54.000 P&R-Kunden bangen um ihr Geld Diese Skandale kosteten Geldanleger Milliarden

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Wieder einmal dürfte der Sturz eines Anbieters von Vermögensanlagen viele Tausend Investoren um ihr Geld bringen. Diesmal hat der Fall eine besondere Dimension: Von der Pleite der Münchener P&R-Gruppe, eines Anbieters von Containerinvestments, sind etwa 54.000 Anleger betroffen, von denen rund 3,5 Milliarden Euro im Feuer stehen. Es ist wohl der größte Anlageskandal, den Deutschland bislang erlebt hat. Hier ein Überblick über bisherige:

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Vor etwa zwei Jahren musste mit der Hamburger Magellan Maritime Services ebenfalls ein Anbieter von Investments in Container die Waffen strecken. Etwa 9000 Investoren hatten zudem Zeitpunkt rund 350 Millionen Euro in die Offerten des Unternehmens investiert. Immerhin gelang es dem Insolvenzverwalter später, rund 112.000 Container im Paket zu verkaufen, wodurch etwa 160 Millionen Euro sowie eine mögliche Erfolgsprämie erlöst werden konnten. Geld, das zum größten Teil den betroffenen Investoren zu Gute kommt.

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Viel Aufsehen erregte bundesweit die Pleite des Windanlagen-Finanzierers Prokon, der jahrelang Genussrechte im Volumen von zusammen etwa 1,4 Milliarden Euro unters Volk gebracht hatte. Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin (l.) aus Hamburg hatte es in dem Verfahren mit rund 75.000 betroffenen Anlegern zu tun, ebenso wie mit dem eigenwilligen Prokon-Mitgründer Carsten Rodbertus (an den Mikrofonen). 2015 endete das Insolvenzverfahren mit der Umwandlung Prokons in Deutschlands größte Energiegenossenschaft, der sich 39.000 ehemalige Anleger als Mitglieder anschlossen.

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Auch der Skandal um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K machte viele Schlagzeilen. Anstatt das Geld der Anleger wie versprochen in Immobilien zu investieren, nutzten es die Verantwortlichen (im Bild: Ausriss aus einem Prospekt mit den Gründern Stephan S. und Jonas K.) offensichtlich zum großen Teil, um ihren ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren. Nachdem manager magazin online als eines der ersten Medien über Unregelmäßigkeiten bei S&K berichtet hatte, flog der Schwindel jedoch auf:

Foto: S&K Gruppe
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Im Februar 2013 führten Beamte an mehreren Standorten im ganzen Bundesgebiet eine Großrazzia gegen S&K sowie Partnerfirmen durch. Die Verantwortlichen wurden verhaftet und zum Großteil inzwischen verurteilt. Den Anklagen zufolge wurden insgesamt rund 11.000 Anleger, die zusammen mindestens 240 Millionen Euro investiert hatten, zu Opfern des S&K-Skandals.

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In einer Auflistung der großen Anlageskandale der jüngeren Vergangenheit darf er selbstverständlich nicht fehlen: Professor Heinrich Maria Schulte (zweiter von links, mit seinen Anwälten), Mediziner, Investor und seit Anfang 2016 rechtskräftig verurteilter Straftäter. Seinerzeit verwarf der Bundesgerichtshof die Revision gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg aus dem Jahr zuvor, demzufolge Schulte für 8,5 Jahre in Haft musste. Sein Vergehen: Gewerbsmäßige Untreue in 327 Fällen.

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Schulte hatte Jahre zuvor das Hamburger Fondsemissionshaus Wölbern übernommen. In der Folge bediente er sich laut Gerichtsurteil bei den zahlreichen geschlossenen Fonds des Hauses. Insgesamt rund 147 Millionen Euro soll der Teilzeit-Finanzunternehmer unrechtmäßig aus Fonds, die beispielsweise in Immobilien in Holland (im Bild: Rotterdam) investiert hatten, entnommen haben. Gelder, über die eigentlich die rund 30.000 vom Wölbern-Skandal betroffenen Anlegern zu verfügen hatten.

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Dann ist da noch die - bisherige - Mutter aller Anlageskandale in Deutschland: Die Pleite der Göttinger Gruppe sowie der dazugehörigen Gesellschaft Securenta. Die Unternehmensgruppe hatte seit den 1980er Jahren vor allem besonders riskante atypisch stille Beteiligungen als Altersvorsorgeprodukt verkauft. Vom Scheitern in den Jahren 2000 und später waren Medienberichten zufolge mehr als 250.000 Anleger betroffen. Kapital in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro dürfte bei dem Skandal vernichtet worden sein.

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