Olympia des Grauens Warum in Rio traurige Spiele drohen

Es ist das wichtigste Sportereignis des Jahres, doch irgendwie will einfach keine Spannung aufkommen: Dafür gibt es Gründe.
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1. Viele Brasilianer haben andere Sorgen als Olympia

Das Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Demonstranten beklagen, der Staat stecke Geld in ein Sportereignis, während die Bevölkerung Not leidet. Hinzu kommt die in Brasilien weit verbreitete Korruption ...

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Einst stolze Firmen wie der staatliche Ölkonzern Petrobras stecken inmitten einer gigantischen Korruptionsaffäre. Manch einem mögen die Olympischen Spiele Ablenkung bieten, doch eine kollektive Euphorie kommt in Brasilien (noch) nicht auf.

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2. Die Sicherheitslage schreckt Olympia-Besucher ab

Die Polizei selbst hat Rio de Janeiro offen als "nicht sicher" bezeichnet. Auch wenn sie damit im Arbeitskampf möglicherweise übertrieben haben - die Botschaft kommt im Ausland an.

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Manche Stadtteile werden von Drogengangs und Paramilitärs beherrscht. Der Staat scheint weniger denn je in der Lage, daran etwas zu ändern.

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Das Thema Sicherheit spielt nicht erst seit den jüngsten Anschlägen in Frankreich und Deutschland eine herausragende Rolle. Auch die Olympischen Spiele 1972 wurden Ziel einer Terrorattacke, als Terroristen Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft als Geisel nahmen und umbrachten. Der Versuch, die Geiseln zu befreien, endete in einem Desaster. Seitdem wurden die Sicherheitsmaßnahmen extrem verstärkt - nicht nur in Rio wünschen sich alle sichere Spiele.

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3. Das Geschacher um Russlands Staatsdoping

Russland verantwortet den schlimmsten Dopingskandal der Sportgeschichte - und darf mit den meisten seiner Athleten dennoch nach Rio fahren, weil Thomas Bach (links) es sich nicht mit Vladimir Putin verderben will. Das verdirbt nicht zuletzt sauberen Sportlern aus anderen Ländern die Lust auf die Spiele.

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Zudem muss ausgerechnet Läuferin Julia Stepanova höchstwahrscheinlich zu Hause bleiben. Sie hatte als Kronzeugin gegen die eigenen Funktionäre ausgesagt. Es bleibt der Gestank von Mauschelei und Korruption.

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4. Gigantismus: Die olympischen Winterspiele im russischen Sotschi (Foto) gelten als Beispiel für Gigantismus, ebenso wie die Sommerspiele von Peking. Überdimensionierte Sportstätten werden ohne Rücksicht auf die Kosten aus dem Boden gestampft, um das Gastgeberland für wenige Wochen auf der Weltbühne strahlen zu lassen - was danach bleibt, was danach bleibt, sind meist hohe Schulden und Stadien, die mit der Zeit zu Ruinen werden.

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5. Politische Ränkespiele: Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan 1979 boykottierten zahlreiche westliche Nationen die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau. Der Ostblock revanchierte sich 1984 mit einem Boykott der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles. Zumindest von diesen Ränkespielen bleiben die Spiele 2016 in Rio verschont. Dafür hat man in Brasilien derzeit noch ganz andere Probleme ...

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6. Ein Olympisches Dorf, das den Namen nicht verdient

Die Infrastruktur der Spiele ist angeblich weitgehend fertig, doch was heißt schon fertig? Ein Radweg stürzte zwischenzeitlich ein, und das Olympische Dorf gilt zumindest in Teilen als "unbewohnbar". Wasser läuft Wände herunter, es riecht nach Gas...

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...deshalb hat sich Australiens Team vorerst geweigert, einzuziehen. Andere Delegationen haben selbst Handwerker bezahlt, um die Unterkunft instand zu setzen.

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7. Das Zika-Virus

Seit Mai 2015 verbreitet sich der Krankheitserreger in Süd- und Mittelamerika stark. Bestimmte Krankheitsbilder bei Neugeborenen werden auf das Virus zurückgeführt, das von Mücken übertragen wird. Vor allem schwangeren Frauen wird von Reisen nach Brasilien abgeraten.

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Manche Sportler fahren aus Angst vor Zika ebenfalls nicht nach Rio. Dazu zählen Tennisspieler wie Simona Halep (Rumänien) und Milos Raonic (Kanada). Auch Golfer wie der US-Open-Sieger Dustin Johnson lassen die Spiele aus.

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8. Eine Kloake als Austragungsort der Segel-Wettbewerbe

Eigentlich wollte Brasilien die Olympischen Spiele zum Anlass nehmen, die verseuchte Guanabara-Bucht zu reinigen. Doch das Problem erwies sich offenbar als nicht lösbar.

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Und so werden die Segel-Cracks, aber auch Freiwasser-Schwimmer womöglich durch Öllachen, Plastiktüten und tote Fische gleiten. Vielleicht schafft es ja die Fernseh-Regie, solche unschönen Bilder zu kaschieren. Von Vorteil: Die gefundenen Superbakterien und multiresistenten Keime sind für das Fernsehpublikum nicht sichtbar.

Foto: Mühle-Glashütte / Sailing Energy, STG
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9. Die Zeitverschiebung: Dieses unvermeidliche Problem betrifft diesmal vor allem Olympia-Zuschauer in Europa. Die olympischen Sommerspiele 2012 in London (Foto) konnten sie noch zur besten Sendezeit verfolgen - doch diesmal müssen sie bis tief in die Nacht aufbleiben, wenn sie die Entscheidungen live verfolgen wollen. Die Eröffnungsfeier in Rio beginnt zum Beispiel am Freitag Abend - in Europa also am Samstag, 1 Uhr.

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