Interkulturelle Erfolgsgeschichten Migranten, die der deutschen Wirtschaft helfen

In Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels wird Zuwanderung für deutsche Unternehmen wichtiger denn je. 25 Beispiele von Migranten der ersten oder zweiten Einwanderergeneration, die es in Deutschland an die Spitze geschafft haben.
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Tarané Yuson, Inhaberin der Kreativ-Agentur Yes Ideas, emigrierte im Alter von 15 nach Göttingen. Die Unruhen im Iran und die Schließung der Deutschen Schule Teheran, die sie besuchte, zwangen ihre Eltern dazu, sie alleine nach Deutschland zu schicken, damit sie ihre Ausbildung beenden konnte. Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Studium der Kommunikationswissenschaften in Hamburg sollte sie das väterliche Unternehmen, eine mit Deutschland kooperierende Porzellanfabrik, übernehmen. Dieser Traum zerbrach aufgrund der anhaltenden Unruhen und des Embargos. Yuson begann ihre Karriere bei Jil Sander, hatte Führungspositionen bei Montblanc und BBDO inne und übernahm 1999 die Geschäftsführung der Werbeagentur Select NY. Heute führt sie gemeinsam mit ihrer Partnerin Nadia Schliephake ihre eigene Agentur, die Yes Ideas, spezialisiert auf Lifestyle. Multi-Kulti ist ihre Geschäftsgrundlage. "Wenn man schon das Glück hat, mit mehreren Kulturen zu leben, sollte man das auch im Business nutzen."

Foto: YeS Ideas
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Nicht weniger als 2000 nationale und internationale Werbepreise hat Amir Kassaei, geschäftsführender Gesellschafter der Werbeagentur DDB, bereits gewonnen. Der gebürtige Iraner wurde 1968 geboren und musste als 13-Jähriger im Kofferraum eines Autos in die Türkei und von dort nach Österreich fliehen. Nach Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft absolvierte er in Paris ein Wirtschaftsstudium. Zunächst als Controller für L'Oréal tätig, wechselte er in die Werbebranche. Nach erfolgreichen Kampagnen für Mercedes, Coca-Cola und Apple ging er 2003 nach Deutschland und ist seither Kreativchef bei der DDB Group Germany. "Born in Iran. Grew up in Austria. Studied in France. Lived in Germany. Been there. Done that. G.O.A.T. and CCO of C14TORCE." schreibt er selbst über sich bei Twitter.

Foto: picture alliance / eventpress / mp
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Bertram Kandziora, der Vorstandsvorsitzende der Stihl AG, wurde 1956 in Himmelwitz (Schlesien) geboren und lebt seit 1958 in Deutschland. Er hat eine Karriere gemacht, wie sie deutscher kaum sein könnte: Nach 14 Jahren bei Bosch kommt Kandziora 2002 als Vorstand Produktion zu Stihl, wird wenig später Vorstandssprecher und Nachfolger von Hans Peter Stihl an der Spitze des Weltmarktführers für Kettensägen. Wenn er von seinen Produkten schwärmt, kommt ein nordbadischer Akzent durch. Er ist außerdem Mitglied im Aufsichtsrat der Württembergischen Metallwarenfabrik AG.

Foto: DPA
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Falls es irgendjemandem um Quoten gehen sollte, erfüllt diese Frau gleich zwei: Milagros Caiña-Andree war nicht nur die erste Frau im Vorstand von BMW, sondern bringt gleich noch Internationalität in die Führung des Münchner Autobauers. Seit 2012 leitet sie den Bereich Personal und Sozialwesen und ist verantwortlich für weltweit mehr als 100.000 Mitarbeiter. Geboren im spanischen Boboras (Galicien), wuchs sie in Deutschland auf, machte 1982 im sauerländischen Menden ihr Abitur. Es folgten Stationen in klassisch deutschen Unternehmen wie Vossloh, der Deutschen Bahn und schließlich als Personalchefin bei Schenker. Trotzdem beginnt im Gespräch mit ihr gerne mal ein Satz mit "Ich als Spanierin ...".

