Vom Rohstoff zum Verpackungsmüll So verdient die Plastikindustrie Milliarden

Fluch für die Umwelt, Segen für große Teile der Wirtschaft: Kunststoff erhitzt die Gemüter. Was für die Industrie auf dem Spiel steht, zeigt die milliardenschwere Wertschöpfungskette.
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Ob als Verpackung, Baustoff oder Kleidung: Plastik ist auf dem Vormarsch. Die Jahres-Weltproduktion lag 2016 bei 335 Millionen Tonnen und soll weiter stark wachsen. Bis zum Jahr 2020 steigt das Marktvolumen auf etwa 550 Milliarden Euro, prognostiziert die Unternehmensberatung Grand View Research. Entlang der Kunststoff-Wertschöpfungskette verdienen Konzerne aus verschiedenen Branchen, wie das Beispiel Polyethylen - der wichtigste Verpackungs-Kunststoff - zeigt.

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Am Anfang stehen bei Kunststoffen überwiegend die Rohstoffe Erdgas und Erdöl. Etwa 4 Prozent des europäischen Erdöl-Verbrauchs entfallen auf die Kunststoffproduktion.

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Konzerne wie ExxonMobil, Shell und viele staatliche kontrollierte Unternehmen fördern das schwarze Gold (Foto: Ölextraktion in den USA).

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Reedereien verschiffen den Rohstoff über die Weltmeere zur Weiterverarbeitung ...

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... in Raffinerien. Dort wird das Rohöl unter anderem zu Naphtha (Rohbenzin) destilliert. Es ist der wichtigste Grundstoff für zahlreiche Kunststoffe.

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Gigantische Steamcracker verarbeiten das Naphta weiter, zum Beispiel beim Chemie-Konzern BASF (Foto: Chemiefabrik in Ludwigshafen). Mithilfe von Wasserdampf wird das längerkettige Naphta in kurzkettige Kohlenwasserstoffe gewandelt, vor allem Ethen (Ethylen).

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Das gasförmige Ethen fällt in der chemischen Industrie massenhaft an. Deshalb wird es in Pipelines transportiert. Die relativ neue Ethen-Pipeline in Süddeutschland (Foto: Verlegung der Rohre) verbindet Ethen-Hersteller in Bayern mit großen Chemiefabriken in Westdeutschland und -Europa.

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Aus Ethen produziert die chemische Industrie unter anderem Polyethylen, zum Beispiel in Rohrreaktoren bei BASF. Um Transport und Weiterverarbeitung zu vereinfachen, verlässt der Stoff das Werk oft in Granulatform.

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Von dem Stoff begeistert waren schon Earl S. Tupper und Brownie Wise, die Erfinder der Tupperware und der Tupperparty.

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Geräte, die derartiges Granulat herstellen, kommen häufig von deutschen Maschinenbauern (Foto: Fertigung einer Kunststoffmaschine im Werk von KraussMaffei in Allach bei München).

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Der Weiterverarbeitung der verschiedenen Granulate sind kaum Grenzen gesetzt. Häufig entstehen Produkte aller Art mithilfe von Spritzgussmaschinen.

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Auch harte, schlecht brennbare Kunststoffe werden auf diese Weise in Form gebracht - wie zum Beispiel bei Playmobil.

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Polyethylen findet sich in Kochgeschirr, Folien, Putzmittelflaschen und zahlreichen weiteren Verpackungen. Die Probleme beginnen spätestens mit dem Lebensende der Produkte.

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Ein Großteil des Plastiks entzieht sich einer weiteren Verwendung und verschwindet in der Umwelt ...

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... oder der Müllverbrennungsanlage, wo es immerhin noch der Strom- und Wärmegewinnung dienen kann.

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Auch die Recyclingindustrie verdient noch Geld mit nicht mehr benötigtem Plastik. Doch unterm Strich ...

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... kann von einem Plastikkreislauf auch ökonomisch keine Rede sein. Das wird vor allem bei Verpackungen deutlich: Nach seiner erst- und einmaligen Benutzung verliert das Material 95 Prozent an Wert. Jahr für Jahr summieren sich die volkswirtschaftlichen Verluste auf 80 bis 120 Milliarden Dollar, wie die Ellen MacArthur Foundation und die Unternehmensberatung McKinsey errechnet haben.

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