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Iberdrola: Spaniens größter Stromanbieter erzielt im laufenden Jahr wohl bereits 19 Prozent seines Gewinns vor Steuern und Abschreibungen aus dem Geschäft mit erneuerbaren Energien. Das ist vergleichsweise viel. Der Schwerpunkt der Erzeugung liegt derzeit auf der Windenergie. Aktuell scheinen die Spanier, wie Deutschlands Eon, auch erste Megakraftwerke im Meer bauen zu wollen. Das Premierenprojekt hätte es allerdings in sich: In der Meerenge zwischen dem schottischen Festland und Orkney müssten dazu voraussichtlich rund 1600 Wellen- und Strömungsgeneratoren in die See gepflanzt werden (siehe Foto). Alles deutet derzeit auf eine Kooperation mit Eon.

Foto: DPA
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EDF Frankreichs Staatskonzern steht für Atomkraft. In keinem anderen europäischen Staat wird so viel Energie aus der Kernenergie gewonnen, wie bei unserem Nachbarn. Entsprechend gering ist bisher die Bedeutung erneuerbarer Energien für EDF. Und genau das ist auch ein Problem des Konzerns: Die Stimmung dreht auch in Frankreich langsam gegen Atom. Deshalb wollen die Franzosen in den kommenden Jahren bis zu 15 Milliarden Euro in die alternative Art der Stromerzeugung stecken, insbesondere in Windkraftanlagen auf hoher See - vor Frankreichs Atlantikküste. Zudem strebt EDF aktuell den Bau der größten Solaranlage Europas auf einem alten Militärflugplatz in Frankreich an.

Foto: AFP
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