Foto: BMW
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Seit April 2018 ist Dahai Yu Beiratsvorsitzender bei der Lehmann&Voss&Co.KG. Mehr als die Hälfte seines Lebens hat der in Shanghai Geborene inzwischen in Deutschland verbracht. In Hamburg hat er Chemie studiert, und dort auch seine deutsche Frau kennengelernt. 25 Jahre lang arbeitete der perfekt Deutsch sprechende Yu für Evonik. Zuletzt war er dort Vorstandsmitglied. Anfang 2014 machte sich Yu mit einer Unternehmensberatung selbstständig und beriet unter anderem die Private-Equity-Firma Advent.

Foto: Evonic Industries
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1989, im Jahr der Studenten-Unruhen in China, machte sich Zhengrong Liu auf nach Deutschland. Mit 300 D-Mark in der Tasche hoffte er, hier ein besseres Leben zu finden. Die Rechnung ging auf: Inzwischen ist Liu Personalchef bei Beiersdorf. Er begann seine Karriere bei Bayer, als Chinesisch-Lehrer für Manager. Doch seine Redegewandtheit und seine sympathische Art fielen auf, Liu machte im Konzern Karriere. 2004 ging er als Personalchef zu Lanxess, seit 2014 ist er nun oberster Personaler bei Beiersdorf -und somit der zweite gebürtige Chinese in einem Dax-Vorstand (mit inzwischen deutschem Pass, da ihm das Reisen mit chinesischen Dokumenten zu umständlich war). "Meine Devise bei der persönlichen Entwicklung ist, nicht viel zu planen, aber das was einem in die Hände fällt, gut zu machen", sagte Liu in einem Interview.

Foto: Beiersdorf
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Gülabatin Sun ist bei der Deutschen Bank für den Bereich Vielfalt verantwortlich, ein Thema, das der in Duisburg geborenen Deutschen mit türkischen Wurzeln persönlich am Herzen liegt. Auf dem Neujahrsempfang der Deutschlandstiftung Integration beschrieb sie ihren Werdegang in etwa so: Als Gastarbeiterkind eingeschult, als Ausländerin auf die Uni gekommen, als Migrantin den Studienabschluss abgelegt und als Deutsche mit Migrationshintergrund die erste Stelle angetreten. Neben ihren Bemühungen für mehr Vielfalt innerhalb der Bank engagiert sie sich auch als Botschafterin für die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes: "Diskriminierung jedweder Art darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Deshalb engagieren wir uns für Vielfalt und wollen, dass alle Talente gleiche Chancen bekommen."

Foto: Mario Andreya / Deutsche Bank
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Viel deutscher kann man nicht arbeiten: In einem Verband in der Bundeshauptstadt, der sich häufig mit urdeutschen Institutionen wie den Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken einigen muss. Ibrahim Karasu, 1963 in der Türkei geboren, beackert als einer von zehn Geschäftsführern des Bundesverbands deutscher Banken, also der Interessensvertretung der privaten Banken, das Thema Retail Banking und Banktechnologie. Das Großprojekt Paydirekt, das dem mächtigen US-Anbieter PayPal ernsthafte Konkurrenz machen sollte, fiel in sein Ressort.

Foto: Die Hoffotografen / Bankenverband
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Friedrich Neuman feierte 2012 seinen ersten großen Gründer-Erfolg mit dem Start-up Run a Shop. Aufgewachsen ist Neumann in Brasilien, seine Mutter ist Brasilianerin, sein Vater Deutscher. Seinen Master absolviert er in St. Gallen und zieht anschließend nach Berlin. Inzwischen hat er schon zehn Unternehmen selbst gegründet; zuletzt verkaufte er das Start-up Makers an die Wirtschaftsprüfer von Deloitte.

Foto: Makers
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Von weiter entfernt kann keine Führungskraft zuwandern: Simon Moroney, CEO der Morphosys AG, wurde geboren am anderen Ende der Welt, in Neuseeland. Dort schloss der heute 59-Jährige auch sein Chemiestudium ab, bevor er eine akademische Karriere in Oxford, GB, startete. Von dort ging es nach Cambridge und dann nach Vancouver, Kanada, nach Zürich und zurück in die neue Welt an die Medizinische Fakultät der Harvard University. Bei ImmunoGen entwickelte der schlaksige 2-Meter-Mann die erste Generation biotechnischer Krebsmedikamente, bevor er 1992 in Martinsried bei München die Morphosys mitgründete. Seit dem Börsengang 1999 sitzt er dem Vorstand.

