Fußball - und sonst? Diese Sportarten bringen Olympia Milliarden

Die Olympischen Spiele sind ein Fest für Sponsoren. Welche Sportarten besonders lukrativ sind, zeigt unser Überblick.
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Im globalen Sport-Business herrscht König Fußball - und darunter kommt lange nichts. Nur bei den Olympischen Spielen tritt die Sportart, die für Millardenumsätze in Bundesliga, Premier und Champions League, EM und WM sorgt, in den Hintergrund. In Rio de Janeiro tritt immerhin Superstar Neymar vor heimischer Kulisse an.

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Ein Wirtschaftsfaktor ist Olympia weniger durch den Verkauf von Sportartikeln denn als Werbeereignis. Drei Viertel der Einnahmen des Internationalen Olympischen Komitees stammen aus Fernsehrechten. Den Großteil zahlt der US-Sender NBC mit 1,2 Milliarden Dollar allein für Rio - und spielt das nach eigenen Angaben mit Anzeigen locker wieder herein. Wie lukrativ die olympischen Sportarten sind, hängt demnach vor allem von den Einschaltquoten des US-Publikums ab...

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Basketball ist ziemlich klar die Nummer eins. Laut NBC sahen 2012 mehr als 12,5 Millionen Amerikaner den Goldmedaillengewinn ihrer Mannschaft, die Spiele schalteten im Schnitt 2,6 Millionen ein. Selbst ohne Superstar LeBron James dürfte der Sport, der auch für Nike ein wichtiger Umsatzträger ist, in diesem Jahr ebenfalls ein Publikumsmagnet werden.

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Für Tennis hat Olympia im Vergleich zu den Mannschaftssportarten mit ihrem Liga-Rummel einen höheren Stellenwert. Aus Sicht der Werber ist vor allem attraktiv, dass Stars wie Serena Williams auch ein weibliches Publikum erreichen. Jeweils acht Millionen US-Zuschauer sahen die Gold-Matches der Männer und der Frauen in London 2012.

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Besonders hoch sind die Einschaltquoten, wann immer Amerika gewinnt. Dann kann sogar Fußball bei Olympia punkten, und dann auch noch die Frauenmannschaft. Deren Goldmedaillensieg in Wembley wollten 2012 bei NBC 4,35 Millionen sehen.

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Traditionelle olympische Wettkämpfe wie Ringen haben auch noch eine Chance auf ein Millionenpublikum - wenn sie nicht, wie vom IOC zwischenzeitlich geplant, als zu altmodisch aus dem Programm geworfen werden. Die Wettkämpfe 2012 fanden bis zu 3,1 Millionen Zuschauer.

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Der größte Hit im Online-Angebot von NBC war das ebenso traditionelle Turnen mit bis zu 1,5 Millionen Aufrufen der Livestreams. Gabby Douglas war die mit Abstand meistgesuchte Sportlerin. Der Starfaktor ist entscheidend ...

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Dass Usain Bolt in London abermals auf der 100-Meter-Strecke zu Gold lief, brachte NBC 1,3 Millionen Zugriffe auf Livestreams ein. Mag es in der Leichtathletik auch manche obskure Disziplinen geben - für den Verkauf von Sportartikeln ist Laufen die wichtigste Sparte. Sowohl Nike als auch Adidas setzen mit Laufkleidung deutlich mehr um als mit Basket- bzw. Fußballzubehör.

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Schwimmen ist, in kleinerem Ausmaß, ebenfalls ein Milliardenmarkt dank der vielen Aktiven im Breitensport. Viele davon wollen dann auch Stars wie Michael Phelps bei seinem x-ten Comeback zu Gold sehen. 2012 waren das 1,2 Millionen Livestreams für NBC.

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Und dann gibt es natürlich noch Sportarten, die jenseits des US-Publikums genug Aufmerksamkeit gewinnen. Volleyball ist nach Zählung des IOC die global verbreitetste Sportart mit den meisten Mitgliedsverbänden. Und für Rio relevant, weil brasilianische Olympioniken hier (neben Segeln) bisher am erfolgreichsten waren - nicht nur in der Strandvariante, für die es wohl kaum einen passenderen Austragungsort geben könnte als die Copacabana.

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Ebenfalls auf geschätzt knapp eine Milliarde Fans weltweit kommt Tischtennis, vor allem dank der Popularität in China. Allerdings bringen die Zuschauer dort deutlich weniger Geld für Olympia als die Amerikaner. Der Staatssender CCTV zahlt 160 Millionen Dollar - für Rio und die Winterspiele von Sotschi 2014 zusammen.

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Ein Milliardenpublikum erreicht der Radsport in Großereignissen wie der Tour de France nach Veranstalterangaben - allerdings kumuliert über drei Wochen. Bei den Sommerspielen bleibt nur ein Bruchteil der Aufmerksamkeit. Die Olympiamacher bemühen sich, ihr Programm um weitere beliebte Sportarten zu erweitern und so attraktiv für Sponsoren zu bleiben ...

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Rugby hat geschätzt 400 Millionen Fans, vor allem im ehemaligen britischen Kolonialreich - etwa so viele wie American Football, das mit der Super Bowl immerhin das bombastischste Werbeereignis trägt. In der Variante Rugby Sevens (im Bild das neuseeländische Team nach einem Turniersieg 2014) kommt die Sportart in Rio erstmals ins Programm.

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Baseball - mit der Major League Baseball ebenfalls eine der Größen des Sportgeschäfts - war schon mehrfach dabei, seit den Spielen 2008 in Peking aber nicht mehr. 2020 in Tokio soll es wieder so weit sein. Japan zählt auch zu den großen Baseball-Nationen.

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Um richtig viele Sportfans zu erreichen, müssten die Olympia-Macher Cricket einführen, mit geschätzt zwei Milliarden Anhängern der wohl zweitbeliebteste Sport der Welt (nach Fußball). Die leben jedoch vor allem, wenig kaufkräftig, in südasiatischen Ländern wie Indien oder Pakistan. Möglicherweise wird Cricket ab 2024 olympisch - erstmals seit 1900, als in Paris ein einziges Spiel zwischen England und für Frankreich spielenden Engländern stattfand.

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Golf hat seine Chance auf olympischen Ruhm bereits in diesem Jahr - aber vergibt sie vermutlich schon wieder. Die ersten vier Männer der Weltrangliste wie der Australier Jason Day boykottieren Rio, offiziell aus Angst vor dem Zika-Virus. Der wahre Grund dürfte darin liegen, dass Golf hochlukrativ ist - aber nicht über den Umweg Fernsehgelder, und schon gar nicht Olympia. Bei herkömmlichen Turnieren können die Profis Preisgelder in Multimillionenhöhe gewinnen, in Rio müssten sie pro bono spielen.

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