Notenbanken im Währungskrieg Wer am Geldhahn dreht

Die US-Notenbank Fed hält an der extrem lockeren Geldpolitik fest. Andere Zentralbanken gehen sogar noch einen Schritt weiter und drücken den Kurs der eigenen Währung, um die Exporte anzuheizen. Ein Überblick.
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Federal Reserve (Fed): Auch im Januar hat die US-Notenbank ihren Kurs der extrem lockeren Geldpolitik bestätigt. Fed-Chef Ben Bernanke will solange die Notenpressen laufen lassen, bis die Arbeitslosigkeit sinkt. Als Zielmarke haben sich die Währungshüter der USA eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent gesetzt, derzeit liegt sie bei 7,8 Prozent. Mindestens bis 2015 sollen die Leitzinsen auf dem äußerst niedrigen Niveau bleiben. Auch die Anleihekäufe will die Fed fortführen. Durch die extrem expansive Geldpolitik hat "Helikopter-Ben" die Bilanzsumme der Fed seit Beginn der Krise von 1,6 auf 2,8 Billionen Dollar ausgedehnt.

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Bank of Japan (BoJ): Der scheidende Gouverneur Masaaki Shirakawa verkündete kürzlich einen Paradigmenwechsel der japanischen Geldpolitik. Anleihekäufe sollen künftig unbefristet erfolgen. Das Inflationsziel wurde von 1 auf 2 Prozent erhöht. Die Zinsen liegen ohnehin schon bei Null. Damit nähert sich die Bank of Japan in Sachen expansiver Geldpolitik der Fed an.

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Bank of England (BoE): Auch Mervyn King, Chef der britischen Notenbank, muss bald seinen Hut nehmen. Im Juli wird er von Mark Carney abgelöst, einem ehemaligen Goldman-Sachs-Manager, der bislang die Notenbank Kanadas führt. Über die zukünftige Geldpolitik wird derzeit erbittert gestritten. Beobachter sehen einen Trend zu einer noch expansiveren Geldpolitik, zumal das Königreich weiter in der Krise steckt. Auch King war zuletzt nicht zimperlich: Das Inflationsziel von 2 Prozent wurde zwar jahrelang übertroffen, die Anleihekäufe wurden trotzdem so stark ausgeweitet wie in keinem anderen Industrieland.

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Schweizer Nationalbank (SNB): Sie galt als eine der konservativsten Zentralbanken der Welt - bis zum September 2011. Hohe Kapitalzuflüsse hatten zu einer Aufwertung des Schweizer Franken geführt. Die Export- und Tourismusindustrie fürchtete um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Daraufhin legten die Währungshüter ein Wechselkursziel von 1,20 Franken je Euro fest und verteidigten diese Linie erfolgreich. Derzeit liegt der Kurs sogar bei 1,24 Franken. Doch der Preis ist hoch: Die Bilanzsumme der Schweizer Nationalbank ist auf 75 Prozent des BIPs angeschwollen. Die Devisenreserven notieren mehrheitlich in Euro und Dollar. Damit ist SNB-Chef Thomas Jordan sehr abhängig von Wechselkursschwankungen.

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People's Bank of China (PBoC): Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat den Renminbi an den Dollar gekoppelt. Andere Staaten werfen der Volksrepublik vor, die Währung dadurch künstlich niedrig zu halten. Ab 2015 will die chinesische Regierung das abgeriegelte System freigeben und den Renminbi als Leitwährung neben dem Dollar etablieren. Eine Aufwertung wäre sehr wahrscheinlich.

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Europäische Zentralbank (EZB): Die Notenbank der Euro-Zone agiert in der derzeitigen Lage sehr zurückhaltend. EZB-Chef Mario Draghi musste der Ankündigung von unbegrenzten Staatsanleihekäufen vom Sommer 2012 noch keine Taten folgen lassen. Damit könnte die Notenbanken, die noch zu Beginn der Schuldenkrise für ihre expansive Geldpolitik kritisiert wurde, zum Verlierer eines Währungskrieges werden. Der Euro ist bereits auf den höchsten Stand seit 14 Monaten geklettert.

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