Foto: Morphosys
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Steiler kann kaum einer Karriere machen: Metin Coplan wird mit 28 Jahren Mitgründer, später CEO und ist bis heute Aufsichtsrat von Qiagen, dem mit Abstand größten deutschen Biotech-Unternehmen. Außerdem sitzt Coplan in den Aufsichtsräten von Morphosys und GPC Biotech. Geboren wurde er 1956 in der Türkei, als Kind von Krimtartaren, die aus der damaligen Sowjetunion hatten fliehen müssen. In den 1970ern siedelte die Familie um nach Südhessen - Colpan spricht noch immer mit unüberhörbarem Akzent. 15 Jahre später machten ihn seine Patente zur DNA-Analyse zunächst zum Pionier, später zum Paten der Hightech-Branche: Bei einem halben Dutzend Firmen aus dem bayerischen Biotech-Valley gehörte der promovierte Chemiker jahrelang zu den Kontrolleuren.

Foto: picture-alliance / Erwin Elsner
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Ijad Madisch ist 39, Chef und Gründer von Research Gate, einer Art Facebook für Forscher. Madischs Eltern, beide Ärzte, kamen vor 45 Jahren aus Syrien nach Deutschland. Madisch ist ebenfalls studierter Mediziner, gründete aber lieber sein Start-up, als im Labor zu stehen. Und ist damit sehr erfolgreich: Bill Gates und Tenaya Capital investierten 35 Millionen Dollar in Research Gate. Seit Sommer 2018 ist Madisch auch Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung. Er machte zuletzt allerdings mit seinem Dresscode auf sich aufmerksam: in kurzen Hosen beim Treffen mit der Kanzlerin.

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Aus der Not mach eine Tugend: Kemal Sahin drohte nach dem abgeschlossenen Studium die Abschiebung zurück in sein Geburtsland, die Türkei. Da gründete er kurzerhand die Santex GmbH, heute eine Tochter der Sahinler Holding, deren Stammvater und Leiter ebenfalls Kemal Sahin ist. Die Holding beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiter und verzeichnet einen Jahresumsatz von 1,4 Milliarden Euro.

Foto: Getty Images
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In Ägypten studierte Ibrahim Samak Ingenieurswissenschaften und gründete 1987 in Deutschland die Engcotec GmbH. Das Unternehmen hat sich auf regenerative Energien spezialisiert; vor allem auf Photovoltaik. Mit 22 Mitarbeitern erwirtschaftet Engcotec nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Euro Umsatz. 2007 erhielt Samak das Bundesverdienstkreuz für seine beruflichen Leistungen auf dem Gebiet der Solartechnologie sowie sein Engagement für die Ausländerintegration in Deutschland.

Foto: Engcotec
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Die Deutsch-Italienerin Daniela Cavallo ist als Tochter von Gastarbeitern in Wolfsburg geboren und ziemlich erfolgreich in der deutschen Wirtschaft: Ihre gesamte Karriere hat sie bei Volkswagen verbracht. Eine Treue, die sich jetzt auszahlt. Im Dezember 2018 stieg sie zur Stellvertreterin von Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh auf. Die Arbeit im Betriebsrat ist ihr vertraut: Seit 2002 ist sie Mitglied und engagierte sich unter anderem bei den Verhandlungen zum Zukunftspakt.

