Das Zukunftslabor der Commerzbank Stylemäßig gut beraten von Polen

Die neue Strategie von Commerzbank-Chef Martin Zielke lebt vom Vorbild der polnischen Tochter mBank.
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Mit "Commerzbank 4.0" setzt der neue Konzernchef Martin Zielke seine persönliche Marke. Die Strategie kommt als Sparprogramm daher, das fast 10.000 Jobs und die Dividende kostet - auf der anderen Seite aber Milliardeninvestitionen in die komplette Digitalisierung der Bank bringt; und eine klare Konzentration auf das Privatkundengeschäft.

Dazu gehört auch - gegen den Branchentrend - ein Bekenntnis zum Filialnetz. Mehr denn je als Vorbild der Frankfurter gilt die einzige verbliebene relevante Auslandstochter ...

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Von der mBank in Polen hat Zielke den Finanzvorstand Jörg Hessenmüller geholt und ihm die Verantwortung für Konzernentwicklung und Strategie übertragen. Was die Polen machen, ist die Zukunft - so das Credo in Frankfurt.

Die 70-Prozent-Beteiligung ist ja auch an der Warschauer Börse immerhin halb so viel wert wie der ungleich größere Gesamtkonzern. Ziemlich selbstbewusst ...

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... führt Cezary Stypulkowski die viertgrößte Bank des Landes. Zum Amtsantritt 2010 tilgte der frühere JPMorgan-Investmentbanker, der zuvor bereits die kleinere Bank Handlowy und den Versicherungskonzern PZU geführt hatte, die Identität des Unternehmens:

Der Name BRE Bank (Bank Rozwoju Eksportu, Exportentwicklungsbank) wurde gestrichen und das Logo der 2000 gegründeten Direktbanktochter mBank übernommen. Vergleichbar wäre, wenn sich die Commerzbank in Comdirect umbenannte. Den Tod der Filialen bedeutete die Revolution jedoch keinesfalls ...

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Die Kunden korrespondieren zwar hauptsächlich online und mobil mit der mBank, aber manchmal brauchen sie eben doch persönliche Beratung. In einigen wenigen Flagship-Filialen bereitet die mBank großzügigen Empfang mit Lounge-Atmosphäre ...

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Kern des Konzepts sind aber die "Light"-Filialen, beispielsweise in Einkaufszentren. Bunt, modern, schlicht - und damit vor allem effizient.

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Die mBank hilft auch Mobilfunkanbietern wie Orange, eigene Bankdienste anzubieten. Die Marke ist von vornherein eher mit Smartphones und Tablets verbunden als mit Sparbüchern. Die Polen genießen auch einige Standortvorteile ...

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Neben der deutlich jüngeren und technologisch aufgeschlosseneren Kundschaft als in Deutschland hilft auch das ungebrochene Wachstum der polnischen Wirtschaft mit erheblichem Kreditbedarf für Investitionen und Konsum - und einem Zinsniveau immer noch deutlich über null.

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Zum Stolz der mBank zählt es, dass Privatkunden auch spontan an der Supermarktkasse in Sekunden mit dem Smartphone eine Kreditlinie ziehen können.

Der Schuldenboom hat aber auch schon Problem erzeugt - vor allem mit Fremdwährungskrediten in Schweizer Franken (im Fall der mBank von der Commerzbank bezogen), die beim Kollaps der Wechselkurse massenhaft faul wurden. Auch deshalb gibt es politischen Gegenwind ...

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Die nationalkonservative Führung (im Bild Premierministerin Beata Szydlo) hat mit Wahlkampf gegen Auslandsbanken gepunktet. Die angedrohte teure Zwangsumschuldung der Franken-Kredite ist inzwischen wohl vom Tisch.

Dafür bauen staatlich beherrschte Finanzkonzerne ihre Macht aus, indem sie Banken übernehmen - beispielsweise von Commerzbank-Wettbewerber Unicredit, der sich aus Not von dem Markt zurückzieht. Die Commerzbank setzt weiter voll auf Polen ...

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Auch das Filialkonzept folgt dem Vorbild der mBank, wenngleich die Entwicklungsrichtung umgekehrt ist: Statt eine Direktbank mit stationärem Angebot zu ergänzen, muss die Commerzbank ihre alten Strukturen digitalisieren.

Die nach mBank-Vorbild eingerichtete Flagship-Filiale am Berliner Kurfürstendamm offenbarte auch ein anderes Verhalten der Kunden: Die Deutschen ließen Smartphone-Ladekabel aus der Lounge einfach mitgehen. Das Ergebnis der Transformation wird wohl eher eine bessere Großsparkasse. Lesen Sie mehr dazu in der mm-Analyse.

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