Aberwitzige Großvorhaben Gegen diese aktuellen Bauprojekte wirkt der Berliner Flughafen mickrig

Deutschland tut sich schwer mit Großprojekten - heißt es oft. Alles eine Definitionsfrage, denn was ist schon ein echtes Großprojekt? Diese zum Teil aberwitzigen aktuellen Vorhaben werden dem Wort auf jeden Fall gerecht.
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Schiffstunnel, Norwegen: Satte 1700 Meter soll der Tunnel durch die schmalste Stelle der Stadlandet-Halbinsel führen. Damit soll Schiffen der lange Umweg um die norwegische Halbinsel erspart werden, der als schwierig zu befahren gilt. Der Tunnel soll 36 Meter breit und knapp 50 Meter hoch werden, das Wasser zwölf Meter tief sein. In zwei Jahren will man mit dem Projekt beginnen, die erste Durchfahrt ist für 2023 geplant. In dieser Woche gab die Regierung grünes Licht für die Finanzierung.

Kosten: mit zunächst veranschlagten 300 Millionen Euro ein eher "günstiges" Megaprojekt

Foto: Norwegian Coastal Administration
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Schwimmender Tunnel, Norwegen: Fjorde machen Norwegens Schönheit aus, doch verkehrstechnisch sind sie ein echtes Hindernis. Brücken und Fähren sind bisher das probate Gegenmittel. Nun kommen schwimmende Tunnel hinzu: Durch zwei Röhren mit je zwei Fahrspuren könnten Autofahrer dann gut 30 Meter unterhalb der Wasseroberfläche die teils viele Kilometer langen Fjorde queren. Schon im Jahr 2035 sollen sieben Fähren auf der Strecke von Kristiansand nach Trondheim ersetzt werden.

Kosten: Für alle sieben Tunnel 35 Milliarden Euro

Foto: The Norwegian Public Roads Administration/ Vianova
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Second-Avenue-U-Bahn, New York: New Yorks U-Bahn-System ist beeindruckend, und wird derzeit noch etwas beeindruckender. Auf knapp 14 Kilometern Länge entsteht in Manhattan in Nord-Süd-Richtung eine neue Verbindung, die die parallel verlaufenden Linien 4,5 und 6 entlasten soll. Der Bau gilt als besonders aufwändig - und entsprechend teuer. Allein die ersten drei Haltstellen sowie die Renovierung einer bestehenden kosteten 2,4 Milliarden Dollar. Ein Trost für deutsche Großprojekt-(Ver-)Zweifler: Die Planung für die U-Bahn-Linie begann vor 98 Jahren.

Kosten: 10,5 Milliarden Dollar (veranschlagt für die ersten zwei Baustufen)

Foto: Alba Vigaray/ dpa
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Moschee Masjid Al-Haram, Mekka: Die größte Moschee der Welt beherbergt die Kaaba - das zentrale Heiligtum des Islams, an den jedes Jahr Millionen Muslime pilgern. Die Kapazität der Moschee wird derzeit von 900.000 auf 2,5 Millionen Gläubige erweitert. Besonders teuer ist daran der Erwerb angrenzender Grundstücke.

Kosten: 100 Milliarden Dollar

Foto: REUTERS
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Süd-Nord-Wassertransferprojekt, China: Das weltgrößte Vorhaben seiner Art soll die Wasserversorgung im trockenen und bevölkerungsreichen Norden der Volksrepublik verbessern. Dazu führt ein etwa 1200 Kilometer langes Kanalsystem über mehrere Routen Wasser aus dem Jangtsekiang in Richtung Peking.

Kosten: 500 Milliarden Dollar

Foto: wikimedia/Nsbdgc
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Khazar Islands, Baku (Aserbaidschan): Bei dem Projekt geht es um nicht weniger als den Bau einer komplett neuen Stadt für eine Million Einwohner. Derartige Vorhaben sind weltweit keine Seltenheit, doch dieses sieht den Bau von 41 künstlichen Inseln vor. Herz des Projekts soll ein zwei Milliarden Dollar teures Hochhaus werden.

Kosten: 100 Milliarden Dollar

Foto: REUTERS
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Malaysia Mass Rapid Transit, Kuala Lumpur: Das Projekt steht stellvertretend für eine Reihe spektakulärer Bauvorhaben im öffentlichen Nahverkehr. Auch Riad (Saudi-Arabien), Sydney (Australien) oder Doha (Katar) sowie zahlreiche Metropolen in China und Indien planen neue Systeme. Mit einer Gesamtlänge von 150 Kilometern zählt das Projekt in Malaysia zu den größten Vorhaben.

Kosten: 50 Milliarden Dollar

Foto: AFP
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Mall of the World, Dubai: Das Emirat ist ein Spezialist für künstliche Inseln, doch nun hat es den Schwerpunkt auf spektakuläre Projekte an Land verlegt. Darunter ist das größte Einkaufszentrum der Welt. Es soll einmal einer eigenen, voll klimatisierten Stadt gleichen und 4,5 Millionen Quadratmeter umfassen. Etwa 180 Millionen Besucher könnten die Mall pro Jahr aufsuchen, kalkulieren die Erbauer.

Kosten: 22 Milliarden Dollar

Foto: AFP
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DubaiLand, Dubai: Das geplante gigantische Freizeitzentrum besteht aus bescheidenen 45 einzelnen Megaprojekten. Dazu zählen eine Klima-Themenwelt, Freizeitparks (darunter ein riesiges Legoland) und Sportanlagen (darunter mehrere Golfplätze). Der Bau ist jedoch mehrfach ins Stocken geraten - unter anderem infolge der Finanzkrise. Aktuell schein es jedoch wieder etwas voranzugehen.

Kosten: 55 Milliarden Dollar

Foto: Kamran Jebreili/ ASSOCIATED PRESS
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Flughafen Dubai Al Maktoum International (DWC): Der Airport stellt bisherige Flughäfen klar in den Schatten - mit bis zu 260 Millionen Passagieren im Jahr wird er der größte der Welt. Geöffnet ist DWC seit 2013 für Passagierflüge - doch der Ausbau geht wohl bis 2025 weiter.

Kosten: 82 Milliarden Dollar

Foto: HO/ REUTERS
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Maglev-Strecke Tokyo-Nagoya-Osaka: Die Magnetschwebebahn lebt - zumindest in Japan. Mit bis zu 505 Stundenkilometern soll der Zug ab 2027 über die Insel gleiten und Tokio mit Nagoya in 40 Minuten verbinden (heute mit dem Schnellzug: 1 Stunde, 40 Minuten). Knapp 20 Jahre später wird den Plänen zufolge Osaka angebunden. Die Reisezeit würde 67 Minuten betragen (heute: 2 Stunden, 22 Minuten).

Kosten: circa 66 Milliarden Euro

Foto: Kimimasa Mayama/ picture alliance / dpa
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