Foto: Volkswagen Betriebsrat
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Der Gründer und Betreiber des Hip-Hop Labels Selfmade Records, Elvir Omerbegovic, ist in Nordrhein-Westphalen als Sohn jugoslawischer Eltern geboren. Seine eigene Rapper-Karriere unter dem Pseudonym "Slick One" brachte ihm nicht den Durchbruch. Als Produzent hingegen machte er sich einen Namen. Mit seinem Rapper-Kollegen Philipp Dammann, den er sechs Jahre zuvor beim Zivildienst kennengelernt hatte, gründete er 2005 Selfmade Records. Noch im selben Jahr stieg Dammann wieder aus. Omerbegovic nahm mit Selfmade Records unter anderem Kollegah, Favorite, Casper, Genetikk, 257ers und RIN unter Vertrag und gewann diverse Auszeichnungen.

Foto: Laion
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Esin Rager heißt die Geschäftsführerin des Teehandels Samova. Ihre Vita ist bunt: sie hat deutsch-türkische Eltern und ist in Washington D.C. geboren. Gelebt hat sie schon in der Türkei, Russland und Österreich; schließlich zog sie nach Hamburg. Freiheit und Selbstständigkeit sind Werte, die Esin Rager wichtig sind und sie letztlich in die Selbstständigkeit führten. Nach dem Abitur arbeitete sie zunächst als freie Journalistin, Medienentwicklerin und Marketingberaterin. 2002 gründet sie dann mit drei Freundinnen zusammen Samova. Auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen habe sie einiges an Lehrgeld investiert, erkennt sie rückblickend. Die drei Mitgründerinnen sind inzwischen alle aus dem Unternehmen ausgeschieden; sie hatten andere Prioritäten. Wenn Esin Rager ihrer Selbstständigkeit einen Namen geben sollte, wäre es "Funky Move" als Symbol für Spaß und Bewegung, den wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit, wie sie sagt.

Foto: Anna Mutter für samova
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Geballte Familienpower: Die drei Brüder (von links nach rechts) Faruk, Cevat und Avni Yerli haben eines der größten deutschen Entwicklungsstudios für Computerspiele gegründet: Crytek. Cevat ist das einzige Mitglied der Familie, das nicht in der Türkei, sondern in Deutschland geboren wurde. Er hat sich Anfang 2018 aus dem Unternehmen zurückgezogen und hält lediglich noch Anteile. Anvi und Faruk teilen sich als gleichberechtigte CEOs jetzt die Führung. Crytek beschäftigt heute 550 Mitarbeiter.

Foto: crytek
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Imeyen Ebong ist Partner in der Unternehmensberatung Bain & Company in München. Ursprünglich in Deutschland geboren, zog er zunächst mit seiner Familie zurück nach Nigeria. Das Abitur und Studium der Betriebswirtschaft und Soziologie absolvierte er dann aber doch lieber in Deutschland. Seine Erfahrungen des Kulturwechsels machen ihn laut eigener Aussage offener für Neues.

Foto: Bain
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Von Null auf Hundert in fünf Jahren: mit dem Berliner Start-Up Auto1 haben sich die Gründer Hakan Koç und Christian Bertermann an die Spitze der europäischen Gebrauchtwagenhändler gesetzt. Hakan Koç ist Sohn einer türkischen Einwandererfamilie und in Kiel aufgewachsen. Viel von Autos versteht er nicht, wie er sagt. Aber in verschiedenen Positionen im Samwer-Imperium hat Koç wertvolle Erfahrungen zu Themen wie erfolgreiche Gründung und Fundraising gesammelt. Inzwischen ist er - auch dank des Softbank-Einstiegs bei Auto1 - zumindest auf dem Papier Multimillionär.

Foto: ddp images/Steffens
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Siemens-Vorstandsmitglied Michael Sen wurde am 17. November 1968 am Niederrhein als Sohn indischer Eltern geboren. Sein Karriereweg ist gradlinig: Abitur, dann Studium der Betriebswirtschaftslehre an der TU Berlin und seit 1996 Siemensianer. Nach einem kurzen Intermezzo bei Eon kehrte er 2017 zu Siemens zurück - als Mitglied des Vorstands. Seine Zuständigkeit erstreckt sich auf den Bereich Gesundheit, erneuerbare Energien, Global Service und die Siemens-Tochter Siemens Gamesa.

