Milliardäre unter sich Das sind die größten Spender bei den Midterms

Die Midterms in den USA gelten als Zwischenwahl, weil nicht über das Präsidentenamt abgestimmt wird - indirekt aber schon. Deshalb steigen die Einsätze in dem milliardenteuren Wahlkampf ums Parlament. Mehrere Milliardäre treiben den Preis mit ihrem privaten Vermögen hoch.
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Amazon-Chef Jeff Bezos ist laut Marketwatch der mit Abstand größte Spender unter US-Konzernchefs für die Midterm-Wahlen an diesem Dienstag. Im Vergleich der größten Einzelspender kommt der reichste Mann der Welt laut "Open Secrets" jedoch nur auf Platz 11. Im Gegensatz zu den anderen Großspendern hat Bezos, der als Eigentümer der "Washington Post" oft als Gegenspieler zu Präsident Trump wahrgenommen wird, sich keiner Partei zugeschlagen. Über den "With Honor Fund" unterstützt Bezos Armeeveteranen, die fürs Parlament kandidieren - Republikaner ebenso wie Demokraten.

Spenden: 10,2 Millionen Dollar
Vermögen: 135 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: Lindsey Wasson/ REUTERS
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Ken Griffin vom Hedgefonds Citadel hingegen setzt alles auf Trumps Republikaner. Fünf Millionen Dollar spendete er allein für den Wahlkampf des ebenfalls schwerreichen Gouverneurs von Florida, Rick Scott, der es dann auch schaffte, den ansonsten in Umfragen favorisierten Demokraten einen wichtigen Sitz im Senat abzunehmen.

Spenden: 11 Millionen Dollar
Vermögen: 9,9 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: MilkenInstitute ; Youtube
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Stephen Schwarzman von der Private-Equity-Firma Blackstone war zeitweise Chef in Trumps Wirtschaftsbeirat und gilt als dessen treuester Unterstützer an der Wall Street. Seine Spenden gingen vorrangig an den Senate Leadership Fund, um Demokraten in Trump-freundlichen Staaten wie Missouri aus dem Amt zu treiben - und so wenigstens eine Parlamentskammer für Trump zu halten.

Spenden: 12,8 Millionen Dollar
Vermögen: 13,4 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: John Moore/ Getty Images
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George Soros ist die Reizfigur der Rechten schlechthin. Der Hedgefondsgründer im Ruhestand wird von rechten Terroristen ebenso wie mittlerweile vom Präsident selbst als Finanzier allen Unheils gesehen. Tatsächlich spendet Soros viel, und im US-Wahlkampf ausschließlich für Demokraten - im aktuellen Ranking der Großspender kommt er aber nur auf Rang sieben.

Spenden: 17,5 Millionen Dollar
Vermögen: 8,3 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: Francois Mori/ AP
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Sein Kollege James Simons vom Hedgefonds Renaissance brachte noch mehr Geld für demokratische Kandidaten in Senat und Repräsentantenhaus auf. Simons bezeichnet Trumps Präsidentschaft öffentlich als "fürchterlich". Pikanterweise war Renaissance-Manager Robert Mercer, der auf Simons' Drängen den Chefposten abgab, Hauptfinanzier des rechten Medienunternehmens Breitbart, das Trumps Aufstieg beförderte. Im aktuellen Wahlkampf zählt Mercer nicht mehr zu den Topspendern.

Spenden: 19 Millionen Dollar
Vermögen: 20 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: Getty Images
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Donald Sussman, ebenfalls ein Veteran der Hedgefondsbranche, war 2016 Hauptspender der gescheiterten Trump-Opponentin Hillary Clinton. In der laut Ex-Präsident Obama "vielleicht wichtigsten Wahl unseres Lebens" hat Sussman den Einsatz nochmals erhöht - alles für Demokraten in knappen Wettbewerben um Parlamentssitze.

Spenden: 23 Millionen Dollar
Vermögen: 135 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: Stevens Clarke/wikipedia
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Michael Bloomberg, dessen Reichtum auf einem Finanzinformationsdienst beruht, wurde einst als Kandidat der Republikaner Bürgermeister von New York. Inzwischen steht der ausgesprochene Trump-Gegner aber wieder fest zu den Demokraten. Neben deren Parlamentskandidaten unterstützt er mit einem eigenen Fonds auch liberale Anliegen wie schärfere Waffengesetze oder Umweltschutz.

