Modekonzerne und ihre Bauten Die Architektur der Modespezialisten

manager magazin Online hat untersucht, wie die Unternehmenssitze von Modekonzernen aussehen, den Spezialisten für Schönheit und Zeitgeist. Darunter sind Anhänger der zeitgenössischen Moderne wie Traditionalisten. Nicht jeder stellt dabei seinen Hauptsitz in den Vordergrund.
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Historische Wurzeln: Nicht das Colosseum, aber zumindest dem Vorbild nachempfunden - auf ausdrücklichen Wunsch von Benito Mussolini ließ der Diktator den Palazzo della Civilta Italiana für die 1942 geplante Weltausstellung in Rom erbauen. Die Ausstellung wurde damals abgesagt, das Gebäude überstand den 2. Weltkrieg.

Foto: AFP
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Jahrzehnte später residiert hier das Modelabel Fendi. Berichten zufolge soll das Unternehmen 2,8 Millionen Euro in die Renovierung des Palasts gesteckt haben, um für ...

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... 500 Mitarbeiter eine "kreative Atmosphäre zu schaffen". Im unteren Stockwerk steht aber auch eine Ausstellungsfläche zur Verfügung. Bis Anfang März war dort die Ausstellung "Das neue Rom" zu sehen.

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Durchscheinend: Auch wenn es im Konzern brodelt, das Verwaltungsgebäude D15 auf dem Campus von Hugo Boss in Metzingen steht für Transparenz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Finanzvorstand Mark Langer hatte bei der Eröffnung im Jahr 2013 davon gesprochen, dass das Gebäude nicht "Bundesliga, sondern Champions League" verkörpere. Die Erwartungen sind hoch, jüngst erschütterten jedoch Gewinnwarnung und Rücktritt des Firmenchefs Claus-Dietrich Lahrs das Unternehmen. Die Architektur bleibt ....

Foto: Hugo Boss
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.... jedoch bestehen und darf mit lichtdurchfluteten Räumen für gute Laune sorgen. Entworfen wurde das Atrium-Gebäude vom Architekturbüro Riehle + Assoziierten aus Reutlingen.

Foto: Hugo Boss
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Traditionsreich: Yves Saint Laurent galt einst als Revolutionär der Modewelt. Sorgte der Modemacher unter anderem mit seinen durchsichtigen Chiffonblusen mit Schleifenkragen für Furore, erlebte das Unternehmen seit den 70ger Jahren einige Aufs und Abs. Mittlerweile gehört das Label zum Luxuskonzern Kering und der Modeschöpfer ist verstorben. Seinen Wurzeln bleibt das Unternehmen aber treu. So steht für 2018 sogar ein Umzug innerhalb Paris an, mit dem die Seine-Seite gewechselt wird. "Die Verankerung am linken Seine-Ufer sei eine Hommage an die Firmengründer Yves Saint Laurent und Pierre Bergé, heißt es.
Neuer Standort wird die "Rue des Bellechasse" (Bild). Der Gebäudekomplex aus dem 17. Jahrhundert war einst Kloster, später Kaserne und schließlich Teil des Ministeriums der französischen Armee. Chefdesigner Hedi Slimane, der anfangs von Los Angeles die Geschicke des Unternehmens diktierte, wird wahrscheinlich bei der Umgestaltung des Gebäudekomplexes Regie führen - ...

Foto: Yves Saint Laurent
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... wie schon zuvor bei der Umgestaltung des Hôtel de Sénecterre in der Rue de l'Université (Bild). Hier wurden neue Kreativräume geschaffen. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1685, gebaut wurde es vom königlichen Architekten Thomas Gobert.

Foto: Yves Saint Laurent
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Schuppentracht: Modern und wegweisend kommt die Foundation Louis Vuitton daher. Hier residiert zwar nicht das Modehaus selbst, dafür wird aber Kunst vom Feinsten gezeigt. Das Museum kreierte als Stararchitekt Frank Gehry. Im Oktober 2014 wurde es eröffnet. Gehry selbst ...

Foto: Fondation Louis Vuitton / Iwan Baan
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... bezeichnete das Gebäude als "Glaswolke". Angeblich soll es 100 Millionen Euro gekostet haben. Es beherbergt auf 11.000 Quadratmetern elf Galerien sowie ein Auditorium mit 400 Plätzen.