Foto: Siemens
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Erfrischend ehrlich antwortete Nikita Fahrenholz, Gründer von Lieferheld und Millionär, auf die Frage nach seiner Motivation, das Start-up zu gründen: "Ich wollte damit reich werden." Kein Wunder, denn er kommt aus recht ärmlichen Verhältnissen: Die alleinerziehende Mutter stammt aus Russland, er wuchs in einem Plattenbau in Berlin auf. Disziplin lernte er von russischen Klavierlehrerinnen, den Ehrgeiz, (erfolg-)reich zu werden, weckte seine damalige Freundin, als sie ihn für einen Millionärssohn versetzte. Er studierte BWL, absolvierte Praktika bei KPMG und McKinsey und wurde dort Berater. Als er seine späteren Gründerkollegen Markus Fuhrmann und Claude Ritter kennenlernte, hängte er kurze Zeit später seinen Beraterjob an den Nagel und gründete Lieferheld; heute Delivery Hero. Inzwischen ist er ausgestiegen, aber nicht untätig. Beim einer weiteren Gründung, der Service-Plattform Tiger Facility Services , ehemals Book A Tiger, ist er ebenfalls mittlerweile operativ ausgestiegen und widmet sich nun offenbar einem neuen Projekt.

Foto: Book A Tiger
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Next stop: Millionaire. Der Gründer des millionenschweren Mobilitäts-Start-Ups GoEuro heißt Naren Shaam und stammt aus Indien. Der Wahlberliner ist top ausgebildet an der Harvard Business School und gründete 2013 GoEuro mit heute rund 250 Mitarbeitern. Seine eigene Reiselust und die mühsame Recherche, ständig das günstigste Ticket für unterschiedlichste Reiseverkehrsmittel zu finden, brachten ihn auf die Idee. Vom Backpacker wurde er in der aufstrebenden Start-up-Szene in Berlin zum Millionär.

Foto: GoEuro Travel
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Der Sprecher des Vorstandes der Freudenberg SE aus Weinheim fand seinen Weg aus seinem Geburtsland Iran nach Amerika und schließlich an die Spitze eines urdeutschen Familienkonzerns. Mohsen Sohi wollte schon immer Maschinenbau studieren und nicht in die Fußstapfen seines Vaters, eines Gärtnereibesitzers in Teheran, treten. Nach dem Verlassen des Iran Ende der 70er Jahre studierte Sohi in den USA bis zum Doktor of Science Maschinenbau und setzte neun Jahre später noch einen MBA oben drauf. Seine Zielstrebigkeit und sein Durchhaltevermögen imponierten der Unternehmensführung von Freudenberg; so wurde ihm 2010 ein Platz in der Unternehmensführung angeboten. Er konsultierte seine Familie: Ist sie einverstanden wieder in eine neue Kultur, nach Deutschland, auszuwandern? Sein langfristiges, vorausschauendes Denken gefiel den führenden Köpfen Freudenbergs. 2012 bekam Sohi das Angebot, Sprecher der Unternehmensleitung und des Vorstands zu werden.

Foto: DPA
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Sie steht als Managerin und Vorstandsmitglied bei Siemens im Licht der Öffentlichkeit; umso bedeckter hält sich Janina Kugel, wenn es um ihre Wurzeln geht: Geboren und aufgewachsen ist sie in Stuttgart. Ihre Eltern sind beide Akademiker. Mit ihrer dunkleren Hautfarbe fällt sie in ihrer Kindheit bei Gleichaltrigen auf; wird als "Neger" beschimpft. Aus dieser Erfahrung zieht sie Schlüsse: sieh hinter das Offensichtliche, arbeite härter, lerne dich anzupassen und kultiviere die Andersartigkeit, um Vorteile daraus zu ziehen. Sie studiert Volkswirtschaft und fängt bei Accenture als Beraterin an. Nach vier Jahren wechselt sie den Karrierepfad und startet bei Siemens durch; zunächst in der Kommunikationssparte, dann im Bereich Personal und in der Führungskräfteentwicklung. Ihr Ehrgeiz, ihre Intelligenz, ihr Charisma und ihr rhetorisches Talent brachten sie 2015 schließlich an die Spitze von Siemens auf die manager-magazin-Liste der 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft.

Foto: DPA
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