Spenden: 38 Millionen Dollar
Vermögen: 46,2 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: ROSLAN RAHMAN/ AFP
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Leider kein Bild haben wir vom öffentlichkeitsscheuen Unternehmerpaar Richard und Liz Uihlein - laut "New York Times" die "mächtigsten Konservativen, von denen Sie noch nie gehört haben". Die Uihleins stehen auf der "Open Secrets"-Liste der größten Einzelspender auf Platz drei. Sie spenden vor allem abseits der Parteielite für Vertreter einer harten Linie in konservativen Anliegen wie Waffen-, Drogen- oder Abtreibungspolitik - und bemerkenswert viel für Kandidaten schon in den Vorwahlen. Laut "Times" setzten sie in diesem Jahr große Summen auf Verlierer, die es gar nicht in die Wahl am Dienstag schafften. Die Uihleins tauchen im Milliardärsranking nicht auf.

Spenden: 39 Millionen Dollar

Quelle: Opensecrets

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS
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Niemand spendet so viel für die Demokraten wie Tom Steyer, abermals ein Hedgefonds-Milliardär. Der Kalifornier bekam ebenso wie Soros eine Briefbombe von einem Trump-Fan. Steyer wirbt auf eigene Kosten für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten und für erneuerbare Energien. Sein Geld spielt aber auch in umkämpften Staaten wie Florida oder Nevada eine Schlüsselrolle.

Spenden: 51 Millionen Dollar
Vermögen: 1,6 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: AFP
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Den mit großem Abstand führenden Einzelspender haben jedoch die Republikaner in ihren Reihen: Casinomogul Sheldon Adelson. Die republikanische Mehrheit im Senat ist ihm in diesem Jahr einen neunstelligen Betrag wert. Insgesamt wurden für die Midterms bisher mehr als 1,6 Milliarden Dollar gesammelt - Rekord abseits von Präsidentenwahlen. Die Demokraten haben dank zahlreicher Kleinspenden das größere Budget. Am meisten bekam Beto O'Rourke in Texas, der Großspenden von Fonds ausdrücklich ablehnt.

Spenden: 113 Millionen Dollar
Vermögen: 33,1 Milliarden Dollar

Quellen: Opensecrets, Forbes

Foto: AP
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Interessant ist die Liste der Großspender auch, weil nirgends der Name Charles Koch auftaucht. Der Industrielle gilt traditionell als wichtigster Finanzier der Konservativen. Mit Trump hat er sich aber öffentlich verkracht, obwohl der sein Lieblingsprojekt einer radikalen Steuersenkung durchsetzte. Jetzt ist Kochs wichtigstes Anliegen - im Gegensatz zu Trump - Freihandel. Von den im Januar angekündigten 400 Millionen Dollar Wahlkampfspenden von Kochs "Americans for Prosperity" sind daher nur wenige Millionen bei einzelnen republikanischen Kandidaten wie in Wisconsin oder Tennessee angekommen.

Vermögen: 50,6 Milliarden Dollar

Quelle: Forbes

Foto: AP/ The Wichita Eagle
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Der reichste Amerikaner, der selbst bei den Midterms ein politisches Mandat erwarb, ist Jay Robert Pritzker. Der Erbe der Hyatt-Hotelgründer wird Gouverneur von Illinois mit der Metropole Chicago - die Demokraten-Hochburg den Republikanern wieder abzujagen war eine leichte Aufgabe, trotzdem flutete Pritzker den Staat mit Werbespots. Aus eigener Tasche brachte Pritzker, dessen Schwester Penny unter Obama Handelsministerin war, die Rekordsumme von 162 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf auf (Open Secrets listet nur die Spenden für die bundesweite Parlamentswahl auf).

Vermögen: 3,2 Milliarden Dollar

Quelle: Forbes

Foto: Ashlee Rezin/Chicago Sun-Times via AP
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Rick Scott wird wohl als Senator für Florida der reichste Abgeordnete im Kongress. Der Gründer einer Krankenhauskette und bisherige Gouverneur des Staates hat sich ebenfalls große Summen selbst gespendet - bisher 14 Millionen Dollar in einem der am heißesten umkämpften Wahlwettbewerbe gegen den demokratischen Amtsinhaber Bill Nelson.

Vermögen: 255 bis 510 Millionen Dollar

Quelle: eigene Angaben

Foto: COLIN HACKLEY/ REUTERS
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Kein Milliardär mischt jedoch so sehr in den Midterms mit wie Donald Trump, auch wenn er nicht persönlich für den Wahlkampf spendet. Der Baumagnat und Präsident hat etliche "Battleground States" abgeklappert, um die Republikaner zu mobilisieren. Trump selbst steht zwar nicht auf dem Wahlzettel, der Verlust der Parlamentsmehrheit könnte jedoch über den weiteren Verlauf seiner Präsidentschaft entscheiden. Immerhin konnte er im Senat seine Macht sogar ausbauen.

Vermögen: 3,1 Milliarden Dollar

Quelle: Forbes

Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS
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