Erweiterter Panama-Kanal Das nächste Megaprojekt für den Welthandel wird fertig

Kurz nach dem Gotthard-Basistunnel in der Schweiz wird ein weiteres Megaprojekt des internationalen Transports eingeweiht. Der neue Panama-Kanal in Bildern.
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Für Panama ist es ein großer Moment, und für die Weltwirtschaft auch. Endlich steht das mittelamerikanische Land einmal nicht nur mit den "Panama Papers" in der internationalen Presse. Ab Ende Juni herrscht Kanalchef Jorge Quijano über eine mehr als doppelt so leistungsfähige Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik ...

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Die Panamax-Schiffe, die durch den alten Kanal passen, sind nach heutigen Maßstäben schon eher klein. Nach neun Jahren Bauzeit wird die sechs Milliarden teure Erweiterung fertig. Statt 5000 Standard-Container können Schiffe, die den Kanal passieren, künftig bis zu 13.000 TEU fassen - allerdings gibt es längst größere Riesen der Meere. Dennoch macht die Kanalerweiterung auch für mehrere US-Häfen Milliardeninvestitionen nötig, um fit für die Post-Panamax-Klasse zu sein.

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Der größte Engpass waren die Schleusen an den Zugängen zu Atlantik und Pazifik - aber auch eines der größten Probleme beim Bau. Noch 2015 stellte sich heraus, dass der Beton an manchen der neuen Schleusen undicht war. Das vom spanischen Konzern Sacyr Vallehermoso geführte Konsortium musste nachbessern.

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Auch der Spiegel des künstlichen Gatún-Sees, der den Großteil der Schifffahrtsstraße ausmacht, musste für größere Schiffe angehoben werden. Außerdem wurden Teile des Kanals ausgebaggert oder neu gebaut. Insgesamt kostete das Megaprojekt mehr als fünf Milliarden Dollar.

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Die kürzeste Verbindung zwischen den beiden großen Weltmeeren ist bereits ein Jahrhundert alt. Der 1914 eröffnete Kanal galt längst als Weltwunder der Neuzeit, und hat einiges Auf und Ab im Handel erlebt. Die meiste Zeit war er im Besitz der USA. Die Panamaer nehmen bereits die nächste Erweiterung in den Blick, um 20.000-Container-Schiffe aufzunehmen. Das würde mehr als 16 Milliarden Dollar kosten. Trotz des enormen Aufwands gibt es Konkurrenz ...

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Weiter nördlich in Nicaragua will das chinesische Unternehmen HKND einen komplett neuen Kanal bauen, für geschätzte 40 bis 50 Milliarden Dollar. Offiziell wurde der Bau 2014 begonnen, bisher ist aber nicht viel passiert. Sowohl aus dem chinesischen Finanzmarkt als auch aus der Schifffahrt ist die Euphorie raus.

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Das Maß der Dinge unter den Kanälen ist der ägyptische Suez-Kanal zwischen Mittel- und Rotem Meer, der bereits 1869 eröffnet wurde. Mit rund einer Milliarde Tonnen hat Suez 2015 gut doppelt so viel Fracht bewältigt wie Panama - und zugleich seine eigene Erweiterung nach nur einem Jahr Bauzeit (für acht Milliarden Dollar) gefeiert. Da der Kanal keine Schleusen hat, können auch deutlich größere Schiffe passieren: bis 20 Meter Tiefgang. Ob sich das Investment lohnt, ist jedoch auch für die ägyptischen Militärherrscher fraglich: In Zeiten billigen Treibstoffs lassen manche Reeder ihre Schiffe den Umweg um Afrika nehmen, um Gebühren zu sparen.

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Die meisten Passagen bewältigt eine ganz andere künstliche Schifffahrtsstraße: der Nord-Ostsee-Kanal zwischen Brunsbüttel und Kiel. Hier geht es jedoch meist um kleinere Feeder-Schiffe mit tendenziell rückläufiger Tonnage, die den Ostseeraum mit den großen interkontinentalen Routen verbinden. Auch das Bauwerk in Schleswig-Holstein stammt aus dem 19. Jahrhundert. Jetzt werden mehrere große Investitionen fällig, um den Nutzen des Kanals zu erhalten.

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