Nachteile der Tüten-Alternativen Auf diesen Vergleich setzt die Plastiklobby

Einweg-Plastiktüten sind das Anti-Produkt der Stunde. Ohne Probleme gibt es jedoch auch die Alternativen nicht, vor allem die Klimabilanz wird schlechter.
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Einweg-Plastiktüten sind bereits in mehr als 32 Staaten verboten - weitere Verbote sind in Vorbereitung, manche EU-Staaten verlangen Steuern oder Gebühren, wie sie Aldi nun freiwillig verhängt. Die Industrie sieht sich in der Defensive. Manche Lobbyisten hoffen jedoch auf ein besonderes Argument: Wer die Meere schützen will, könnte dem Klima schaden. Denn die Alternativen zur leichten Plastiktüte seien oft noch schlimmer.

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Laut einer Studie des britischen Umweltamts von 2011 verursacht eine herkömmliche Tüte aus hochdichtem Polyethylen (HDPE) Emissionen von 1,58 Kilogramm CO2-Äquivalent. Nutzt man Tüten mit Zusatzstoffen für biologischen Abbau, verbessert sich zwar das Recycling (sofern die Sortieranlagen damit klarkommen), der Klimaschaden erhöht sich jedoch: auf 1,75 Kilogramm.

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Festere Tüten aus steifem Polyester sind doppelt so schwer, die Produktion ist auch aufwändiger. Außerdem sind diese Taschen noch schädlicher, wenn sie im Meer landen (und auf Deponien nicht viel besser). Die Briten geben die Emissionen mit 4,184 Kilogramm CO2 an. Dass solche Plastiktüten mehrfach benutzt werden, was die Bilanz verbessern könnte, halten die Forscher für unrealistisch.

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Mit Papiertüten bietet sich diese Rechnung an: Wer dieselbe Tasche viermal benutzt, hat seine Klimabilanz im Vergleich zur herkömmlichen Wegwerf-Plastiktüte verbessert. Nur einmal benutzt, wäre sie mit 5,5 Kilogramm CO2 jedoch ein schlechter Tausch. Vor allem die Papierproduktion mit ihrem hohen Strombedarf und den giftigen Rückständen sei schädlich. Die britische Studie äußert sich skeptisch, ob Mehrweg-Papiertüten ein vernünftiger Weg seien: Sie rissen meist zu schnell oder weichten auf.

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Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) taucht oft in den Mehrfach-Tragetaschen auf, die inzwischen von vielen Händlern angeboten werden. Laut der britischen Studie kommt eine LDPE-Tüte auf 6,9 Kilogramm CO2, müsste demnach fünfmal für eine bessere Klimabilanz benutzt werden. Auch unter den meisten anderen Umweltaspekten wäre es ein Vorteil - unter der Annahme, wie es die Forscher auf dem britischen Markt vorfanden, dass LDPE auf kurzen Wegen in Europa beschafft wird und - im Gegensatz zu herkömmlichen Plastiktüten - wenig chinesischen Kohlestrom braucht.

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Die stärkeren Taschen aus Polypropylen müssten sogar 14-mal benutzt werden, weil sie einzeln mit einem Klimakonto von 21,5 Kilogramm CO2 auf den Markt kommen; hier schlägt vor allem die Nutzung von Wärme aus Schweröl zu Buche. Recycling - wie im Fall der abgebildeten Taschen laut Aufschrift - könnte die Bilanz deutlich verbessern. Für andere Materialien sehen die Forscher wenig Aussicht, den in Produktion und Transport entstandenen Schaden mit Recycling auszugleichen.

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Weder Plastik noch Papier? Dann sind meist Baumwolltaschen die Antwort erster Wahl. Doch Baumwolle wird mit katastrophalen Klimakosten produziert, weil die Pflanze enorm viel Energie und Düngemittel braucht. Das britische Umweltamt gibt die verbundenen Emissionen mit 271,5 Kilogramm CO2-Äquivalent an. Eine solche Tasche müsste 173-mal benutzt werden, um weniger klimaschädlich zu sein als eine Einweg-Plastiktüte. Wenn die Nähte so lange halten ... Allerdings kommen andere Studien zu anderen Werten. Viel hängt von den Annahmen wie dem genutzten Strommix ab, laut der Studie sind die Werte realistisch für den britischen Markt des Jahres 2006.

Quelle: UK Environment Agency 

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