Zeitenwende für den Volkswagen-Konzern Vier Zeichen, dass VW Elektroautos endlich ernst nimmt

Ein paar Elektroauto-Modelle bietet VW schon heute an. Das Zeug zum Verkaufsschlager haben sie allerdings nicht. Doch zuletzt trafen VW-Manager einige wegweisende Entscheidungen, die dem Konzern tatsächlich den Weg zum Volks-Elektroautoanbieter ebnen könnten.
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Einen "epochalen Wandel" verordnete Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller im Juni 2016 seinem Unternehmen. Nach dem Diesel-Skandal will Müller den Autobauer ummodeln vom Selbstzünder-Riesen zum führenden Elektroauto-Hersteller und Mobilitätsanbieter. Bis zu drei Millionen E-Autos soll der Konzern bereits im Jahr 2025 verkaufen. Dabei war VW bislang nicht gerade Vorreiter bei den batteriegetriebenen Fahrzeugen. Zwar ...

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... hat der Konzern eine Handvoll Elektro-Modelle wie etwa den E-Golf (im Bild) im Angebot, doch die sind bei Reichweite, Anschaffungskosten und Design bestenfalls nicht mal Mittelmaß. Doch VW hat zuletzt kräftig Gas gegeben, um eine solide Basis für seine Elektro- und Mobilitätsdienst-Kehrtwende aufzubauen. Noch ist nicht abzusehen, ob VW der Wandel gelingt. Doch es gibt ermutigende Signale, dass VW seine Umstellung richtig ernst nimmt. Wir haben fünf davon aufgespürt.

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1. VW will E-Auto-Laden vereinfachen Bislang gibt es deutschlandweit an 2900 Standorten insgesamt 6500 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Betrieben werden die Ladesäulen von Stadtwerken, Kommunen oder Energieversorgern, die auf unterschiedliche Abrechnungssysteme setzen. Das Konsortium Hubject vereinfacht diese Abrechnungssysteme per IT-Plattform, um wie bei Mobilfunkanbietern das "Roaming" zwischen verschiedenen Stromanbietern zu ermöglichen. Das ...

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... ist eine der wichtigsten Grundlagen dafür, um bei längeren Fahrten mit Elektroautos nicht ohne Lademöglichkeit zu stranden. BMW und Daimler machen schon länger bei dem Roaming-Konsortium mit, seit 15.12.2016 ist auch der VW-Konzern als Hubject-Gesellschafter an Bord. Hubject soll das Zahl und Bezahlen an Strom-Zapfsäulen weltweit erleichtern. Aktuell läuft die Hubject-Roamingsoftware auf 40.000 Ladepunkten in drei Kontinenten.

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2. Mobilitätsdienste erhalten Marken-Rang Ja, auch der VW-Konzern hat sich schon als Mobilitätsanbieter versucht - mit überschaubarem Erfolg. Denn VWs Carsharing-Projekt "Quicar" lief nur in der nicht gerade als Hipster-Hochburg bekannten Stadt Hannover und endete Anfang März 2016. Anders als Daimlers Car2Go und BMWs DriveNow-Angebote scheute VW lange größere Investments bei Carsharing-Angeboten und Taxidiensten ...

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... das hat sich in den vergangenen Monaten geändert: Ende Mai stieg VW bei der Taxi-App Gett ein. Zudem wird VW seine Mobilitätsdienste unter der neuen Marke MOIA anbieten. Deren Hauptsitz ist Berlin - und nicht das eher metropolenferne Stammwerk in Wolfsburg. Auch das ist ein Hinweis, dass VW nicht weitermacht wie bisher, sondern tatsächlich neue Wege gehen will.

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3. VW wagt sich bei E-Autos auf die Langstrecke Noch ist das VW-Elektroauto I.D. eine Studie. Doch das Ende September in Paris vorgestellte Fahrzeug soll nach Wolfsburger Lesart zum Golf der Generation Elektroauto werden. Bei einer Reichweite von bis zu 600 Kilometern mit einer Akkuladung soll der Serien-I.D. so viel kosten wie ein gut ausgestatteter Golf. Startklar soll ein solcher Elektro-Volkswagen im Jahr 2020 sein ...

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... alleine auf weiter Flur ist VW damit nicht. Opel schickt ab Frühjahr 2017 den Ampera-e (im Bild) ins Rennen, der auf dem Prüfstand 500 Kilometer weit kommt. Tesla arbeitet derweil am Model 3, Daimler und BMW beschleunigen ihre E-Auto-Pläne. Doch VW und die Opel-Mutter GM sind die ersten Volumenhersteller ...

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... die E-Autos mit üppigen Reichweiten auf den Markt bringen. Hybrid-Pionier Toyota setzte bisher für die Langstrecke auf Wasserstoff-Autos wie den Mirai (im Bild). Erst vor kurzem verpassten sich die Japaner eine eigene E-Auto-Sparte, die bis Ende 2019 ein Toyota-Elektroauto entwickeln soll. Hyundai hält sich zu seinen Plänen bei Langstrecken-Stromern höchst bedeckt. Und selbst Renault-Nissan hat bislang kein Fahrzeug in Aussicht gestellt, dass auf über 500 Kilometer Reichweite kommt.

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4. Selbstverpflichtung durch konkrete Zahlen In der Öffentlichkeit nennen Topmanager höchst ungern konkrete Prognosezahlen für klar definierte Zeiträume. Denn an ihnen lässt sich später glasklar messen, ob ein Manager seine selbstgesteckten Ziele erreicht hat oder eben nicht. VW-Markenchef Herbert Diess bewies Ende November ein ordentliches Maß an Selbstsicherheit, als er ...

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... bei der Präsentation der VW-Strategie bis zum Jahr 2025 klare Profitabilitätsziele nannte: Bis 2020 soll die Kernmarke ihre Ebit-Marge auf 4 Prozent verdoppeln, bis 2020 auf 6 Prozent steigern. Ab 2020 soll VWs große Elektroauto-Offensive anrollen, 2025 soll VW mindestens eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen und Weltmarktführer sein. Daran wird sich Diess messen lassen müssen - von Journalisten, aber auch von Vorstandskollegen und Mitarbeitern.

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