Helden der Plastik-Ära Sie unternehmen etwas gegen den Meeresmüll

Allmählich werden Staaten aktiv gegen das Plastik im Meer. Es gibt aber auch eine Reihe privater Initiativen. Hier sind Unternehmer, Forscher, reiche oder berühmte Aktivisten mit ihren Lösungen für das Problem.
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Boyan Slat ist der Superstar unter den Unternehmern, die sich um den Meeresmüll kümmern. Der heute 23-jährige Niederländer brach 2013 nach einem Tauchurlaub in Griechenland sein Ingenieurstudium ab und gründete The Ocean Cleanup. Die mit Crowdfunding und Spenden - auch von Milliardären wie Marc Benioff oder Peter Thiel - finanzierte Non-Profit-Firma entwickelt eine Art Meereswaschmaschine. Mitte 2018 soll eine erste Anlage Plastik aus dem "Great Pacific Garbage Patch" herausfischen.

Foto: The Ocean Cleanup
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Eine ähnliche Idee hat die Aachener Architektin Marcella Hansch. Ihre Uni-Abschlussarbeit setzt die Trägerin des Bundespreises Ecodesign Nachwuchs 2016 jetzt als Vorstandsvorsitzende eines großen Teams namens Pacific Garbage Screening um. Hansch hat eine Plattform entworfen, die Müll in einem Kanalsystem einsammelt und gleich an Bord verwertet - unter anderem soll bei der Verbrennung ausgestoßenes Kohlendioxid eine Algenzucht nähren, die wiederum der Produktion von Bioplastik dient.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Fragt man Dirk Lindenau, braucht es ein ganzes System, um den Meeresmüll nicht nur abzufischen - was bei Mikroplastik ohnehin kaum möglich sei - sondern gleich ganz zu vermeiden. Der Kieler Unternehmer, seit der Pleite der väterlichen Großwerft um den Zustand der Meere besorgt, will ein Netzwerk zusammenbringen, das mit dem Know-how des deutschen Mittelstands Lösungen entwickelt, die gerade für arme Küstenstaaten attraktiv sind. Lindenau prophezeit einen "Riesenmarkt des maritimen Umweltschutzes".

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Größere Kreise zieht die britische Weltumseglerin Ellen MacArthur (im Bild von 2001 nach ihrem Rekordtörn). Ihre Stiftung bringt Unternehmen, Behörden und Forscher mit einem "Plastics Pact" zusammen. Sogar Großkonzerne mit riesigem Plastikeinsatz wie Coca-Cola, Danone, Mars oder Dow Chemical machen mit. MacArthur will die Verursacher des Schmutzes nicht brandmarken, sondern dafür gewinnen, nachhaltiger zu wirtschaften.

Foto: REUTERS
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Eher zufällig zum Helden wurde Biologieprofessor John McGeehan von der Universität Portsmouth mit einem Forscherteam im April 2018. In diesem Gerät namens Diamond Light Source analysierten die Forscher die Struktur eines Enzyms, das Bakterien in die Lage versetzt, PET (bekannt aus Plastikflaschen) zu verdauen. Dabei entstand ein neues Enzym, das beim Recycling noch besser helfen kann. Im Vorjahr machte Kollegin Federica Bertocchini von der Uni Santander mit einer Plastik fressenden Raupe Furore.

Foto: REUTERS
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"Das Meer hat mir große Möglichkeiten gegeben und dafür bin ich dankbar", erklärte der norwegische Milliardär Kjell Inge Røkke Mitte 2017, warum er einen Großteil seines Vermögens spendet. 2020 soll ein mit der Umweltorganisation WWF entwickeltes Forschungsschiff in See stechen, das tonnenweise Plastik emissionsfrei auflösen kann.

Foto: Svein Ove Ekornesvag/ dpa
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Bereits 2010 reiste der britische Bankerbe David Mayer de Rothschild (mit rosa Mütze) mit einem aus PET-Flaschen gebauten Boot namens "Plastiki" von San Francisco nach Sydney - mitten durch den pazifischen Müllstrudel. Rothschild gründete die Marketingagentur World Exposure, die Abenteuerreisen nutzt, um auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen, und die Ökostiftung Sculpt the Future.

Foto: Rick Rycroft/ AP
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"Kutter statt Catwalk" heißt der Auftrag des deutschen Models Barbara Meier. Als Projektbotschafterin des WWF hilft sie der Aktion "Geisternetze", die verlorene Fischernetze aus dem Meer sammelt. Neben diesen - meist westeuropäischen - Prominenten werden die vielfältigen Projekte für saubere Meere auch von Millionen freiwilligen Aktivisten in der ganzen Welt getragen, für das Thema engagieren sich auch viele Kinder und Jugendliche.

Foto: AFP
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