Nach Hymer-Übernahme: Wer gehört zu wem in der Caravaning-Branche?

Längst besteht die Caravan- und Reisemobilbranche nicht mehr aus vielen kleinen Herstellern. Größere Unternehmen haben die kleinen Marken aufgekauft.
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Alfons Hymer und sein Sohn Erich Hymer führten eine kleine Reparaturwerkstatt nahe der baden-württembergischen Kurstadt Bad Waldsee.1956 beauftragte sie der Flugzeugkonstrukteur Erich Bachem, einen selbstentwickelten Wohnwagen aus Sperrholz zu bauen. Ein Jahr später entstand der Prototyp des Caravan-Models Troll. Erwin Hymer entdeckte eine Marktlücke und baute 1961 zusammen mit Bachem das erste Hymer-Reisemobil.

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Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Hymer-Unternehmen vom Handwerks- zum Industriebetrieb. 1980 fusionierte Hymer mit dem von Erich Bachem und Erich Hymer gegründeten Wohnwagen-Vertrieb Eriba. In den 80ern und 90ern begann Hymer, andere Reisemobil-Marken aufzukaufen, darunter Lord Münsterland Caravan (LMC) und T.E.C. Auch der allgäuische Hersteller Dethleffs, der 1931 den ersten Caravan in Deutschland entwickelt und verkauft hat, gehört zu Hymer. 1996 erwarb Hymer den Reisemobilhersteller Niesmann+Bischoff und zwei Jahre später den Caravanhersteller Bürstner. Im Jahr 2016 übernahm Hymer das kanadische Unternehmen Roadtrek, im Jahr 2017 kam der britische Hersteller The Explorer Group dazu.

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Insgesamt 24 Marken gehören mittlerweile zu Hymer, der mit 25 Prozent Marktanteil die Nummer eins in Europa ist. Für den US-Riesen Thor Industries, der mit 48 Prozent Marktanteilen unbestrittener Marktführer in Nordamerika ist, öffnet sich durch den Kauf von Hymer der europäische Markt. In den Augen von Thor-Vorstandschef Robert Martin lohnt sich der 2,1 Milliarden-Deal: Aus Thor und Hymer entstehe der weltgrößte Hersteller von Freizeitfahrzeugen, sagt Martin. Stellenstreichungen oder die Schließung von Werken schließe er aus.

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Im Wohnwagen-Bereich ist Hobby mit einem Anteil von 24 Prozent aller Neuzulassungen europäischer Marktführer. Reisemobile (siehe Bild) spielen bei dem Konzern in Rendsburg, Schleswig-Holstein, eine eher untergeordnete Rolle. Zur Hobby-Gruppe gehört seit 1998 auch der Caravan-Hersteller Fendt, der knapp die Hälfte der Wohnwagen-Verkäufe ausmacht. Heute arbeiten im Hobby-Unternehmen, das 1967 mit vier Mitarbeitern gestartet ist, rund 1.000 Beschäftigte.

Foto: Hobby
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Vor knapp 40 Jahren von Wirtschaftsingenieur Karl-Heinz Schuler als Einmann-Unternehmen gegründet, beschäftigt Carthago in seinem deutschen Werk in Aulendorf mehr als 400 Mitarbeiter. Machte der Hersteller von Reisemobilen anfangs seine Gewinne mit Campingbussen, schwenkte das Unternehmen in den Neunzigern auf Reisemobile in der höheren Preisklasse um. Die Tochterfirma Malibu hat sich auf mittelklassige Mobile spezialisiert. Im europaweiten Markt für Wohnmobile hat das baden-württembergische Unternehmen bei den Neuzulassungen einen Marktanteil von rund zwei Prozent.

Foto: Carthago
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Die Knaus Tabbert Group ist ein Zusammenschluss mehrerer Hersteller. Die Karosseriebaumarke Tabbert produzierte 1953 den ersten Wohnwagen. In den Achtzigern kaufte Tabbert den Wohnwagen-Hersteller Wilk hinzu, nachdem Firmengründer Helmut Wilk tödlich verunglückte. 2001 verschmolz Tabbert mit dem Wohnwagenunternehmen Knaus, mit dem schon zuvor eine enge Zusammenarbeit bestand. Während der Finanzkrise 2008, unter der auch die Wohnwagenbranche litt, ging Knaus Tabbert insolvent und wurde von der niederländischen Investmentgesellschaft http Investment aufgekauft. Europaweit hat Knaus Tabbert bei den Caravan-Neuzulassungen einen Markanteil von 12 Prozent, der Umsatz lag 2017 bei mehr als einer halben Milliarde. Zu der Marke gehören auch die Hersteller Weinsberg und die Luxusmarke Morelo.

Foto: Knaus
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Nummer Zwei in Europa nach Hymer ist das französische Unternehmen Trigano, das 1935 gegründet wurde. Ähnlich wie Hymer und Thor wuchs Trigano durch Zukäufe anderer Marken, darunter auch das deutsche Unternehmen Karmann-Mobil und den in Rheinland-Pfalz ansässigen Reisemobil-Hersteller Eura Mobil. Trigano erwirtschafte im letzten Jahr rund 1,7 Milliarden Euro Umsatz, hat im Caravan-Neuwagenverkauf einen Anteil von 11,6 Prozent und im Reisemobilbereich 15,7 Prozent.

Foto: Eura Mobil
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Der französische Reisemobil-Hersteller Rapido hat bei den europaweiten Neuzulassungen einen Anteil von mehr als 2 Prozent und hat 2011 die deutsche Marke Westfalia, die auch die Campingbusse für Mercedes und Ford baut, übernommen.

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Die Franzosen Groupe Pilote machen in Europa knapp 1,5 Prozent aller Reisemobil-Neuzulassungen aus. Tochterunternehmen ist die deutsche Marke Frankia.

Foto: Frankia
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