Präsentismus für Profis Glänzen allein durch Anwesenheit

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Ihr Unternehmen setzt vor allem auf eine Größe bei der Beurteilung der Arbeit der Mitarbeiter: Deren Anwesenheit? Weil sie das einzige Kriterium ist, das das Management aus eigener Kompetenz sicher beurteilen kann? Nicht mit Ihnen. Hier kommen fünf (nicht ganz ernst gemeinte) Tipps, mit denen Sie den Präsentismus effektiv für Ihre eigenen Zwecke nutzen können.

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Die Lichtfalle
Abends spät und morgens früh: Besonders wenn Sie in einem gut einsehbaren Bürokomplex arbeiten, lohnt sich die Anschaffung einer kleinen Zeitschaltuhr. Einfach zwischen Schreibtischlampe und Steckdose geschaltet, signalisiert das Licht aus Ihrem Bürofenster allen, die jetzt erst kommen oder schon gehen: Ich bin schon bzw. noch da. Allerdings ist das gewissermaßen nur die technische Grundausstattung, zusammen mit der sehr langsamen Slideshow mit bunten Excel-Tabellen, die während Ihrer Abwesenheit auf Ihrem Bildschirm läuft und Aktivität suggeriert. Was Sie auf jeden Fall noch brauchen… ...

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… ... ist eine zweite Tasche. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Rucksack oder Ihre Laptoptasche Ihr Markenzeichen wird: Wählen Sie ein auffälliges Modell in einprägsamer Farbkombination, das Sie immer mit sich herumtragen. Und davon kaufen Sie gleich zwei. (Pro-Tipp: Die scheußlichsten Farbkombinationen gibt es günstig im Schlussverkauf. Da können Sie sich auch zwei leisten.) Eine zum Mitnehmen und eine zum Im-Büro-Lassen. Zusammen mit Ihrem Zweitsakko, das lässig über der Schreibtischstuhllehne hängt (Pro-Tipp: Alle paar Tage mal austauschen), signalisiert die Tasche: Herr Bratz ist noch im Haus, nur gerade nicht im Büro. Seine hässliche Tasche ist jedenfalls noch da!

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Der Meeting-Trick

Gleich dräut wieder ein lästiges Meeting? Keine Sorge, wir holen Sie da raus. Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste ist ein bisschen riskanter, funktioniert aber fast immer und vor allem ohne Hilfe von außen: Schnappen Sie sich irgendwelche Fehlausdrucke aus dem Papierkorb neben dem Drucker. Es müssen viele sein! Stapeln Sie sie möglichst so, dass man irgendwelche Tabellen mit Zahlen sieht. Damit stürmen Sie drei Minuten vor dem Meeting zum Leiter desselben und sagen außer Atem: "Sorry, bei mir ist grade noch was ganz Wichtiges reingekommen! Ich kann leider nicht, setzen Sie mich beim Protokoll bitte in CC? Ich kümmer mich dann um alles." Da die meisten Meetings eh überflüssig sind, wird da wenig kommen. Und wenn, dann in Form konzentrierter Nachfragen, dafür müssen Sie sich das ganze Gelaber nicht antun. Lange Diskussionen vorher müssen Sie auch nicht fürchten, schließlich muss Ihr Gegenüber jetzt zum Meeting und hat gar keine Zeit dafür. Eine andere Möglichkeit ist der ... …

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Telefon-Trick Vereinbaren Sie einen Telefontermin mit einer Vorgesetzten, die möglichst eine Ebene über dem Leiter des Meetings sitzt. Wenn das schwierig ist: Versuchen Sie einen prominenten Kollegen aus der IT oder der Personalabteilung zu bekommen. Leiten Sie die Anrufe von Ihrem Schreibtischtelefon auf Ihr Handy um. Wenn es brummt, werfen Sie kurz einen Blick drauf und sagen: „Oh, das ist Frau Gerber-Möller, da muss ich rangehen, sorry.“ Und dann gehen Sie aus dem Raum. Nicht vergessen: Die Stirn in dekorative Unmutsfalten legen, weil man Sie aus Ihrem schönen, wichtigen Meeting holt. Und wenn ein mißgönnender Kollege später nachrecherchiert, kommt raus, dass es tatsächlich Frau Gerber-Möller war, mit der Sie gesprochen haben. Sie sind safe!

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Kaffeepause? Nie ohne Unterlagen

Eine wichtige Grundregel müssen Sie beherzigen: Wenn Sie Ihr Büro verlassen, gehen Sie nie mit leeren Händen. Nehmen Sie immer einen Aktenordner, einen Stapel Notizen und/oder Ihren Laptop mit. Das sieht einfach mehr nach Arbeit aus. Und vermeiden Sie den direkten Weg zur Kaffeeküche. Wenn die Architektur Ihrer Firma es hergibt, machen Sie einen Schlenker über entlegenere Flure. Man wird Sie für gut vernetzt im Unternehmen halten – und wenn Sie ein Kollege anspricht, sagen Sie die halbe Wahrheit: „Ich wollte mir nur noch rasch einen Kaffee holen, sorry, bin im Stress.“ Und bevor weitere Nachfragen kommen, zischen Sie mit dem Kaffee und Ihren Unterlagen ab, während der Kollege den Rest des Tages grübelt, mit welchen wichtigen Leuten Sie sich wohl gerade getroffen haben und warum er nicht dabei war.

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