Emerging Markets Warum Schwellenländer derzeit zulegen

Die Emerging Markets feiern ein Comeback. Investoren suchen Rendite in Schwellenländern. Das hat Gründe.
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Aufholjagd: Am Mittwoch erreichte der MSCI Emerging Market Index den höchsten Stand in diesem Jahr. Die Aufholjagd hat viele Gründe, der wichtigste: Die Zinsen bleiben unten. Der Brexit hat dafür gesorgt, dass viele internationale Investoren europäische Aktien weiterhin meiden. Zugleich sieht auch die US-Notenbank Fed (im Bild: Yellen und Draghi) den Brexit als ein Risiko für die Weltkonjunktur und hat unter anderem deshalb darauf verzichtet, die Zinsen zu erhöhen. An der Börse wird frühestens für Dezember mit einer vorsichtigen Zinserhöhung in den USA gerechnet, in Europa dürfte die EZB ihr Anleihe-Kaufprogramm noch ausweiten. Niedrige Zinsen und eine Billiggeldpolitik der Notenbanken wirken sich positiv für die Schwellenländer aus - billiges Geld sucht Anlageziele.

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Brasilien arbeitet am Comeback: Investoren hatten Schwellenland-Aktien lange Zeit gemieden, die meisten Schwellenland-Papiere erholen sich erst seit diesem Frühjahr von einem tiefen Sturz, der mit dem Fall der Rohstoffpreise einherging. Inzwischen investieren große Pensionsfonds wieder in Anleihen der Schwellenländer, weil diese höhere Rendite bringen als Staatsanleihen aus den Industrienationen. Ein solcher Zeitpunkt ist auch für Privatanleger meist günstig für einen vorsichtigen Einstieg. In Brasilien zum Beispiel versucht die neue Regierung, nach den Olympischen Spielen (Foto) und nach der Absetzung von Dilma Rousseff die Wirtschaft mit einer Reformpolitik wieder in Schwung zu bringen.

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Erholung der Rohstoffpreise: Die Ölpreise und Rohstoffpreise erholen sich seit dem Frühjahr schrittweise von ihrem Absturz. Eine Stabilisierung der Öl- und Rohstoffpreise ist ein wichtiger Treiber für die Erholung in Staaten wie Brasilien, Russland oder Venezuela, deren Wirtschaft stark von den Rohstoffpreisen abhängig ist.

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Das Wachstum in den Industrieländern ist niedrig: Es wird trotz Billiggeldpolitik mittelfristig wohl auch niedrig bleiben. Dies macht Schwellenländer wie Indien und China im direkten Vergleich attraktiv - selbst wenn sich das Wachstum in China auf einem Niveau von 6 Prozent einpendeln sollte, ist das immer noch viel dynamischer als in den Ländern der Eurozone.

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Für viele Anleger sind Schwellenländer wie Venezuela, Indien oder Mexiko derzeit erste Wahl.

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- Der befürchtete Konjunktureinbruch in China ist ausgeblieben - auch deshalb, weil die Zentralbank in Peking immer mehr Geld in die Wirtschaft pumpt. Damit steigt zwar die Verschuldung, doch an den Märkten herrscht laut der DekaBank vor allem Erleichterung darüber, dass die Krise in den "Hauptsorgenländern" Brasilien, Russland und China derzeit an Schärfe verliere. Hinzu komme die Einschätzung, dass viele Emerging-Market-Anlagen trotz der deutlichen Kursanstiege seit Februar immer noch vergleichsweise günstig bewertet seien, so die DekaBank-Analysten.

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