Foto: Fondation Louis Vuitton / Iwan Baan
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In 50 Jahren soll das Museum in den Besitz der Stadt Paris übergehen. Initiiert wurde der Bau übrigens von Bernard Arnault, dem Vorstandsvorsitzenden von LVMH Moët Hennessy & Louis Vuitton. In Paris residiert der Konzern übrigens in einem der altehrwürdigen typischen Gebäude in der Avenue Montaigne.

Foto: Fondation Louis Vuitton / Iwan Baan
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Hinter Mauern: Die ehemalige Mailänder Schnapsbrennerei beherbergt seit einigen Monaten die Kunstwerke der Fondazione Prada. Die Stiftung des Modehauses zeigt zeitgenössische Kunst, will Talente fördern, präsentiert aber auch Schwergewichte wie Gerhard Richter, Damien Hirst und Jeff Koons.

Foto: Bas Princen, Courtesy of Fondazione Prada
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Aber auch klassische Ansichten spielen schon mal eine überragende Rolle. Die Eröffnungsausstellung "Portable Classic" vergleicht griechische Statuen mit ihren römischen Kopien, was weltweit Beachtung in den Feuilletons brachte.
Umgebaut wurde die Fabrikanlage von Rem Koolhaas, der - wie die "FAZ" schrieb - die Brennereianlage in ein betongraues Fort Knox der Gegenwartskunst verwandelt habe.

Foto: Stefania D'Alessandro/Getty Images for Fondazione Prada
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.Doch nicht alle Medien gehen so hart mit dem Architekten ins Gericht, andere äußern sich begeistert über das Arrangement und die Platzierung der unterschiedlichen Materialien. Zu den bestehenden Gebäuden kamen drei neue dazu, der mit Gold verkleidete Turm fällt jedoch sofort ins Auge. Ansonsten spielen Aluminium, Glas und schwarzer Travertin eine wichtige Rolle. Übrigens kommt das Hauptgebäude von Prada in der Via Antonio Fogazzaro gänzlich unspektakulär daher, weswegen vielleicht auch auf der Konzernwebsite kein Bild des Gebäudes zu finden ist.

Foto: Bas Princen, Courtesy of Fondazione Prada
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Sportlich ans Ziel: Als Nike 1990 seine neue Konzernzentrale nahe Beaverton in Oregon eröffnete, sah die Welt noch anders aus. Doch auf Expansion war man schon getrimmt. Wachstum überall und auch der Campus bot entsprechendes Potenzial. Schon nach zwei Jahren ließ Nike weitere Gebäude errichten ...

Foto: Nike / Charles Chesnut
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Mittlerweile umfasst der Campus 22 Bauten, die auf dem 861.980 Quadratkilometer großen Gelände verteilt sind. Doch dem Wachstum ist (noch) kein Halt geboten. Ende Januar gab Nike bekannt, weitere Gebäude bauen zu wollen. ...

Foto: Nike / Charles Chesnut
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Mit dem geplanten Neubau orientiere man sich am Masterplan von der Gründung, heißt es aus dem Hause Nike.

Foto: Nike
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Beauftragt wurden ZGF Architects, Skylab Architecture und für die Gestaltung der Landschaft drumherum Place Studio aus Portland. 2018 soll der knapp 300.000 Quadratmeter große neue Komplex fertig werden.

Foto: Nike
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Bei Adidas sieht es dagegen übersichtlicher aus. 1998 erwarb der Sport- und Modehersteller das ehemalige Militärgelände in Herzogenaurach, um dort sein Headquarter aufzuschlagen. Der Masterplan für das Gelände stammt vom Schweizer Büro AGPS. Die alte Kaserne wurde modernisiert, Brand-Center und Mitarbeiter-Restaurant gebaut. Das erste Bürogebäude (hier im Bild) kommt sportlich spitzwinklig daher. Sein Name ist Programm: "Laces" - englisch für Schnürsenkel. Hier arbeiten rund 1700 Mitarbeiter des Kreativbereichs. Gebaut wurde es nach den Plänen des Aachener Büros Kadawittfeldarchitektur. ...

Foto: Adidas / Werner Huthmacher
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Ebenfalls auf dem Konzerngelände befindet sich die Sportanlage "Adi Dassler Stadion". Im Gedenken an den Gründer Adolf Dassler wurde hier anlässlich der Fußball-WM 2006 ein Trainingslager für Adidas-Mannschaften geschaffen.

Foto: Adidas