Allianz von Konzernen zum Pariser Abkommen Diese US-Manager planen ihre eigene Delegation zum Klimapakt

Donald Trumps Beschluss zur Kündigung des Pariser Klimaabkommens löst in der Wirtschaft mehr als nur Bestürzung aus. Eine Allianz aus Konzernen, Bundesstaaten und Kommunen plant eine alternative US-Delegation.
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Michael Bloomberg will die USA im Pariser Klimaabkommen halten - auch wenn die Regierung nicht mehr mitmacht. Laut "Wall Street Journal" und "New York Times" plant der Multimilliardär von der Wall Street, der auch UN-Klimabotschafter ist, eine alternative US-Delegation als offizielle Vertragspartei anzumelden.

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Nachdem Präsident Donald Trump am Donnerstag den Ausstieg aus dem Abkommen verkündete, hält Bloomberg dagegen. "Wir werden alles tun, was Amerika getan hätte, wäre es bei seiner Verpflichtung geblieben", verspricht der frühere New Yorker Bürgermeister. "Die Regierung vertritt unsere Nation außenpolitisch, aber bestimmt in vielerlei Hinsicht nicht, ob und wie die USA zum Klimawandel handeln", heißt es in einem Entwurf zum Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres.

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Einen nichtstaatlichen Akteur ins Vertragswerk aufnehmen wird die Staatengemeinschaft wohl kaum - aber für den Beitrag der Zivilgesellschaft zu den ohnehin freiwilligen Fortschrittsberichten der Staaten gibt es Wohlwollen. Bloombergs Stiftung will die von den USA zugesagte Finanzierung der Verwaltung des Pariser Abkommens übernehmen. Angeblich versammelt seine Allianz bereits mehr als 100 Konzerne, 80 Universitäten und 30 Großstädte.

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Bereits offiziell zu der alternativen Klimaallianz bekannt haben sich die Gouverneure der Bundesstaaten New York (Andrew Cuomo im Bild), Kalifornien und Washington. Diese drei versammeln ein Fünftel der US-Bevölkerung. Die Staaten haben jahrelange Erfahrungen mit Klimaschutzbeschlüssen, die auf Bundesebene nicht erreicht wurden. Im Nordosten der USA haben sie beispielsweise ein Handelssystem für CO2-Emissionsrechte von Kraftwerken eingeführt, das deutlich besser funktioniert als das europäische.

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Allein Kalifornien sorgt mit seinen strengen Abgasvorschriften schon dafür, dass die Autoindustrie sich bewegt. Wer diesen Markt nicht verlieren will (oder China und Europa, wo die Regeln nicht ganz so ambitioniert sind), muss die grüne Innovation vorantreiben. Auch deshalb halten die Konzerne Trumps Vorstoß im Namen von Wachstum und Jobs für kontraproduktiv.

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"Ich wurde gewählt, um Pittsburgh zu vertreten, nicht Paris", begründete Trump seinen Schritt. Doch die einstige Kohle- und Stahl-Metropole setzt längst auf sauberen Wandel. Pittsburghs Bürgermeister stellte sogleich klar, der eigene Plan zum Klimaschutz nach dem Pariser Abkommen bleibe in Kraft - ebenso wie in vielen anderen Großstädten. Im Übrigen habe Pittsburgh zu 80 Prozent für Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton gestimmt.

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Auch ohne solch parteipolitisches Kalkül setzt Elon Musk ein Zeichen. Der Chef des Elektroautobauers Tesla trat umgehend von seinen Beraterposten im Weißen Haus zurück - ebenso wie Disney-Chef Bob Iger, der noch im März erklärt hatte, es solle wenigstens "eine Stimme der Vernunft" in der Nähe des Präsidenten geben.

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Aufsehen erregt auch Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein. Trumps Auftritt zum Pariser Abkommen nahm der Banker zum Anlass, erstmals ein persönliches Statement auf Twitter abzugeben: "Die heutige Entscheidung ist ein Rückschritt für die Umwelt und für die Führungsposition der USA in der Welt." Sein langjähriger Stellvertreter Gary Cohn, der Trump heute als Chefwirtschaftsberater dient, schrammte knapp an einer Distanzierung vorbei. Sein Chef tue, "was er für richtig hält".

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Apple-Chef Tim Cook zeigte sich ebenfalls "enttäuscht" von Trumps Entscheidung. Noch am Dienstag habe er den Präsidenten umzustimmen versucht. Cook bekräftigte gegenüber Mitarbeitern, dass die eigenen Zusagen zum Klimaschutz weiter gelten. Der Konzern deckt nach eigenen Angaben inzwischen 96 Prozent seines Strombedarfs mit erneuerbarer Energie und setzt das Bekenntnis zur Energiewende auch bei seinen großen Zulieferern durch.

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Sogar der Ölkonzern ExxonMobil, dessen früherer Chef Rex Tillerson als Außenminister Amerikas Ausstieg erklären muss, fordert den Verbleib im Pariser Abkommen. Den Berichten zufolge bekennen sich die Konzerne, die zuvor einen öffentlichen Aufruf unterzeichneten, auch zur neuen "Klimaallianz der Vereinigten Staaten". Dazu gehören beispielsweise General Electric, Ford, Mars, Dow Chemical oder Microsoft. Die Liste ist lang. So erscheint Trumps Rückzug als Anti-Business-Akt.

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