Zerreißprobe für Spanien Was deutsche Konzerne in Katalonien riskieren

Die katalanische Unabhängigkeitsbewegung macht ernst. Mehrere deutsche Unternehmen fürchten den Bruch mit Spanien.
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Ein unabhängiges Katalonien? Dieses Szenario schien bislang weit hergeholt. Nach dem Referendum vom 1. Oktober (90 Prozent Ja-Stimmen bei 42 Prozent Beteiligung) ist die Regionalregierung jedoch wild entschlossen zum Bruch mit Spanien - gerade weil die Zentralregierung die aus ihrer Sicht illegale Abstimmung mit Gewalt verhindern wollte. Nicht nur die Einheit des Königreichs und der EU steht auf dem Spiel ...

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Auch viele deutsche Firmen fürchten um ihre Investitionen in die wirtschaftsstarke Region, laut BDI der Sitz für die Hälfte der rund 1600 deutschen Unternehmen in Spanien. Die Wirtschaftsverbände flehen um "ernstzunehmenden Dialog" zwischen Madrid und Barcelona. Laut DIHK "gefährdet die politische Instabilität unmittelbar die wirtschaftliche Entwicklung".

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Am stärksten exponiert ist der Volkswagen-Konzern. Ihm gehört der größte Arbeitgeber in Katalonien mit mehr als 13.000 Jobs und fast neun Milliarden Euro Umsatz, der Autohersteller Seat mit Stammwerk in Martorell. Vor drei Jahren erschienen noch der spanische König Felipe und der damalige Regionalpräsident zum Fabrikjubiläum der Firma, deren Kürzel gesamtspanisch "Spanische Gesellschaft für Reiseautomobile" bedeutet.

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In Katalonien werden auch Autos anderer Konzernmarken wie Audi gefertigt. Die Vertriebsgesellschaft Volkswagen Audi Espana zählt mit knapp drei Milliarden Euro ebenfalls zu den Umsatzriesen der Region.

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Barcelona ist nicht nur wegen der Leitmesse "Mobile World Congress" wichtig für die Deutsche Telekom (und den spanischen Wettbewerber Telefonica, in Deutschland mit der Tochtergesellschaft O2 aktiv). T-Systems Iberia hat im nahen Cerdanyola del Vallés auch für 50 Millionen Euro eines der größten modularen Rechenzentren der Welt gebaut.

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Der Chemieriese BASF setzt ebenfalls Milliardenbeträge in der Region zwischen Mittelmeer und Pyrenäen um. Das Werk Tarragona wurde gerade erst um eine neue Produktlinie erweitert, und noch im August vom Besuch einer Regionalministerin beehrt. Seit Jahren warnen BASF-Vertreter in Spanien wiederholt vor einem Schrumpfen des Absatzmarktes, wenn Katalonien plötzlich Grenzen zu Rest-Spanien oder gar zur EU bekäme.

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Lidl ist zwar nur die Nummer fünf im spanischen Einzelhandel, aber mit dem Sitz der Landesgesellschaft in Montcada i Reixac bei Barcelona zählt der Discounter der deutschen Schwarz-Gruppe ebenfalls zu den Top Ten der katalanischen Unternehmen.

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Indirekt bedroht die Unabhängigkeitsbewegung auch das Windkraft-Joint-Venture von Siemens. Dessen Zentrale ist bei der gekauften Gamesa in Zamudio bei Bilbao angesiedelt - im Baskenland, der nächstgrößeren von Spanien weg strebenden Region. Die aktuelle baskische Regierung steuert ausnahmsweise einen weniger nationalistischen Kurs. Könnte Katalonien sich tatsächlich absetzen, dürfte das sich aber ändern.

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Wichtig ist Katalonien auch für den Baukonzern ACS, dessen dortige Tochtergesellschaften die Nummer drei im katalanischen Wirtschaftsranking darstellen - und damit auch für die deutsche Tochter Hochtief. Wenn die Muttergesellschaft in Turbulenzen gerät, dürfte das auch hierzulande zu spüren sein.

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